Der Infranken-Kick im Derby der Kreisliga 2 zwischen Weingarts und Ermreuth endete mit einem Remis. Ein Resultat, das den Gästen vermeintlich mehr hilft als den Hausherren, die den Anschluss an die Spitze zu verlieren drohen. Dabei begann Maigisch druckvoll und hätte in der ersten halben Stunde die Weichen in der intensiven und von Dauerregen geprägten Partie auf Sieg stellen müssen, aber SV-Spielertrainer Maik Sprenger sprengte die DJK-Abwehr zweimal. Die Begeisterung der 165 Zuschauer über das "Fritz-Walter-Wetter" hielt sich in Grenzen.

Während die beiden Führenden der Liga, Brand und Diepersdorf, wie erwartet ihre Heimpartien deutlich gewannen, ließen auch alle anderen Verfolger bis Rang 8 Federn. Weingarts bleibt daher aufgrund zweier Nachholspiele noch am aussichtsreichsten im Rennen, darf sich aber keine weiteren Ausrutscher leisten.
Doch auch Ermreuth darf sich nur kurz über das Remis freuen, denn durch Punktgewinne der Konkurrenz schrumpfte der Abstand zum Schleuderplatz sogar auf einen mickrigen Zähler.

Keine Zeit zum Abtasten

Schon nach drei Minuten prüfte der zunächst gut aufgelegte Philipp Nagengast Gäste-Torhüter Frank Weiland, der aber, wie beim Nachschuss von Matthias Werner, prima parierte. Im direkten Gegenzug lenkte DJK-Verteidiger Tobias Link eine Flanke von Andreas Hammerand gefährlich aufs eigene Gehäuse, doch Andreas Binner klärte mit den Fingerspitzen. Schon zwei Zeigerumdrehungen später gelang den Hausherren die Führung, als sich Weiland und Christopher Klenner bei Nagengasts Flanke nicht einig waren und DJK-Spielertrainer Hannes Decher mit dem Hinterkopf einlochte (7.).

Direkt nach dem Anstoß erkämpfte Florian Erlwein den Ball und zog ab, doch in letzter Sekunde wehrte Kapitän Christian Kreisl zur Ecke ab. Die Gäste kamen nur sporadisch durch Freistöße von Sprenger zu Chancen, der zweimal nach Foul an Mathias Hammerand aufs DJK-Gehäuse zirkelte, aber knapp scheiterte (13./17.).
Stattdessen bereitete Erlwein das 2:0 vor, als Weiland dessen scharfe Hereingabe nicht festhalten konnte und das nasse Leder vor die Füße von Matthias Werner prallte, der keine Mühe hatte zu vollenden (20.). Als Decher auf und davon war, hinderte ihn Christopher Klenner mit einem taktischen Foul daran, in den Strafraum einzudringen und die Vorentscheidung herbeizuführen. Dafür gab es zurecht die Verwarnungskarte (30.).

SV löst sich aus Umklammerung

Danach verflachte die Partie, die Gäste lösten sich allmählich von der Umklammerung und setzten ihrerseits nach. Ein hoher Ball, bei dem sich die Abwehr um Jonas Haller sowie der herauseilende Binner uneins waren, brachte den SV plötzlich ins Spiel zurück. Ein bisschen hatte sich der Anschlusstreffer allerdings abgezeichnet: Sprenger hatte den Braten gerochen und lupfte die Kugel über den Keeper, um sie kurz vor der Torlinie per Kopf in die Maschen zu nicken (35.).

Danach hatte Nagengast großes Glück, ungeschoren aus seinem ungestümen Zweikampf gegen Weiland davonzukommen. Beim energischen Nachsetzen verletzte er den Ermreuther Torwart, der bereits zum Befreiungsschlag ausgeholt hatte und zur Pause vom Feld musste. Noch vor dem Seitenwechsel drosch Werner nach Blackout in der SV-Abwehr mutterseelenallein aus zehn Metern über die Latte (43.). Aber auch Ermreuth scheiterte, als nach Andreas Hammerands geblocktem Versuch Sprenger Richtung DJK-Tor spitzelte, Haller die Kugel jedoch für den geschlagenen Binner von der Linie kratzte.

Die Ermreuther machten nach Wiederanpfiff da weiter, wo sie aufgehört hatten, ließen Ferdinand Drummer nach einer abgewehrten Ecke aber an der Sechzehner-Linie ans Visier. In Rückenlage zog dieser über den Querbalken. Nach einem undurchschaubaren Gewühl im DJK-Strafraum, bei dem Andreas Hammerand und mehrere Maigischer Hände im Spiel waren, ging der Ermreuther zu Boden. Referee Johannes Gründel, der sich vor allem im zweiten Abschnitt nicht über Arbeit beklagen durfte, zeigte zielsicher auf den Punkt und Sprenger verlud Binner zum Ausgleich (54.).

In der Folge wurde die Partie deutlich ruppiger und ein hartes Einsteigen von Simon Dimter an Mathias Hammerand direkt vor der SV-Bank erhitzte die Gemüter. Nun erhöhte Maigisch wieder die Schlagzahl und Erlwein nutzte fast ein Zögern von Andreas Friedrich, das der neue SV-Keeper Christopher Sander klasse ausbügelte (63.). Mathias Hammerand rettete kurz danach mit der Brust für den geschlagenen Sander nach Heber von Nagengast (69.), der anschließend ebenso aus der zweiten Reihe scheiterte.
Auch bei Erlweins Kopfball blieb Sander Sieger (73.), während auf der Gegenseite Haller per Fußabwehr für Binner nach Sprenger-Freistoß rettete (79.). Ein angebliches Nachschlagen von Andreas Liebel gegen Andreas Hammerand, die sich zuvor im Zweikampf auf dem Boden verkeilten, zeigte, wie verbissen in der Schlussphase gekämpft wurde. Weingarts rannte wütend, aber meist kopflos an, ein Lattentreffer aus der zweiten Reihe war die letzte gute Chance. Die Gäste landeten fast noch den Lucky-Punch, als Andreas Hammerand aus der Drehung abzog, aber Binner die Kugel aus dem Winkel fischte (88.).


"Müssen den Sack zumachen"

Das Fazit von Robert Larisch, der mit Hannes Decher das DJK-Trainerduo bildet: "Damit können wir nicht zufrieden sein, wir müssen den Sack schon nach 30 Minuten mit drei oder vier Toren zumachen. Die Gäste haben nicht wirklich viel zum Spiel beigetragen, aber letztlich sind wir dafür selbst verantwortlich, weil wir deren Schwächen nicht nutzten. Ganz klar zwei verlorene Punkte, so erreicht man seine Ziele nicht."

Drei vorzeitige Oster-Geschenke

Ermreuths Übungsleiter Maik Sprenger wusste, dass sich der Punktgewinn mehr für die Moral als für die Tabellensituation auszahlt: "Es war kein unverdientes Unentschieden, aber wir haben sehr mäßig begonnen. Die Gegentore waren Geschenke, solche Fehler müssen wir abstellen. Andererseits war mein erstes Tor auch ein Geschenk. Den Punkt haben wir uns durch die kämpferische Leistung verdient, weil wir als Mannschaft aufgetreten sind."