Nufringen — Zum zweiten Mal nach 2010 war der Radsportverein Nufringen Gastgeber für die deutschen Juniorenmeisterschaften im Hallenradsport. Im Radball, Radpolo, Kunst- und Einradfahren wurden hier die nationalen Titel vergeben. Einen davon holte sich Lukas Kohl von der Concordia Kirchehrenbach.
Nachdem sich das Talent aus dem Forchheimer Landkreis bereits vor zwei Wochen die EM-Teilnahme gesichert hatte, wollte es in Nufringen den nächsten Schritt in seiner bislang so erfolgreichen Saison machen. Doch die Konkurrenz in seiner Disziplin, dem Einer-Kunstradfahren, ist groß. Vor allem seine Nationalmannschaftskollegen Adam Kottmann aus Penzberg und Marcel Jüngling aus Dornheim waren ebenfalls heiße Titelanwärter.


Höchster Schwierigkeitsgrad

Der 17-jährige Gymnasiast aus Ebermannstadt reichte aber mit 182,90 Punkten die höchste Schwierigkeit ein und war damit als Letzter am Start. Die Konkurrenten vorher kamen zwar gut, doch nicht sturzfrei durch, so dass sie nicht über 161,20 Punkte (Jüngling) und 165,55 Punkte (Kottmann) hinweg kamen.
Eigentlich bedeutete dies, dass Kohl nur gut durchfahren musste, aber er machte es perfekt. In der Nufringer Schwabenlandhalle war es während seiner fünfminütigen Kür mucksmäuschenstill. Lukas Kohl zeigte sein Programm sehr konzentriert und angespannt. Seine Schwierigkeiten wie der Handstand oder die Steiger-Rückwärts-Serie klappten auf dem schwierig befahrbaren Boden perfekt, so dass das sehr gut besetzte Kampfgericht nur minimale Punktabzüge vornehmen konnte.

Zusatzpunkte

Nach der Lenkerstanddrehung, bei der er frei auf dem Lenker stehend diesen unter seinen Füßen dreht, stieg seine Punktzahl dann sogar nach oben, da er den Lenker fünfmal statt dreimal drehte, wofür er Zusatzpunkte vom Kampfgericht erhielt. Als er nach gut fünf Minuten vom Rad stieg, applaudierte das gesamte Publikum, da Lukas Kohl mit 179,10 Punkten neuer deutscher Meister wurde.
Bei der Siegerehrung durfte er sich nun erstmals das ab der Juniorenklasse vergebene Meistertrikot des Bundes Deutscher Radfahrer überziehen. Nach dieser Leistung gilt Kohl auch als Topfavorit für die Europameisterschaften in zwei Wochen in der Schweiz. Auch hier wird er mit der höchsten Schwierigkeit an den Start gehen.