Der Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden hat seinen ersten Sieg eingefahren. In einer packenden und intensiven Begegnung setzte sich die Mannschaft von Trainer Christian Stadler am Freitagabend gegen den Spitzenreiter SpVgg Jahn Forchheim mit 6:2 durch. Endlich der erwartete Befreiungsschlag für den Neuling, der die drei Auftaktniederlagen weggesteckt hat und endlich in der neuen Klasse angekommen ist.
Forchheims Coach Maichael Hutzler analysierte nach dem Schlusspfiff nüchtern: "Das Ergebnis spricht Bände und ist in der Höhe für Weiden verdient." Er bedauerte, dass die guten Chancen in der ersten Halbzeit ausgelassen wurden, wobei Weiden in der Aggressivität seiner Elf immer voraus war.
Dabei hatte Hutzler nach dem knappen 1:0-Erfolg gegen Neumarkt reagiert und mit Maximilian Göbhardt und Hayri Özdemir zwei Veränderungen im Kader vorgenommen.
In der Anfangsphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Weiden sich nicht versteckte. Im Gegenteil: Der Gastgeber marschierte munter nach vorn, fand aber gegen die gut gestaffelte Jahn-Defensive kein Mittel. Die Oberfranken hatten dann die erste nennenswerte Möglichkeit: Einen Freistoß von Florian Clausnitzer (10.) wehrte Keeper Dominik Forster ab, Ulbricht staubte ab, stand jedoch im Abseits.
Ein Weckruf für die Platzherren, die konsequent im Mittelfeld den Spielaufbau der Forchheimer störten und selbst zu Möglichkeiten kamen. Die Stadler-Truppe musste dann notgedrungen wechseln, als Johannes Kohl verletzungsbedingt runter musste. Dafür kam Michael Riester, Peter Schecklmann rückte in die Innenverteidigung.
Aus dem Nichts dann die Forchheimer Führung: Die Weidener Abwehr hatte eigentlich die Situation schon geklärt, leistete sich aber im Spielaufbau einen verhängnisvollen Fehler: Ferdinand List schnappte sich den Ball und hielt aus 18 Metern drauf. Der Ball schlug unhaltbar für Forster im linken oberen Winkel ein. Wer gedacht hatte, dass sich die SpVgg SV nun ihrem Schicksal ergibt, sah sich getäuscht: Zunächst vergab Hegenbart aus 15 Metern (32.), ehe der Ausgleich fiel: Nach einem Freistoß stand Martin Schuster goldrichtig und staubte aus kurzer Distanz zum 1:1 ab.
Glück hatten die Gastgeber in der 39. Minute, als Maximilian Göbhardt aus 20 Metern trocken abzog und der Ball vom rechten Innenpfosten aus zurück ins Feld sprang. Umsonst streckte sich dann Jahn-Torhüter Rüdiger Beck in der 42. Minute: Eine lange Flanke von Thomas Wildenauer köpfte Andreas Wendl als Bogenlampe zum 2:1-Halbzeitstand in die Maschen.
Einen Auftakt nach Maß legte Weiden zu Beginn der zweiten Hälfte hin: Mit einem Doppelschlag durch Meisel, der einen tödlichen Pass eiskalt verwerte (48.), und Egeter mit der Fußspitze (51.) bauten die Gastgeber die Führung auf 4:1 aus. Der Todesstoß für Forchheim, das danach nur noch wenig Konstruktives präsentierte.
So bedurfte es eines erneuten Schnitzers der Weidener Abwehr, die zum zweiten Forchheimer Treffer führte, als Florian Clausnitzer den Ball unter Torhüter Forster hindurch schob (61.). In einer hektischen und intensiven Begegnung steckten die Gäste zu keiner Sekunde auf und blieben stets brandgefährlich. So wie bei Tobias Ulbrichts Kopfball nach einer Ecke (76.), den Forster reaktionsschnell auf der Linie klärte. Stattdessen sorgte ein Konter für die Entscheidung, auch wenn diese unter Mithilfe von Kevin Wolemann fiel, als er eine Flanke von rechts zum 5:2 ins eigene Netz bugsierrte (81.). Den Schlusspunkt setzte Hegenbart mit einem Freistoß aus fast 30 Metern (89.), bei dem Keeper Beck eindeutig zu spät reagierte.