Die Walberla-Kicker machen es spannend und muten ihren Anhängern am Mittwoch in Ebermannstadt ein drittes Relegationsspiel gegen den FC Burk II (18.30 Uhr) zu - die allerletzte Chance in dieser Spielzeit. Am Ende trafen die beiden torgefährlichsten Stürmer der Happurger, obwohl Schlaifhausens Trainer Wolfgang Auer eindringlich vor Spielertrainer Tobias Ascher und dessen Sturmpartner Tim Kaller, die 33 und 30 Saisontreffer erzielten, warnte: "Solche Leute kannst du nie völlig aus dem Spiel nehmen. Bis dahin hatten meine Leute sie auch im Griff, aber der Schiri übersah beim 0:1 ein Handspiel von Ascher und der zweite Treffer war Abseits. Jetzt gilt es Mund abwischen und durch".

Die Frage vor Anpfiff war, wie beide Reihen ihre bisherigen kräftezehrenden Aufgaben im physischen und psychischen Bereich verkraftet haben. Für die Happurger war es bereits der dritte Auftritt binnen neun Tagen.
Allerdings hatten die in der ersten Runde spielfreien Schlaifhausener nach der verlorenen Hitzeschlacht gegen Hüttenbach II die deutlich kürzere Erholungsphase. Zudem fehlte Neu-Coach Christian Hassa krankheitsbedingt.
Während die Happurger versuchten, mit hohen und weit vorgetragenen Bällen ihren hochgewachsenen Spielertrainer Ascher zu finden, spielte Schlaifhausen von hinten heraus und mühte sich um Raumgewinn. Allerdings schaffte es die Auer-Truppe kaum, in den ersten 30 Minuten Gefährliches zu produzieren. Happurg kam nach Ecke von Sven Kaller und der Kopfballabnahme seines Bruders Tim, sowie durch einen schnellen Gegenstoß von Kugler zu ersten Halbchancen (4./7.). Johannes Pieger sorgte für Atemstillstand in seinen Reihen, als ihm beinahe ein Kopfball ins eigene Netz unterlief (22.).

Endlich kam auch Schlaifhausen in Person von Johann Hatu vor das Tor von Christian Ascher, doch der Heber ging über Keeper und Kasten (30.). Nochmals Hatu ballerte aus der Distanz daneben (32.), und Florian Kroder hatte nach zu kurzer Kopfballabwehr von Michael Oberleitner die Führung auf dem Schlappen (41.), vergab allerdings.

Keine Treffer zur Pause

Ein Leichtsinnsfehler vom ansonsten bemühten Simon Weisel brachte Ascher nochmals in Position und dessen Flachschuss passierte Farr und Pfosten nur denkbar knapp (43.). So ging es torlos in die Pause. Alles in Allem: Wie befürchtet plätscherte die Partie in den ersten 45 Minuten vor sich hin. Hundertprozentige Chancen gab es quasi überhaupt nicht.

Happurg kam besser aus der Pause und Sven Kaller zirkelte einen Freistoß an den Innenpfosten (46.), der ein großes Durcheinander in der Hintermannschaft Schlaifhausens offenbarte. Die in der ersten Halbzeit mit nur einer Verwarnung wie ein Freundschaftsspiel anmutende Partie wurde verbissener. Happurgs Spielertrainer Ascher setzte sich nach einer knappen Stunde vehement gegen Johannes Pieger und Reinhard Niebler durch und erzielte per Flachschuss durch die Beine von Felix Lenke ins lange Eck die 1:0-Führung für sein Team (56.). Niebler reklamierte bei Referee Theisgen vergeblich ein vorangegangenes Handspiel des Torschützen. Bereits eine Minute später schien die Messe für die Walberla-Kicker gelesen , nachdem Johannes Pieger nach wiederholtem Foulspiel per Gelbrot zum Duschen durfte. In Überzahl kamen die Happurger durch Aschers Kopfball sofort gefährlich vor Farr, der die Kugel aus der Ecke fischte (62.). Und ein nicht gegebener Treffer wegen Foulspiels (66.) schien das Leiden der Schlaifhausner nur zu verlängern. Roland Meixner hatte dann wie aus dem Nichts die große Ausgleichchance für die Auer-Truppe (72.), aber Tim Kaller beendete deren Hoffnungen, als er alleine vor Farr auftauchte und cool zum 2:0 in die Ecke spitzelte (77.). Auch bei diesem Treffer sahen sich die Vizemeister der A-Klasse 3 benachteiligt und wähnten eine Abseitsstellung. Es half nichts. Zwar kam Schlaifhausen nach der Hinausstellung von Kugler und der gleichzeitigen Hereinnahme von Andre Finze noch zu guten Möglichkeiten; so kratzte Oberleitner die Kugel nach einem Durcheinander von der Linie (86.), und Andreas Steiner brachte die Hereingabe von Finze nicht über die Linie (88.). Aber auch Ascher hätte die Führung nach einem Konter fast noch auf 3:0 hochgeschraubt (86.). Sven Kaller traf in der Schlussminute den Pfosten.

Schlaifhausens zweiter Vorsitzender Stefan Pieger, der dem auf den Zahnfleisch robbenden Kader als Ergänzungsspieler aushalf, richtete seine Kameraden nach Abpfiff wieder auf: "Wir haben mit einer jungen Truppe tolles geleistet heuer und werden uns gegen Burk so teuer als möglich verkaufen, um unseren Trainer Wolfgang 'Molly' Auer gebührend zu verabschieden. Jetzt sammeln wir bis Mittwoch Kräfte und dann werden wir nochmals alles auf die Schippe legen. Versprochen."