Die milden Temperaturen sorgten für optimale Bedingungen bei der 39. Auflage des Forchheimer Nikolauslaufes. Bereits im Vorfeld zeichnete sich ein neuer Teilnehmerrekord ab. Mit 661 Läufern fiel er überraschend deutlich aus, das bedeutet eine Steigerung um insgesamt 80 Läufer gegenüber dem Vorjahr - und bringt die Infrastruktur auf der Sportinsel langsam an ihre Kapazitätsgrenzen. Auf den Laufwegen rund ums Altwasser wurden acht Streckenrekorde in diversen Altersklassen geknackt.

Mussten Schüler und Bambinis am Vormittag noch unter Hochnebel ihre Runden drehen, lachte den Teilnehmern des Hobby- und Hauptlaufes ab 13 Uhr zunehmend die Sonne entgegen.


Hentschel dominiert das Feld

Wie in jedem Jahr lässt sich im Vorfeld zwar der eine oder Favorit ausmachen, einige Titelanwärter entscheiden sich jedoch oft auch aus taktischen Gründen zur spontanen Teilnahme.
Unter den Nachmeldern ließ dann ein Name auch sofort aufhorchen: Felix Hentschel von der LG Bamberg. Der Zweite der deutschen Meisterschaft über 3000 Meter Hindernis befindet sich in der intensiven Vorbereitung aufs Olympiajahr 2016, um sich vielleicht seinen Lebenstraum in Rio zu erfüllen.

Mit am Start über die Zehn-Kilometer-Distanz war auch Konstantin Wedel, einer der talentiertesten Nachwuchsläufer, den die LAC Quelle Fürth aufzubieten hat. Der DM-Siebte im gleichen Hindernisrennen wie Hentschel war bereits mehrfach in Forchheim am Start und überzeugte dort bereits als Jugendlicher, doch diesmal ließ ihm Hentschel keine Chance. Bereits auf den ersten Kilometern zog der Bamberger ein gewaltiges Tempo an und vergrößerte den Vorsprung auf fast eine Minute. Mit 31:16 Minuten erzielte Hentschel damit eine Topzeit im Bereich des Streckenrekords, der seit 2011 vom Bayreuther Gamachu Badhane gehalten wird. Die 32:21 Minuten des Zweitplatzierten Wedel hätten in vielen Vorjahren locker zum Sieg gereicht, der sich damit aber deutlich vor einem fünfköpfigen Verfolgerfeld mit Andreas Potocar (Hurtigflink LTC), Daniel Rennertseder (Team-Twenty2six), Philipp Stadter (TV48 Erlangen), Markus Schwartz (LAC Quelle) und Alexander Finsel (TV48 Coburg) absetzen konnte.


Wirth gewinnt bei den Frauen

Die guten Bedingungen motivierten eine bekannte Läuferin der Region zu einer Top-Leistung: Babinja Wirth vom TSV Ebermannstadt. Von den Laufexperten erwartet worden war ein spannender Vergleich mit der Vorjahressiegerin und Rekordhalterin Felicity Milton (37:05 Minuten) vom TEAM-Adidas sowie der Fürtherin Julia Hiller. Am Ende zeigte Wirth die beste Verfassung von allen: In 37:20 Minuten verbesserte die 20-Jährige ihre Vorjahresmarke um 90 Sekunden und hielt Hiller (37:59) auf Distanz. Pech hatte Milton, sie musste das Rennen vorzeitig aufgeben.

Die Mannschaftswertung ging an den SSV Forchheim, bei den Damen war der SC Kemmern am erfolgreichsten.


Top-Zeiten beim Hobbylauf

Beim Hobbylauf war etwas mehr als die halbe Distanz zu bewältigen, den zunehmenden Wettkampfcharakter unterstreichen die Zeiten der Erstplatzierten: Der von der Startlinie an davonstürmende Kay-Uwe Müller (CR-Roßfeld) lief mit 17:11 Minuten in Schlagdistanz zum Streckenrekord (16:48). Anna Schmidt (SC Neubrandenburg) gelang dies dann bei den Frauen: Hier steht die neue Bestmarke über die 5,3 Kilometer nun bei 19:40 Minuten.

Ebenfalls mit neuem Rekord schloss im Jugendlauf über die gleiche Distanz bei den WU20 Hannah Kadner von der LAC Quelle Fürth ihr Rennen in 20:54 Minuten ab. Bei den Jugendlichen MU18 stand Nilas Bucholz vom TSV Hemhofen (18:04) ganz oben auf der Rekordtafel. Die Siege in den weiteren Altersklassen gingen an Isabel Seeger vom Lauftreff Baiersdorf (1. WU18) und Holger Ganschow von Erlebnislauf-Team (1. MU20).
Im Vorprogramm tummelten sich mehr als 200 Kinder auf dem Platz. Stilgerecht motiviert vom in voller Montur auftretenden Nikolaus ging es für sie auf die 1250 Meter lange Strecke in drei Schülerläufen. Ein großes Aufgebot hatte der TSV Neunkirchen in die Rennen geschickt: Der achtjährige Nanke Simon sorgte in seiner AK für einen neuen Streckenrekord (4:29), vor Jonah Schildbach (1. M9) und Anna Bath (1. W9).

Eine Jahrgangsstufe höher holte sich Jan Pluta von der DJK Eggolsheim (4:30) den Sieg vor Jonas Nanke (Neunkirchen). Als schnellstes Mädchen vertrat hier Charlotte Gundermann die Farben der Forchheimer LG. Bei den Jungs im dritten Lauf war ihr Bruder Carsten als Erster der M13 (4:27) vor Michel Philipp (Neunkirchen) und Emil Nöhring (LG Forchheim) hinter dem Gesamtsieger Sebastien Döring (Nürnberg) im Ziel. Bei den Schülern im A-Lauf dominierten die Vertreter des Erlanger Ohm-Gymnasiums.

Noch ohne Altersklassenwertung ging es für die Bambinis in einer kleinen Runde um den Platz. Mit fast 70 Kindern war auch hier das Feld groß wie nie: Mit den Siegern Nikata Bär, Elisabeth Bongartz und Joseph Hof aus der Bambinigruppe der LG Forchheim standen vielleicht die "Leichtathletiksternchen " von morgen an der Startlinie.

Mehr Infos zum Lauf und alle Ergebnisse gibt es im Internet unter www.lg-forchheim.de .