Die fränkische Luft tut ihm gut: Wie am Fließband erzielte der gebürtige Hesse Andreas Göttmann Tore für den ASV Niederndorf. Erst schoss er den Verein in die Kreisliga, dann sorgte er für forsche Auftritte in der neuen Spielklasse. Im Juni brachte eine Schambeinentzündung die Tormaschine ins Stottern. Die Wartungsarbeiten am 27-Jährigen dauern noch an.

Wer hat Sie angespielt?
Andreas Göttmann: Constantin Büle vom TSV Hemhofen, der bis 2013 drei Jahre lang mein Coach in Niederndorf war. Ich habe von ihm geschwärmt, weil er die perfekte Mischung aus Trainer und Mitspieler war, dazu eine absolute Spaßkanone.

Wer hat Ihnen das Toreschießen beigebracht? 126 Treffer in 115 Spielen sind eine beeindruckende Quote.
Ich weiß nicht, ob es mir jemand beigebracht hat.
Gelernt habe ich es jedenfalls in Höchst im Odenwald, wo ich vor meinem Umzug nach Niederndorf gelebt habe. Wir haben dort in der hessischen Bezirksliga gespielt. Berufsbedingt bin ich hierher gezogen.

In der vergangenen Saison waren es "nur" 28. Geht's bei Ihnen schon bergab?
Ich glaube nicht, dass ich meine besten Jahre schon hinter mir habe. Wenn man regelmäßig trifft, kriegen das aber auch die Gegner mit und stellen sich darauf ein. Teilweise wurde ich 90 Minuten lang in Manndeckung genommen.

In dieser Saison sind Sie noch nicht zum Einsatz gekommen. Warum?
Ich plage mich seit Juni mit einer Entzündung des Schambeins herum. Dort setzen die im Fußball wichtigen Muskeln des Oberschenkels an. Ich bin zwar in Behandlung, der Heilungsprozess zieht sich aber. An Fußballspielen ist nicht zu denken, die Schmerzen sind unerträglich. Wenn es gut läuft, kann ich im Februar in die Vorbereitung einsteigen.

Der ASV scheint Sie zu vermissen.
Wir sind zwar mit fünf Pleiten gestartet, mittlerweile relativiert sich das aber, weil vier der Gegner zu den Spitzenteams der Liga gehören. In den letzten Jahren hatte die Mannschaft nie etwas mit dem Abstieg zu tun und ist die Situation daher nicht gewohnt. Jetzt ist aber jedem bewusst, worum es geht. Vor der Niederlage zuletzt in Uttenreuth haben wir immerhin acht Punkte aus vier Spielen geholt.

Was ist am Sonntag gegen Weisendorf drin?
Schon als wir noch in der Kreisklasse waren, haben wir uns gegen Weisendorf schwer getan. Da es ein Derby ist, wird es ohnehin heiß hergehen. Als Aufsteiger haben sie erst 16 Gegentore kassiert, aber ich denke, dass wir etwas Zählbares holen können.

An wen spielen Sie weiter?
An Jens Reinhardt, den Allrounder vom FC Herzogenaurach. Ich kenne ihn nicht nur von Spielen gegeneinander, sondern auch von der Arbeit. Mit ihm ist es wie mit jedem vom FCH: Wenn wir nicht auf dem Sportplatz stehen, verstehen wir uns super.