791 Tage oder genau 26 Monate mussten die Gosberger auf ihr erstes A-Klassen-Spiel seit dem Gang in die unterste Liga warten. Eine Minute später war die Vorfreude verflogen. Mit einem Eigentor nach nicht einmal 60 Sekunden gab der TSV gegen die DJK Willersdorf sein Stelldichein. "So etwas schmeißt uns nicht um", sagt Spielertrainer Matthias Drummer fast trotzig. "In Gosberg sind wir das gewohnt."

Verballerter Elfmeter

Tatsächlich erholte sich der Aufsteiger von dem frühen Schock und erkämpfte sich ein 3:3. Im Nachhinein trotzdem zwei verschenkte Punkte. "Kurz vor Schluss haben wir noch einen Elfmeter verballert", erzählt Drummer. Sein Fazit nach zwei Spielen ist daher gemischt: "Wir erarbeiten uns immer Chancen. Ob wir sie dann nutzen, ist eine andere Sache. Wir können aber in dieser Liga mithalten."

Das bewies der TSV auch gegen Drügendorf.
Nach dem 1:1 ist Gosberg zwar weiter sieglos, aber auch noch ungeschlagen. Nur in der Anfangsviertelstunde scheint die Mannschaft noch nicht in der A-Klasse angekommen zu sein. Nach drei Minuten hieß es 0:1. "Wir sprechen das immer wieder an. Irgendwann wollen wir das mal abstellen", sagt Drummer. Denn nach dem hart erarbeiteten Aufstieg will der Klub ein Weilchen in der neuen Spielklasse bleiben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gosberger Weltenbummler

"Die A-Klasse ist perfekt, genau unser Niveau. Für die B-Klasse waren wir etwas zu stark, für die Kreisklasse reicht's noch nicht", findet der 40-Jährige. Da müsse man die Kirche schon im Dorf lassen. Leider hätten viele Gosberger Fußballer ihr Talent nicht im Dorf gelassen. Würden nur einige von ihnen für den TSV und nicht für - meist höherklassige - Vereine der Umgebung auflaufen; der Aufsteiger könnte ganz woanders spielen, sagen Kenner des Klubs.

Aber darüber möchte Drummer nicht sprechen. Seinem 17-Mann-Kader schenkt er absolutes Vertrauen. "Wenn uns Akteure verlassen hätten, wären wir schon tätig geworden, aber so sind wir ein guter Haufen", sagt der Dobenreuther. Einen Großteil machten die Einheimischen aus, zu denen er auch sich und vier Weitere aus dem Nachbarort ohne eigenen Fußballverein zählt. "Ich arbeite lieber mit Spielern, die weniger Talent haben, aber 100 Prozent geben", sagt Drummer, der bis auf eineinhalb Jahre in Mittelehrenbach seit 2007 TSV-Trainer ist.

Endlich Revanche für 2012

Dass man nur mit Unentschieden nicht die Klasse hält, weiß Drummer. Deshalb geht er selbstbewusst in die nächste Partie bei der Reserve des TSV Kirchehrenbach am Sonntag. "Ich sehe die Chancen bei 50:50. Wir wollen mindestens einen Zähler, lieber drei. Und so werden wir auch auftreten." Neben der Punktejagd geht es für Gosberg und Matthias Drummer noch um eine persönliche Revanche: "Kirchehrenbach hat uns 2012 mit 5:1 in die B-Klasse geschickt. Dank Verstärkung aus der Ersten."