Mit dem knappen 1:0-Sieg über den SV Hiltpoltstein wahrte die SpVgg Weißenohe die weiße Heim-Weste und führt weiterhin das Feld der Fußball-Kreisklasse 3 an. In einem spannenden Spiel vor 210 Zuschauern, das jedoch erst mit Beginn der zweiten Halbzeit an Fahrt aufnahm, war es Spielertrainer Matthias Senftner vorbehalten, seine Leistung mit dem einzigen Treffer der Partie 13 Minuten vor Abpfiff zu krönen. Bemerkenswert deshalb, weil Senftner in diesem Jahr verletzungsbedingt in keiner Partie mehr als 15-minütige Kurzeinsätze absolvieren und nun erstmals von Beginn an auflief und durchspielen konnte.

Vor den Augen zahlreicher Mitkonkurrenten begann das Spitzenderby zwischen dem Tabellenführer und dem Dritten sehr zurückhaltend. In den ersten 30 Minuten kam es zu keiner herausgespielten Chance.
Meist hoch vorgetragene Bälle in den jeweils gegnerischen Strafraum nach Standardsituationen waren das einzige probate Mittel, um wenigstens halbwegs für Gefahr zu sorgen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es beim "Ausbildungskurs für Hunde aller Rassen" auf dem Gelände des Schäferhundvereins neben dem Sportplatz wesentlich lebhafter.

Faires Spiel

Dann war aber Schluss mit lustig, als Benjamin Bayerleins Schuss von Andreas Held vom "HSV" auf der Linie geblockt wurde. "Fuzzy" Friedrich holte sich anschließend, als er im Mittelfeld gefoult wurde, vom umsichtig leitenden Schiedsrichter Karlheinz Doneff die einzige Verwarnung des trotz der Bedeutung bemerkenswert fairen Spiels wegen Meckerns ab. Doneff lieferte eine tadellose Partie.

Der zweite Abschnitt sollte für die erste Halbzeit entschädigen. HSV-Trainer Schmeller, der sich zur Pause einwechselte, belebte die Offensive spürbar. und wühlte sich mit einer Doppelchance (56. und 57.) ins Spiel. Doch auch die SpVgg legte nach. In dieser Drangphase unterlief Gästespieler Christian Ruder fast noch ein Eigentor, aber der Heber konnte von Kredel über den Kasten geklärt werden (72.). Als Friedrichs Pass auf Schmeller wieder nicht den Weg ins Tor der Gastgeber fand (75.), folgte die Entscheidung auf der anderen Seite: A. Bayerlein legte die Kugel mit dem Kopf auf Senftner, der in den Gästestrafraum einzog und so lange zögerte, bis Torwart Kredel eine Reaktion zeigte.

Dann war die Lücke da, und Senftner hob die Kugel ins lange Eck zum 1:0-Siegtreffer (77.). Plötzlich rannten die "Hippos" den "Klosterern" beinahe die Bude ein, deren Fans in der 83. Minute ein Foulspiel an Trainer Schmeller im Strafraum wähnten. Nach Friedrichs Eckball stieg Schmeller ebenfalls am höchsten, konnte den Kopfball aber nicht weit genug nach unten drücken (85.). Als nach einer weiteren Friedrich-Ecke der in diesem Spiel blasse, aber ansonsten kopfballstarke Co-Trainer Stefan Erhardt vorbeisegelte (89.) gab es in der Nachspielzeit nochmals eine knifflige Szene. Der nach hinten geeilte Stürmer A. Bayerlein traf nach Meinung von Gästelibero Robert Fritzsche dessen Standbein beim Abwehrversuch (93.), aber der folgende Pfiff war das Signal zum Spielende.

Die Meinungen der Trainer

Weißenohes Spielertrainer Matthias Senftner war nicht nur über sein Tor happy, sondern vor allem, weil seine Mannschaft geduldig blieb: "Wir haben uns nach und nach ein leichtes Übergewicht erarbeitet um dann folgerichtig in einen Treffer umgemünzt. Letztlich war der Sieg dadurch auch verdient." Von der Meisterschaft will der 29-jährige aber noch nicht reden und sich zunächst auf die beiden folgenden Derbys gegen Wichsenstein und Gräfenberg konzentrieren.

Hiltpoltsteins Spielertrainer Stefan Schmeller war nach Abpfiff zunächst schnell verschwunden und zog sich samt Team in die Kabine zurück, um die Wunden zu lecken. Dennoch gab sich der 37-jährige Übungsleiter des "HSV" als fairer Verlierer: "Mit ein paar Minuten Abstand muss man den verdienten Sieg der Weißenoher neidlos anerkennen." Schmeller sieht durch diese Niederlage noch keine Entscheidung im Kampf um den Aufstieg gefallen, und glaubt noch an die eigene Chance. Torhüter Philipp Kredel, der mit hängendem Kopf aus der Kabine schleicht, versucht Schmeller aufzubauen: "Nicht traurig sein, das nächste Mal sind wir wieder dran."

Fazit

In der Kreisklasse 3 könnte es heuer einen Durchmarsch der Weißenoher geben. Was anfangs nach den ersten Siegen noch von der Konkurrenz als "Aufstiegseuphorie" abgetan wurde, entwickelte sich nach und nach als ernstzunehmendes Phänomen. Auch der von vielen Experten erwartete "Einbruch" im Herbst fand bis zum heutigen Tag noch nicht statt. Außerdem hatte Abteilungsleiter Klaus Wölfel vor der Saison ein glückliches Händchen, als er es schaffte mit der Verpflichtung von Matthias Senftner, den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt als Spielertrainer zu holen.

Statistik

SpVgg Weißenohe: Hauenstein - Maußner, Ch. Kögel, St. Hager, B. Hager, Senftner, M. Kögel, B. Bayerlein, A. Bayerlein, Spörler, Biermaier (Schwarz, Hibbeln, Quenzler) / SV Hiltpoltstein: Kredel - Beck, Rabe, Held, R. Fritzsche, Vetter, Ruder, Erhardt, Beißer, Friedrich, M. Fritzsche (Schmeller, Heinlein, Grüner) / SR: Doneff (DJK Weingarts) / Zuschauer: 210 / Tor: 1:0 Senftner (77.)