Beim Derby treffen zwei völlig unterschiedlich in die Saison gestartete Mannschaften aufeinander. Der TSV siegte knapp mit 2:1 bei den Reservisten des FC Burk, die Reuther unterlagen der zweiten Garnitur des Baiersdorfer SV mit 0:3. Das Spiel beginnt als eine der wenigen Partien im Spielkreis bereits am heutigen Samstag um 16 Uhr, weshalb reges Zuschauerinteresse zu erwarten ist. Kleine Zugabe am Rande: Zum Vorspiel kreuzen zudem die TSV-Reserve mit der ambitionierten TSVgg Drügendorf in der A-Klasse 3 zum Eschlipper-Tal-Derby die Klingen.

Kein Remis zum Auftakt

Die Rückschau auf den 1. Spieltag liefert eine bemerkenswerte Fußnote: Ein Umstand der für diese Spielklasse verblüfft, die vor der Saison von vielen Trainern und Kennern der Szene als die Ausgeglichenste des Kreises gehalten wurde und regelrecht nach Unentschieden schrie: Es gab keine Punkteteilung! Am Ende von acht Partien standen
acht Sieger und acht Verlierer fest.

Letztmals trafen Ebermannstadt und Reuth vor zwei Jahren in der A-Klasse 3 aufeinander, als sich Reuth nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Wolfsberg am Ende als Meister durchsetzte und den damaligen Tabellendritten Ebermannstadt zweimal mit 3:1 in die Schranken wies. Das soll sich heute nach dem Willen von Christian Kress und Birol Aksoy, die den jungen Ebermannstadter Haufen seit dem Vorjahr in ein sicheres Fahrwasser brachten, ändern.

Aksoy warnt jedoch gleichzeitig davor, den Auftaktsieg in Burk zu überbewerten oder die Reuther Pleite gegen Baiersdorf zu unterschätzen: "Gegen eine Reservemannschaft können immer Spieler auf dem Platz stehen, die gar nicht in diese Mannschaft gehören und aus irgendeinem Grund ein paar Spiele machen. Deswegen dürfen wir Reuth nicht an dieser Niederlage messen, denn eigentlich haben sie ein eingespieltes Team und im Vorjahr als Aufsteiger eine ganz tolle Saison gespielt. Das wird ein erster Prüfstein für uns."

Ein Favorit kristallisiere sich heute zwischen den beiden Kontrahenten nicht heraus, meint Aksoy, der ohnehin mehr auf das eigene Spiel achten will: "Wir wollen unserem Ziel Klassenerhalt sofort schrittweise näher kommen. Bei solchen Spielen will ich was reißen." Primär solle der Jugendstil beibehalten werden, um nach und nach junge Talente einzubauen. Mit den Nachwuchsspielern Kevin Kießling oder dem zuletzt starken Alex Kapp, der ohnehin noch in der Jugend spielen dürfte, spricht Aksoy zwei der aktuellen Hoffnungsträger direkt an, hat davon aber eine ganze Menge im Kader: "Nur um ein paar zu nennen. Die Jungs sind willig und lernfähig und scheuen auch den Sprung ins kalte Wasser nicht. Den nötigen Schub bekommen sie dann schon von mir oder Christian."

Die Probleme liegen im Sturm

Reuths Trainer Uwe Schick ist generell der gleichen Meinung, dass die Auftaktniederlage und der gleichzeitige Sieg des TSV für das direkte Duell keine Bedeutung haben werde, ärgert sich aber mächtig um leicht vergebene Chancen gegen Baiersdorf: "Uns gelangen schlicht gesagt keine Tore. Wir haben uns ein paar Möglichkeiten super heraus gespielt, aber nicht vollstreckt. Zwei Dinger müssen wir auf jeden Fall machen. Das ist unser Manko bisher." Die Sturmmisere am Abgang von Torjäger Felix Burkel festzumachen, weist Schick energisch zurück: "Klar hat er letztes Jahr wichtige Treffer bei seinen 14 Toren für uns erzielt. Aber ein Spieler alleine hat noch nie gewonnen und das 0:3 ist für uns jetzt auch kein Beinbruch. Jetzt müssen halt andere in die Bresche springen. Wir haben einige, die das auch drauf haben."

Allerdings hat er auch einige Akteure zurzeit nicht zur Verfügung: Mit Norman Landgraf, Markus Schütz und Marco Ludwig weilen gleich drei Akteure in den Ferien. Johannes Demelle will etwas kürzer treten und Max Kummer fällt beruflich aus. Zudem steht hinter Michael Kuhn ein großes Fragezeichen, während Torwart Tobias Dötzer wohl nach seiner Verletzung in den Kasten zurückkehrt: "Die beiden Kilcher-Brüder sind nach der Urlaubszeit gut erholt und auch allmählich wieder auf dem Level. Nach der durchwachsenen Vorbereitung sollten wir also wieder eine wettbewerbsfähige Mannschaft haben."

Ein Saisonziel ist derzeit nicht zu bestimmen, denn Robert Schmitt wird von September an bis ins neue Jahr für einige Monate nach Australien reisen. Aber Schick zeigt sich mutig: "Ein einstelliger Platz könnte drinnen sein, wenn jeder von uns sein Potential abruft. Also fangen wir am besten am Samstag damit an."