Zwei Ereignisse bewegen derzeit die Karatekas im Shotokan Zentrum Forchheim: Zum einen hat Bernd Krämer mit 58 Jahren in beeindruckender Weise die Prüfung zum 4. Dan bestanden. Zum anderen hat die äußerst talentierte Milena Stefanova als jüngste Teilnehmerin viel Erfahrung bei der deutschen Meisterschaft gesammelt und - trotz Niederlage - einen guten Kampf geliefert.
Seit drei Jahren trainiert Maschinenbau-Ingenieur Bernd Krämer erst in Forchheim, obwohl er sich dem Karate schon seit 29 Jahren mit großer Leidenschaft verschrieben hat. Ein beruflicher Wechsel von der Eifel nach Franken führte ihn ins Shotokan-Zentrum. Für ihn war es sehr wichtig, einen Verein zu finden, in dem er seinen Sport auf einem entsprechend hohen Niveau weiterführen konnte.


Krämer lässt sich nicht bremsen

Beim SKZ in Forchheim ist er seither ein regelmäßiges und hart
trainierendes Mitglied der Karate-Kämpfer um das Trainergespann Silvia und Oliver Schnabel. Nun hat Bernd Krämer nach fast zwei Jahren Vorbereitungszeit die Prüfung zum 4. Dan erfolgreich abgelegt. Mit 58 Jahren zählt man nicht zum alten Eisen, aber um eine Graduierung wie den 4. Dan in einer japanischen Kampfsportart abzulegen, bedarf es eines intensiven Trainings. Denn Krämer legte die Prüfung in der Kategorie stiloffenes Karate ab. Er reiste in die Eifel zu seinem alten Verein, um bei einem dreitägigen Seminar unter den Augen seines alten Lehrers die Prüfung zu absolvieren. Voraussetzung für die Zulassung war ein Mentor, der die Vorbereitungszeit des Prüflings kontrolliert, wenn erforderlich korrigiert und letztlich dafür Sorge trägt, dass die Fertigkeiten ausreichen, um die Prüfung zu bestehen. Dieser Mentor war Oliver Schnabel. Er begleitete Bernd Krämer in dieser Zeit und erarbeitete mit ihm alle Feinheiten, um vor den kritischen Augen des Prüfers zu bestehen.
Wie intensiv die Vorbereitung war, zeigt eine Begebenheit während eines Fluges von Fuerteventura nach Deutschland. Sein früherer Trainer hatte Krämer während eines Trainingslagers auf Fuerteventura gesagt, dass eine bestimmte Kata, also ein symbolischer Kampf gegen mehrere Gegner mit vorgeschriebenen Techniken, noch nicht prüfungskonform sei. Um keine Zeit zu verlieren, übte Krämer diese Kata während des Heimfluges in der Toilette des Fliegers.
Krämer bestand die Prüfung schließlich mit Bravour. Auf die Frage, was an diesem Sport für ihn das Besondere sei, antwortete Krämer: "Zum einen einfach die Freude an der Bewegung und zum anderen der intellektuelle Anspruch, das Lernen von Beharrlichkeit um ein Ziel zu erreichen und nicht zuletzt Demut und Bescheidenheit. Und genau das kennzeichnet diesen Sport."


Stefanovas erster Auftritt

Ihren ersten großen Auftritt hatte Milena Stefanova vom SKZ Forchheim bei den deutschen Jugend-Karate-Meisterschaften im Glaspalast des Messezentrums in Erfurt. Die Dimensionen waren beeindruckend: Acht Wettkampfflächen und zusätzlich vier Plattformen zum Aufwärmen. Für diese Meisterschaften müssen sich die Teilnehmer über die Landesmeisterschaften qualifizieren und somit war das Niveau sehr hoch. Die amtierende Jugendeuropameisterin Johanna Kneer aus Regensburg war am Start - und Stefanova hatte gleich einen schweren Brocken als erste Gegnerin. Sie musste gegen Kneers Trainingspartnerin, Janina Murawski, antreten. Mutig und mit ihrem unbändigen Willen ging sie den Kampf an, musste dann jedoch die Überlegenheit ihrer Gegnerin akzeptieren. Stefanova war die jüngste aller Teilnehmerinnen und sammelte hier nun erste Erfahrungen, um im kommenden Jahr wieder anzugreifen.