Beim Infranken-Kick in der B-Klasse 2 revanchierten sich die Gäste aus Bammersdorf mit einem 4:2-Sieg in Weigelshofen für die 0:2-Niederlage zum Saisonauftakt. Beim Spiel Dritter gegen Fünfter gingen die Gäste schnell mit zwei Toren in Führung, doch die DJK egalisierte kurz vor der Pause. Zwei weitere Tore des SV just in einer Phase, als Weigelshofen das Spiel scheinbar unter Kontrolle bekommen hatte, sowie ein Platzverweis nach dem Blackout eines Heimakteurs, brachten Bammersdorf nun doch die drei Auswärtspunkte. Überragender Akteur war Doppeltorschütze Patrick Gnad, der mit 17 Treffern auch die Torschützenliste der B-Klasse 2 anführt. Einen Tag nach seinem 31. Geburtstag holte Gnad zudem den Elfmeter zur 3:2-Führung heraus, welcher am Ende die Vorentscheidung einläutete.

Bammersdorf macht Dampf

Schon vor Anpfiff des Eggolsheimer Gemeinde-Derbys standen die Sterne nicht gut für die DJK. Trainer Matthias Nagengast musste in den Tagen zuvor seinen Kader dreimal umbauen, Fabian Nikodemus und Benedikt Nagengast, beide im Polizeidienst, fehlten. Dann legten die Gäste aus Bammersdorf auch noch los wie die Feuerwehr und überrumpelten die Hausherren mit einem kampfbetonten Pressing. Nahezu jeder Spielaufbau wurde im Keim erstickt, mit erzwungenen Fehlern kaufte der SV der DJK den Schneid ab und erspielte sich nach und nach Chancen. Jan Steinbrücker, von Gnad auf den rechten Flügel geschickt, setzte sich gegen den Ex-Bammersdorfer Clark Lynn durch und flankte nach innen. Dort spitzelte Heiko Netter vor DJK-Kapitän Andreas Kauer die Kugel zum 0:1 (8.) ins Netz. Kaum erholt von diesem Schock patzten die Hausherren beim Spielaufbau und der SV legte nach. Gnad kam am Strafraum trotz Bedrängnis von Jonathan Hofmann und Abwehrchef Markus Krämer zum Abschluss und zirkelte, obwohl Torhüter Dominik Roppelt noch mit den Fingern dran war, mit dem Außenrist zum 0:2 in die Maschen, (12.). Gnad war nicht an die Kette zu legen. Er versuchte es aus der zweiten Reihe ebenso wie mit einem Drehschuss, der haarscharf über das Gebälk zog (22.).

Nachdem SV-Keeper Dirk Lauterbach einen Angriff von Bernd Dorn noch zur Ecke abwehrte, war er nach dem folgenden Standard machtlos. Denn Christian Hinz donnerte die Hereingabe von Markus Birkel mutterseelenallein vom Fünfer ins Netz zum 1:2 (24.). In der Folge brachten zwei Freistöße Gefahr durch Bammersdorf (36./39.). Mit einer weiteren Doppelchance hätte der SV im ersten Abschnitt mehr als den Grundstein zum Sieg legen können. Zunächst rutschte Steinbrücker die Kugel über den Schlappen (41.), dann schoss Gnad aus fünf Metern übers Tor (42.). Kurios war der Ausgleich kurz vor der Pause. Ein zweiter Ball, von außerhalb auf den Rasen geflogen, irritierte SV-Verteidiger Daniel Ach derart, dass er zuerst das Duplikat ins Seitenaus zurückspielte und den eigentlichen Spielball vernachlässigte. Inzwischen startete Gegenspieler Dorn auf dem rechten Flügel durch, flankte nach innen und Friedrich ließ nur noch zum 2:2 abtropfen (44.).

Die Hausherren kamen motivierter aus der Pause, ohne zunächst Chancen zu haben. Dennoch schien die erstmalige DJK-Führung nur eine Frage der Zeit, plötzlich wirkten die Gäste gehemmt. Doch Bammersdorf schlug genau zum richtigen Zeitpunkt zurück. Abermals drang Gnad trotz Doppeldeckung in den Strafraum ein und ging nach einem Trikot-Zupfer zu Boden. Referee Kretschmer zögerte keine Sekunde und zeigte unter dem Protest der Gastgeber auf den Punkt. Netter verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:3 (58.). Wie schon mehrfach zuvor, zirkelte Schmitt einen Freistoß in Manier von HSV-Legende Manni Kaltz auf Gnad. Diesmal passte der Kopfball-Aufsetzer und flog zum 2:4 in die Maschen (68.). Vielleicht war die sich anbahnende Niederlage zuviel für Dominik Welsh, bei einem Totalaussetzer trat er Schmitt mit Absicht von hinten um. Folgerichtig gab es Rot (70.). Doch Weigelshofen gab nicht auf und gab zu zehnt nochmals alles. Dorn vergab die letzte DJK-Chance, als er zu hoch anvisierte (87.) - dann war Schluss.

Die Meinung der Trainer

Andreas Welsch, mit Koschmieder gleichberechtigter Coach bei den Gästen, notierte alles mit und zog mit Mappe unter dem Arm Bilanz: "Wir sind sehr gut reingekommen und gingen verdient in Führung. Dann aber kam der Schlendrian auf mit zwei bescheuerten Gegentoren, vor allem das Ding beim Ausgleich war unsäglich. Durch sachliche Ansprache in der Halbzeit haben wir uns aufs Wesentliche konzentriert und auch in der Höhe verdient gewonnen. Der Elfer war berechtigt, der Platzverweis ebenfalls."
DJK-Trainer Matthias Nagengast war nicht unzufrieden und gratulierte zunächst dem Gegner: "Glückwunsch an Bammersdorf, wir haben vielleicht das Spiel schon mit unserem schlechten Beginn hergegeben, obwohl nach der Steigerung und trotz Unterzahl immer noch zumindest ein Remis möglich gewesen wäre. Wir haben davor zu wenig dagegengehalten, obwohl wir das vorhatten. Nach dem Anschluss ging nochmals ein Ruck durch die Mannschaft und wir waren nach der Pause dem 3:2 näher. Es ist müßig, über Schiri-Entscheidungen zu diskutieren, aber der Elfmeter war keiner, der Bammersdorfer hätte den Ball nie mehr bekommen und lässt sich einfach fallen."