Diese "Interessengemeinschaft Fairness, Respekt und Toleranz im Sport Gräfenberg und Umgebung", wie sich das Sportbündnis weiter nennt, war am 11. Oktober 2011 im Vorfeld des Länderspiels Deutschland gegen Belgien mit dem Julius-Hirsch-Preis des DFB ausgezeichnet worden.
Zehn Spieler trainierten nun beim Seminar "Fight Club Light" in der Sporthalle des ASV Forth mit dem Sozialpädagogen und Selbstbehauptungstrainer Michael Posset aus Nürnberg. Kampfsport Boxen? Die Spieler waren trotz der anfänglichen Skepsis begeistert. Die B-Jugend des ASV Forth ist Spitze: erster Platz in der laufenden Saison. Aber im Fairplay-Wettbewerb belegt die U17 einen der hinteren Ränge. "Schade, muss das so sein?", fragte sich der Fußball-Abteilungsleiter Michael Friedrich mit dem Trainer Daniel Kaul.
Für klare Spielregeln und Ansagen sorgte Michael Posset mit ruhiger, aber fester Stimme. Sorgfältig vorbereitet auf einen Zwei-Runden-Boxkampf traten nach etwas mehr als zwei Stunden Vorbereitung die Spieler zu einem Wettkampf an. Zwei Minuten Boxkampf können verdammt anstrengend und lang sein. Auffallend war, dass die zweite Runde ruhiger und gezielter geboxt wurde. Das lag nicht nur an der schwindenden Kraft, sondern an den Erfahrungen aus der ersten Runde und an den Ratschlägen der Mannschaftskollegen. Generell wurde in der zweiten Runde wesentlich fairer miteinander umgegangen als in der vorangegangenen. Grobe Fouls gab es keine.
Der Spielführer Veith-Felix Vogl bringt es auf den Punkt: "Wir sind eine leistungsstarke Mannschaft, jeder steht für jeden ein. Leider lassen wir uns manchmal provozieren und fangen uns Strafen ein." Er verspricht: "Nach dem Boxtraining handeln wir ruhiger und respektieren den anderen. Ich glaube, wir können das Erlernte auf das Fußballspiel übertragen."
Auch beim FC Eschenau fand schon so eine Veranstaltung statt. Demnächst werden weitere Seminare für die Mitglieder des Gräfenberger Sportbündnisses durchgeführt, wie der Weißenoher Ludwig K. Haas von der Interessengemeinschaft mitteilt.