"Hallo, hier spricht Alex Zorniger, euer Trainer", lautet die Bandansage in der Geschäftsstelle des Fußball-Zweitligisten RasenBallsport (RB) Leipzig. Seit Mittwoch sind diese Worte überholt. Kurz nach der Meldung, dass sich derAufsteiger und Trainer Alexander Zorniger einvernehmlich trennen, gab der Verein dessen Nachfolger bekannt.

Der Stöckacher Achim Beierlorzer übernimmt das finanzkräftige und ambitionierte Team. Nach seinen Spielerstationen FC Nürnberg Amateure (bis 1988), SpVgg Jahn Forchheim (88/89), SpVgg Fürth (89-96) und SC 04 Schwabach (96-02) stieg der mittlerweile 47-Jährige ins Trainergeschäft ein.

Als Spielertrainer führte er den heutigen Kreisklassisten SV Kleinsendelbach in die Bezirksliga, bevor er in den Jugendbereich von Greuther Fürth (U17) wechselte. Erst zu Beginn dieser Saison bezog er denselben Posten beim aufstrebenden Ost-Klub in Leipzig. Ein Zwist zwischen Zorniger und RasenBallsport brachte ihm nun die rasche Beförderung.

Seinen Job als Sport- und Mathe-Lehrer am Gymnasium in Eckental hat er längst ruhen lassen. Und als 1,0-Absolvent der Fußballlehrer-Ausbildung des DFB 2013 eignet sich Beierlorzer zweifelsohne für diese Aufgabe. Ehemalige Weggefährten trauen ihm das ebenfalls zu.

Bertram Beierlorzer (Bruder und DFB-Stützpunkt-Trainer in Forchheim): Wir haben am Montag telefoniert. Da habe ich rausgehört, dass es mit Alexander Zorniger nicht mehr rund läuft. Die schnelle Reaktion hat mich trotzdem überrascht. Dass die Verantwortlichen Achim das zutrauen, obwohl er erst seit einem halben Jahr in Leipzig ist, spricht für seine Arbeit. Ich kenne die erste Mannschaft von RB Leipzig nicht. Wenn der kleine Bruder dort tätig ist, drückt man aber automatisch die Daumen.

Steffen Staudinger (Mitspieler beim SV Kleinsendelbach, jetzt TSV Brand): Die sechs Jahre unter Achim waren meine bisher schönste Fußballer-Zeit. Für diesen kleinen Ort hatten wir mit ihm einen Riesen-Erfolg. Er war auf und neben dem Platz eine Bombe. Ich hatte nie das Gefühl, dass er sich als Trainer abnutzt. Mich wundert nicht, dass er jetzt 2.-Liga-Trainer ist, hätte ihn aber eher bei Greuther Fürth erwartet. Wenn er mit seiner Art eine Euphoriewelle auslöst, ist der Aufstieg für Leipzig noch drin. Das Potenzial ist da.

Matthias Senftner (Mitspieler beim SV Kleinsendelbach, jetzt SV Ermreuth): Er war ein überragender Trainer, mein bester bisher. Es gab nicht viel, was er nicht wusste. Er hat uns Fußball vorgelebt. Als er nach Leipzig gewechselt ist, habe ich gesagt: Es wird nicht lange dauern und er ist Trainer der ersten Mannschaft. Die 2. Liga werde ich jetzt genauer verfolgen.

Horst Höhn (1988/89 Torwart bei Jahn Forchheim): Er war ein tadelloser, aufgeschlossener Typ, mit dem jeder zurecht kam. Seine Trainerkarriere hatte sich damals noch nicht abgezeichnet, er war aber noch jung. Er war kein Techniker, hatte aber unglaubliches Spielverständnis. Und er hat den Sport ernst genommen.

Kurt Finze (Mitspieler bei Jahn Forchheim, heute FC Schlaifhausen/Frauen): Er war trotz der kurzen gemeinsamen Zeit ein guter Kumpel. Wir hatten menschlich eine tolle Basis. Es freut mich für ihn, dass er diese schöne Herausforderung annehmen darf. Wie bei einem Joe Zinnbauer, mit dem ich beim SC 08 Bamberg gespielt habe und der jetzt den HSV trainiert, entscheidet sich so ein Werdegang natürlich erst später.

Bernd Kohler (1988/89 Libero beim Jahn, zuletzt SC Eltersdorf II): Er war ein Mannschaftsspieler, der wahnsinnig gekämpft hat. Immer top motiviert und fit. Er hat wenig Tore geschossen, seine Stärken waren die Zweikämpfe und das Läuferische. Ich habe mir damals natürlich keine Gedanken darüber gemacht, was 25 Jahre später ist, aber ich hätte mir ihn im Traineramt durchaus vorstellen können. Er war ein akribischer Arbeiter, der sich immer über die Aufstellung den Kopf zerbrochen hat. In der Fürther U16 hat er meinen Sohn Jörg trainiert.