Allmählich biegt der HC Erlangen auf die Zielgerade in der Saisonvorbereitung ein, Anfang September beginnt die neue Saison in der Handball-Bundesliga. Am Wochenende schnappte sich der Aufsteiger den Sieg beim Ernst-Thiel-Hummel-Cup in Merzig.

Nach zwei souveränen Siegen am Samstag gegen Hochdorf und Saarlouis, überzeugten die Mittelfranken auch im Halbfinale gegen den Liga-Konkurrenten aus Minden und zogen mit einer starken Leistung ins Finale des sehr gut besetzten Turniers im Saarland ein. In einem umkämpften Match gegen den Zweitligisten aus Saarlouis setzte sich die Andersson-Truppe schließlich im Siebenmeter-Werfen durch und sicherte sich den Turniersieg.

HC Erlangen - GWD Minden 22:19
Schon im Halbfinale trafen sich die beiden Bundesliga-Aufsteiger, wobei viele Zuschauer in der Halle diese Partie als Endspiel vorausgesagt hatten.
Doch die Niederlage der Ostwestfalen gegen den Zweitligisten aus Friesenheim sorgte dafür, dass die beiden Top-Teams schon in der Vorschlussrunde die Klingen kreuzten. Dominiert von zwei sehr aufmerksamen Abwehrreihen kam es in den ersten zehn Minuten zu kaum Zählbarem. Mit einer 9:8-Führung ging Minden in die Pause, auch weil der HCE die Chancen nicht mit der letzten Konsequenz nutzte.
Anders verlief der zweite Abschnitt. Vor allem der spanische Neuzugang Isaias Guardiola brillierte in den zweiten 30 Minuten mit einer sehr überlegten Entscheidungsfindung. Der Linkshänder fand eigentlich immer ein perfektes Anspiel oder sorgte mit seinen dynamischen Durchbrüchen für Torgefahr. Minden merkte man nach knapp 35 Minuten an, dass sie das hohe Temponicht mehr lange mitgehen konnten, so brachte der HCE ein Tor nach dem anderem zwischen sich und die Ostwestfalen. In der entscheidenden Phase zeigte Martin Stranovsky, warum er wohl zu den Besten der Welt auf der Linksaußen-Position gehört. Immer wieder wurde der slowakische Nationalspieler durch das schnelle Tempospiel freigespielt, auch aus kleinsten Winkeln versenkte Stranovsky sicher. Der HC gewann hochverdient mit 22:19.

HC Erlangen - Saarlouis 25:23
Über beide Tage hatte der HC Erlangen mit einer stabilen Defensive und einer sehr guten Chancenverwertung geglänzt. Zumindest Letzteres ließen die Schützlinge im Finale bis in die Endphase vermissen. Die HG Saarlouis hingegen nutzte ihre Chancen und konnte so früh einen kleinen Abstand aufbauen. Der HC Erlangen traf in den ersten 30 Minuten fast ausschließlich vom Siebenmeter-Punkt und musste zum Wechsel einem 8:11-Rückstand hinterherlaufen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild nur wenig, wenngleich der Bundesligist immer in Schlagdistanz blieb. Dies zahlte sich in der Schlussviertelstunde aus, die Chancenverwertung besserte sich. Martin Stranovsky und Ole Rahmel glichen das Spiel nach einer starken Aufholjagd und großer Moral in der Schlussminute aus. Für die Entscheidung sollte also das Siebenmeterwerfen sorgen. Stranovsky, Rahmel und Thümmler trafen, die HG Saarlouis scheiterte mehrfach an Keeper Katsigiannis. Obwohl HCE-Trainer Robert Andersson mit dem Turniersieg an sich natürlich zufrieden war, gab es gegen den Zweitligisten sicher noch verbesserungswürdige Phasen. "Ich bin beeindruckt, wie mein Team in der Schlussphase zurückgekommen ist. Wir haben aber keinesfalls die 50 Minuten davor übersehen. Diese müssen wir analysieren." red