Denn die ganze Wahrheit sieht wohl eher so aus, dass Katrin Lotter in ihren jungen Jahren fast schon eine Hausner Tischtennis-Institution ist. "Wir kommen aus einer Tischtennis-Familie", beschreibt die 26-jährige Blondine ihre Verbundenheit mit dem Tischtennissport, der sie nicht erst durch das 50-jährige Bestehen der Hausner Abteilung (2011) zu deren Gesicht gemacht hat.
Die Tischtennisabteilung der SpVgg wurde 1961 gegründet und besteht aus derzeit 97 Aktiven, die in vier Herren-, sechs Damen-, und je fünf Mädchen- und Jungenmannschaften, insgesamt also 20 Teams, im Rundenspielbetrieb stehen. Die Hausner stellen somit die zweitgrößte Tischtennisabteilung in Oberfranken.
"Ich bin mit Tischtennis aufgewachsen", sagt Katrin Lotter. Das hat auch etwas mit ihrer Mutter Irene zu tun, die ebenfalls aktiv ist, derzeit noch in der dritten Damenmannschaft, und als Kassenführerin der Abteilung zum Vorstand gehört. Ihr Bruder Steffen war ebenfalls aktiv, wechselte dann aber die Sportart und ist nun Triathlet. Mit ihrer zwölfjährigen Schwester Susi wächst gerade ein weiteres Talent heran und sorgt dafür, dass der Name Lotter auf lange Sicht hinaus im Hausner Tischtennis präsent bleibt.
Diesen Weg hat auch Katrin genommen, spielte in der Mädchenmannschaft und brachte es dort bis in die Bayernliga - der höchsten Liga, die man in der Jugend erreichen kann. Mit 16 Jahren kam sie prompt in die erste Damenmannschaft, war dort zunächst in der Oberfrankenliga und ist seit etlichen Jahren in der Landesliga mit ihrer Mannschaft eine feste Größe.

In der Landesliga auf Platz 5


In der Landesliga Nord/West stehen die Hausner Damen derzeit auf Rang 5, unmittelbar hinter dem Konkurrenten vom TTC Neunkirchen am Brand, und mit dieser Platzierung ist Katrin in Anbetracht der Umstände auch zufrieden: "Das Ziel ist ohnehin ein Mittelfeldplatz. Wenn das klappen würde, wäre das sehr schön."
Im Vergleich zu anderen Vereinen, auch aus der näheren Umgebung, haben die Hausner Tischtennismannschaften einen Vorteil, den Katrin Lotter auch als solchen empfindet: "Wir haben genügend Damen. Damit haben wir auch die Möglichkeit, miteinander zu trainieren." Denn die Landesliga-Mannschaft der Damen könne mit einigen Herrenteams durchaus mithalten - und das unterscheide die SpVgg Hausen von anderen Vereinen, in denen es nur Herrenmannschaften gebe. Besonders gern spielt Katrin Lotter Doppel und hat hier mit ihrer aus Burk stammenden Mannschaftskameradin Karin Schmitt eine feste Spielpartnerin.

Im Sommer Tennis


Wenn die Tischtennisrunde zu Ende ist, geht Katrin in die Tennisrunde, einem verwandten Sport, dem sie ebenfalls ausgiebig frönt. Für sie ist das ein willkommener Ausgleich zum Hallensport. Was Katrin richtig stört, ist das "falsche Image", das dem Tischtennissport häufig angehängt wird. Er sei "nicht besonders anstrengend", heißt es da oft, als würde da ein Schachspieler über die Liter Schweiß philosophieren, die er beim Training vergießt. "Aber da hat jemand wohl Tischtennis mit Pingpong verwechselt", kann Katrin durchaus heftig werden.
Die meisten würden Tischtennis nur als Urlaubsvergnügen am Strand kennen. "Diese Leute sollten einmal sehen, wie man sich beim Tischtennis auspowert - vorausgesetzt, man betreibt es richtig, nämlich unter Wettkampfbedingungen", meint die Hausner Spitzenspielerin. Noch besser wäre es freilich, man würde sich selbst einmal an der Platte unter den Leistungsdruck stellen, im Ligabetrieb, nicht nur in der Landesliga, seinen Mann oder ihre Frau stehen zu müssen. Allen, die jetzt vielleicht ein wenig Mitleid mit Katrins Vater verspüren, sei ein wenig Balsam auf die Wunden geträufelt: Harald Lotter ist Schwimmer beim SSV Forchheim und hatte sich immer gewünscht, dass seine Kinder auch einmal Schwimmer werden. Stattdessen wendeten sich alle dem Sport der Mutter zu und wurden Tischtennisspieler. "Für meinen Vater war das hart", schmunzelt Katrin, die während der Abiturzeit selbst als Jugendtrainerin tätig war, dies aber durch die berufliche Belastung aufgeben musste.
Auch ihr Bruder Steffen ist als Jugendtrainer tätig, aber bereits fest zum Triathlon "übergelaufen". Dort gehört nicht nur Laufen und Radfahren zu den Sportarten, die er betreiben muss, sondern auch Schwimmen. "Mittlerweile legt er bessere Schwimmzeiten vor als sie sein Vater hatte", meint Katrin, "und damit ist der Familienfriede gerettet."

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Weitere Informationen zur Person finden Sie im Fränkischen Tag vom Samstag, 14. Januar.