Der "InFranken-Kick" in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund findet am Sonntag um 15 Uhr zwischen den beiden Liga-Neulingen Wolfsberg und Kühlenfels statt. Während die gastgebenden "Wölfe" als Aufsteiger eine bisher starke Saison spielen und nach zehn Partien mit 16 Punkten auf Platz sieben stehen, kamen die Gäste bislang noch nicht richtig in Tritt. Der SC, dessen Kicker als "Schofmelker" im Umkreis bekannt sind, rechnete sich als Vorjahressiebter und Wechsler aus der Kreisklasse 4 durchaus eine ähnliche Platzierung aus und ist inzwischen fast zum Punkten gezwungen.

Das weiß auch Spielertrainer Thomas Helldörfer, der offen Stellung nimmt: "Wir stehen im Moment mit sieben Zählern punktgleich auf einem Abstiegsrang. Das ist eindeutig zu wenig und das haben wir uns auch anders vorgestellt". Der 40-Jährige aus der Nähe von Creusen ist kein gänzlich Unbekannter im hiesigen Spielkreis. Als 21-Jähriger stand er mit Christian Springer und Kurt Finze im damaligen Bayernligakader von Jahn Forchheim, bevor er als Aktiver bei der SpVgg Bayreuth, Post Regensburg und dem SC Weismain sowie den Amateuren des 1.FCN als Spielertrainer tätig wurde. Zuletzt führte er sechs Jahre den TSV Stadtsteinach bei Kulmbach und stieg zweimal in die Bezirksliga auf.

In seiner ersten Saison in Kühlenfels hat sich Helldörfer inzwischen ein Bild von der Spielstärke der Liga gemacht, wie er analysiert: "Die Mannschaften des ersten Drittels haben eine gute Qualität, bei der wir schon einen fehlerfreien Tag erwischen müssen, um Paroli bieten zu können. Das gelang uns in den letzten Spielen nicht, in denen wir gegen fünf der ersten Sechs verloren".

Neuer Mut trotz Schlappen


Zuversicht holt sich der SC-Trainer aus den denkbar knappen Niederlagen gegen die Führenden, nur zuletzt die 2:5-Pleite gegen Gößweinstein lief aus dem Ruder: "Dafür trotzten wir den Wichsensteinern ein Unentschieden ab und meine Leute haben gemerkt, dass es geht, wenn man sich mit dem Willen dagegen stemmt".

Das Ziel einstelliger Tabellenplatz sei in der jetzigen Situation vermessen, meint Helldörfer, weshalb es nun primär darum gehe "irgendwie Punkte zu sammeln und die Konzentration auf den Klassenerhalt zu legen. Dazu stehe ich." Die schwarze Auswärtsserie von sechs Spielen ohne einen einzigen Punkt fiele zwar auf, andererseits bedeuten die vier Heimspiele mit sieben Punkten auch, dass dort erst eine Partie verloren wurde.

Den Aufsteiger aus Wolfsberg hat sich Helldörfer gegen Betzenstein angesehen und dessen Stärken ausgemacht: "Eine einsatzfreudige junge Truppe mit zwei gefährlichen Spitzen. Kämpferisch und spielerisch gut ausgestattet, die muss man erst mal knacken. Aber auch sie sind bezwingbar und haben Schwachstellen. Und wir müssen punkten".

Doppelbelastung der "Jungen"


Sorgen bereitet ihm sein Kader, denn die Jugendspieler Kevin Eckert, Kilian Macht und Marco Heinlein, die heuer in die Mannschaft wachsen, knabbern an der Doppelbelastung. Letzterer muss wegen eines Fersensporns nun einige Wochen pausieren und richtig weh tut der Ausfall von Pascal Hiesinger (20) durch Kreuzbandriss. Jörg Arnold sitzt eine Rotsperre ab und Manuel Speckner, der am Sonntag zweimal traf, ist angeschlagen.

Zudem spürt der SC sehr, dass mit Daniel Wiegärtner, der familiär kürzer tritt und Raimund Zitzmann (FC Pegnitz) gleich zwei Torgaranten nicht mehr zur Verfügung stehen: "Aber vielleicht ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen?

Auf ein Bier beim "Ex"


Der Wolfsberger Spielertrainer Reinhard Häfner kennt den Gegner nicht nur sehr gut, sondern hat durch seine drei Jahre beim SC noch viele Verbindungen nach Kühlenfels. Bevor der "Bär" zu Beginn der vorigen Spielzeit zu den Wölfen kam, stieg er 2008 mit den "Schofmelkern" in die Kreisliga 2 auf und kehrt gerne mal auf ein Bier beim Altverein ein: "Ja, meine Külmasa sind schon ein verschworener Haufen. Ich hatte eine unvergessliche Zeit dort, stehe aber jetzt im Dienst beim SV und deswegen muss am Sonntag auch die Freundschaft um zwei Stunden ruhen".

Obwohl sich der 40-Jährige seit Wochen auf das Spiel gegen die ehemaligen Kameraden gefreut hatte, kann Häfner verletzungsbedingt nicht selbst auflaufen, wie er zerknirscht sagt: "In meinem Alter muss man in seinen Körper hineinhören. Anfang September gegen Gräfenberg stand ich letztmals auf dem Rasen und plage mich mit einer am Ansatz entzündeten Achillessehne herum. Seit dieser Woche laufe ich leicht, aber ein Einsatz ist undenkbar".

Auch Abräumer Tobias Schütz wird fehlen: Ihm droht wegen einer möglichen Operation im entzündeten Sprunggelenk gar ein Ausfall bis zum Jahresende. "Dafür kehrt Nico Winter zurück und seit zwei Wochen ist Bernd Will wieder dabei, bei dem durch die Spielpraxis langsam wieder die Sicherheit kommt", freut sich Häfner, der ansonsten alle Mann an Bord hat. Er warnt seine Truppe vor dem SC, der derzeit oft unter Wert geschlagen wurde und sich eine immer besser greifende, verheißungsvolle Nachwuchsriege aufgebaut hat: "Für uns sind solche Gegner gefährlicher als sogenannte Favoriten, gegen die wir alle schon gespielt haben und uns auf Augenhöhe präsentierten. Aber gegen vermeintliche schlagbare Mannschaften müssen wir noch beweisen, dass wir die nötige Konzentration ebenso umsetzen können".

Die Tendenz spricht dennoch leicht für die Gastgeber. "Aber jede Serie reißt irgendwann einmal", wie Helldörfer beschwört. Ob sich die Wölfe allerdings von den Schofmelkern reißen lassen, oder diese andersherum von den Wölfen gemolken werden, wird sich am Sonntag zeigen.