Bei den deutschen Jugendmeisterschaften konnte die Hindernis-Spezialistin Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt, die als dreifache bayerische Meisterin anreiste, ihre bisher sehr erfolgreiche Saison nicht mehr toppen. Sie belegte mit 7:14,79 Minuten über 2000 Meter Hindernis Rang zwölf in der U20 und blieb dabei knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung von 7:12 Minuten.

Der Sprung auf das erweiterte Siegerpodest unter die Top acht blieb ihr auch im zweiten Anlauf bei den deutschen Meisterschaften verwehrt. Daneben bleibt der oberfränkische Rekord ihrer Schwester Lisa Wirth bestehen, den diese als Sechste bei den deutschen Meisterschaften in Rhede 2009 mit 7:04,67 Minuten aufstellte.


Ursprünglich nur Männerdisziplin

Der Hindernislauf war ursprünglich eine reine Männerdisziplin und wurde für Frauen erst 1998 von der IAAF zugelassen.
Der wohl prominenteste deutsche Vertreter ist Patriz Ilg, Weltmeister über 3000 m Hindernis von 1983.

Eine rasante Entwicklung bei den Frauen in den letzten Jahren nimmt nun auch bei den Jugendmeisterschaften immer mehr an Fahrt auf. So wurde zum Beispiel die DLV-Norm verschärft. Die Schallmauer von sieben Minuten über 2000 Meter Hindernis unterboten in diesem Jahr allein sechs Läuferinnen.

Neben der Hindernistechnik werden von den Läuferinnen enorme Willensqualitäten gefordert. Bei der Strecke der weiblichen U20 sind bei einer Balkenhöhe von 76,2 cm 18 Hindernis-Überquerungen zu absolvieren, wobei der Wassergraben mit einer Länge von 3,66 Metern fünfmal überlaufen wird. Dies erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Beweglichkeit, Rhythmusgefühl und Ausdauer. Diese Mischung macht eben den Hindernislauf auch so attraktiv für Babinja Wirth.


"Die Luft war einfach raus"

Die ersten drei Runden waren erwartungsgemäß schnell und sahen bei Babinja Wirth verheißungsvoll aus. Nach einer leichten Bummelrunde verpasste sie eine plötzliche Tempoverschärfung, konnte nicht nachsetzen und fiel aus ihrem Pulk heraus. "Die Luft war einfach raus nach der anstrengenden Saison mit Abitur und mehreren Starts bei BLV-Meisterschaften. Die mentale Tagesform war einfach nicht da, ansonsten wäre sie mitgegangen, denn gerade der Schluss ist eigentlich eine Stärke von Babinja", meinte ihre Trainerin Christina Wirth.
Ihre bisher erfolgreichste Jahresbilanz entschädigt sie jedoch locker für den nicht ganz optimalen Tag. ft