Beim Infranken-Kick in der Kreisliga 1 zwischen Burk und Tennenlohe sah es anfangs nach einem 0:0 aus. Bis zur Pause konnte sich keine Mannschaft erfolgreich vor dem Tor in Szene setzen. Ein paar Halbchancen gab es zwar, manchmal mehr vom Zufall begünstigt, denn geplant. Aber richtige Hochkaräter bekamen die 110 Zuschauer im ersten Abschnitt kaum zu sehen. Umso überraschender war die Gästeführung mit zwei Toren binnen weniger Minuten nach dem Wechsel, ausgerechnet als Burk mutiger wurde und mit einem Doppelwechsel mehr Druck ins Spiel bringen wollte.

Burker Kampf wurde nicht belohnt

Erst nach dem Rückstand besannen sich die Hausherren auf den Kampf, wurden trotz intensivster Anstrengungen, und das sogar in Unterzahl, aber nicht belohnt.
Nach Meinung des FC-Anhangs war daran auch Schiedsrichter Fabian Panzer nicht ganz unbeteiligt und am Ende gipfelte dies in einem Platzverweis für FC-Coach Mario Herrmannsdörfer.

Die Begegnung der beiden gut aus den Startlöchern gekommenen Mannschaften begann zäh. Keiner wollte den ersten Fehler begehen und dem anderen ins Messer laufen. Erst nach einer Viertelstunde die erste Szene, die den Namen Chance verdient hatte. Michael Aust flankte von der Seitenauslinie in den Strafraum und der körperlich deutlich unterlegene Benjamin Oberrender köpfte inmitten des Pulks dreier baumlanger Burker Abwehrspieler auf Sebastian Raasch, der glänzend parierte und auch beim Nachschuss von Gästetrainer Dennis Haan auf dem Posten war.

FCB verzettelt sich zu oft

Ab da bekam Tennenlohe auch mehr Zugriff, während sich der FC oft mit langen Bällen verzettelte. Das gewohnte Burker Passspiel fand nicht statt. Nach einer Ecke von Florian Knauer köpfte Johannes Schmidt aussichtsreich Richtung Torwart Karsten Thurn, Patrick Honeck scheiterte im Nachschuss (22.). Raasch bediente per Abschlag Deniz Demirsayar, der das Spielgerät nach gut 70 Metern Flug gekonnt aufnahm und volley abzog. Thurn lenkte mit den Fingerspitzen über die Latte (25.). Bei einer Ecke für Burk war der SV im Glück, als Jonas Widzgowski unglücklich in die Mitte köpfte und Schmidt das Geschenk aus sieben Metern über die Latte bugsierte (27.).

Auf der anderen Seite forderte Tennenlohe Elfmeter. Tobias Gebhardt attackierte seitlich, an der Strafraumgrenze den durchgebrochenen Oberrender, der danach zu Fall kam - doch das Spiel plätscherte bis zur Pause vor sich hin.

In dieser stand Haan Minuten vor seinem Team alleine auf dem Platz - da hatte es wohl eine erfrischende Halbzeitansprache gegeben. Und Burks 3. Vorsitzender Thorsten Benning musste auf Geheiß des Gespanns ein bei der Kontrolle vor dem Spiel anscheinend nicht vorhandenes Loch im Tornetz mit Kabelbindern flicken, obwohl es auch jetzt keines gab. Von den Kiebitzen hinter dem Tor gab's dafür nur Kopfschütteln.

Gegenwind statt frischer Wind

Fußball wurde aber auch noch gespielt: Mit Manuel Gößwein und Murat Ciftci sollte frischer Wind ins FC-Spiel kommen. Der Wind kam auch, aber anders als geplant. Binnen vier Minuten entschieden die Gäste das Spiel für sich. Erst hob Christian Gauglitz einen Freistoß gefühlvoll auf den Kopf von Jonas Blahut, der gegen die Laufrichtung von Raasch einköpfte (47.), dann erlief Haan einen bereits im Aus gewähnten Ball und brachte ihn hervorragend in die Mitte. Dort schraubte sich Oberrender in direkter Nachbarschaft des um zwei Köpfe größeren Gebhardt hoch, die Kirsche driftete zum 0:2 ins Netz (51.). Gleich darauf verzog Haan per Kopf. Burk brachte nun plötzlich mehr Einsatz, das Spiel wurde härter, aber nicht unfair. Lediglich ein Foul an der Seitenlinie von Ciftci, das mit einer von insgesamt drei Verwarnungen geahndet wurde, war etwas robust.

Als sich Schmidt nahe der Grundlinie gegen Daniel Weber durchsetzte und zurückspielte, verpassten Ciftci sowie die Tennenloher Gauglitz und Kapitän Alwin Dewes die Kugel. Letzterer traf den Burker, aber der Elfmeterpfiff blieb aus. Weil Torner das Leder in die Machen drosch, nahmen die Zuschauer die Vorteilsregel an. Aber Panzer nahm den Treffer mit der Begründung Stürmerfoul zurück. Nach dem Wortgefecht mit dem eigentlich gefoulten Ciftci musste dieser frühzeitig zum Duschen (65.).

In Unterzahl setzte der FC plötzlich Kräfte frei und drängte die Gäste in deren Hälfte. Torner scheiterte aus der zweiten Reihe (68.) und danach zwang Michael Kutzelmann Torwart Thurn, den Ball aus dem Winkel zu fischen (71.). Die beste Möglichkeit hatte Julian Kraus vom Sechzehner aus, als Gößwein zurückgelegt hatte (78.). Mit zwei abgeblockten Freistößen von Herrmannsdörfer endete die Partie. Danach spielte der Burker Trainer nochmal unfreiwillig die Hauptrolle. Referee Panzer verweigerte ihm den Handschlag und als der 34-Jährige daraufhin abwinkte, zog Panzer die Rote Karte, da er die Geste wohl als Beleidigung auffasste.

Mehr Risiko nach Pausentee

Tennenlohes Trainer Dennis Haan bilanzierte gelassen: "Wir haben zu ängstlich angefangen. Ich weiß gar nicht, wieso, denn auch Burk hielt sich zunächst zurück. Das haben wir in der Pause angesprochen und sind danach mehr Risiko gegangen. Burk war läuferisch stark, aber wir standen hinten bis auf wenige Ausnahmen sicher. Ich bin glücklich über den Sieg und die volle Punkteausbeute bisher."

Wie vorher vermutet, sah Burks Trainer Mario Herrmannsdörfer die Unerfahrenheit seiner Truppe gegenüber der Eingespieltheit des Gegners als Schlüssel: "Bezeichnend dafür, dass wir unseren Weg wohl erst noch finden müssen, ist, dass wir in Unterzahl mehr Druck ausübten als zuvor. Der SV wirkte in einigen Phasen einfach kaltschnäuziger und abgeklärter. Aber die Niederlage haben wir uns durch den kollektiven Tiefschlaf nach der Pause selbst zuzuschreiben. Daraus müssen die Jungs nun die Lehren ziehen."

Referee hat sich entschuldigt

Zum grotesken, nachträglichen Platzverweis sagte Herrmannsdörfer unaufgeregt: "Der Schiri ist auch noch ein junger Kerl und hat sich bereits bei mir in der Kabine für seine Reaktion entschuldigt. Der Platzverweis war ein Fehler, gestand er ein. Ich hoffe, dass er dies auch im Spielbericht so darstellt und glaube, er hat einfach überreagiert."