Der "InFranken-Kick" aus der A-Klasse 4 brachte für Gastgeber Bärnfels die Erkenntnis, doch gegen Kirchenbirkig gewinnen zu können. Beim 2:1-Erfolg gegen die Regenthaler durchbrachen die Bären die schwarze Serie von elf sieglosen Spielen und setzten sich vom als Angstgegner gescholtenen SV etwas ab. Dennoch bleibt das Spitzenquartett eng beieinander. Während sich Verfolger Michelfeld beim 3:1 gegen Auerbach II schadlos hielt und mit zwei Partien weniger die besten Aussichten hat, bleibt auch Thuisbrunn trotz des weiteren Spielausfalls auf Tuchfühlung und könnte bei positiver Ausbeute der Nachholspiele zu den Bären aufschließen.

Kein gutes Niveau

Dass es zwischen Bärnfels und Kirchenbirkig allerdings kein fußballerischer Leckerbissen werden würde, war schon vor dem Anpfiff klar: der Regen der letzten Tage hatte den Untegrund seifig-schmierig gemacht, geplante Ballstaffetten waren kaum möglich. Trotzdem versuchten beide Teams unter den Voraussetzungen ihr Bestes. Schon nach drei Minuten verpasste Tobias Häfner eine Verlängerung nur knapp mit dem Kopf, kurz danach zog Spielertrainer Unterbuchberger ab, sein Schuss flog aber knapp am Kasten vorbei (8.).

Die Anfangsphase gehörte klar den Bärenfelsern, Martin Müller aus der Distanz (10.) und Tobias Häfner per Freistoß (16.) hatten weitere Gelegenheiten. Dann verflachte das Spiel ein wenig, der TSC entschleunigte etwas das Anfangstempo. 15 Minuten später war aber wieder Aufregung an der Seitenlinie angesagt: Unterbuchberger netzte per Kopfball zum vermeintlichen 1:0 (31.) ein - wegen einer angeblichen Abseitsstellung erkannte der Schiedsrichter den Treffer nicht an. Aus Sicht der Gäste eine korrekte Entscheidung, Bärenfels sah es natürlich anders.

Eine Führung des TSC zu diesem Zeitpunkt wäre verdient gewesen, was aber folgte, war ein Treffer der Kirchenbirkiger - auch dieser zog noch manche Diskussionen nach sich. Nach einem Foul an Rudroff im Strafraum - auch hier lag die jeweilige Betrachtungsweise der Mannschaften auseinander - zeigte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt. Grüner ließ sich diese Chance nicht entgehen - 0:1 (37.). Gerne wäre Kirchenbirkig mit diesem Spielstand in die Pause gegangen, allerdings hatte Markus Müller etwas dagegen. Praktisch mit dem Pausenpfiff traf er nach schöner Vorlage von Markus Forster per Kopf zum Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel kam Kirchenbirkig auch spielerisch besser zum Zug, es entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch - der mit zunehmender Spieldauer aber auch immer härter geführt wurde. Die Nickligkeiten häuften sich, allerdings verpasste es der Schiedsrichter, die Mannschaften mit mancher Verwarnung wieder in die Spur zu bekommen. So drohte ihm das Spiel phasenweise zu entgleiten. Daneben wurde im zweiten Durchgang natürlich auch noch Fußball gespielt. Grüner köpfte aus kurzer Distanz den TSC-Keeper an (56.) - und praktisch im Gegenzug fiel das 2:1 für Bärenfels.

Einen indirekten Freistoß aus 20 Metern zentraler Position tippte ein TSCler an, Tobias Häfner packte die Klebe aus und traf flach zur 2:1-Führung (57.). Christian Häfner (58.) und Unterbuchberger hätten dann sogar für eine Zwei-Tore-Führung sorgen können, ihre Schüsse segelten aber jeweils am Tor vorbei. Die Gäste aus Kirchenbirkig versuchten zwar, das Blatt noch einmal zu wenden - es ergaben sich aber kaum noch Torchancen. Und wenn, dann war Keeper Braungart zur Stelle, wie etwa beim Versuch von Sven Brütting (73.). In der Schlussphase schaffte es Kirchenbirkig nicht mehr, gefährliche Situationen zu kreieren - einzig ein paar gelbe Karten durfte der SV noch auf der Habenseite verbuchen.

Die Meinung der Trainer

Kirchenbirkigs Spielertrainer Thomas Riess war nach der Partie sichtlich angefressen. Die seiner Ansicht nach harte Gangart der Gastgeber brachte der 41-Jährige mit einem deutlichen Wink Richtung Schiedsrichter unmittelbar zum Ausdruck: "Wir haben durch einen unberechtigten Freistoß zum 2:1 das Spiel verloren. Jeder Spielzug wurde durch Foulspiele der Bärnfelser unterbrochen. Der Schiedsrichter hätte da stärker durchgreifen müssen." Aber auch das eigene Team wurde von der Missstimmung nicht verschont: "Unter dem Strich haben wir uns vor allem nach der Pause zu wenig gewehrt und zu wenig Leidenschaft gezeigt. In der zweiten Halbzeit hatten wir fast keine Torchancen."

Eine ganz andere Wahrnehmung hatte naturgemäß Engelbert Unterbuchberger, Spielertrainer der Bärnfelser, nach dem Sieg gegen den Angstgegner: "Es war ein typisches zerfahrenes Kampfspiel. Aufgrund der Platzverhältnisse war auch kein technisch gutes Spiel möglich. Es war klar, dass das heute kein Leckerbissen wird."

Seinem Kollektiv bescheinigte der 33-jährige, der außerdem Pech mit einem Abseitstreffer hatte, einen starken Auftritt: "Stellvertretend für meine Mannschaft, die eine tolle Teamleistung abgeliefert hat, nenne ich mit Alex Förster und Matthias Lang zwei Nachwuchsspieler, die sich enorm eingebracht haben. Garanten für den Sieg waren unsere starke Defensive und unsere Nadelstiche vorne." In seiner Prognose für die nahe Zukunft ist Unterbuchberger schon mutiger geworden: "Wenn wir nächste Woche auch bei Glückauf Auerbach bestehen können, halte ich Platz zwei als Ziel für realistisch."