Fußball ist ein Ergebnissport: Obwohl Jahn Forchheim vor einer Woche gegen Kleinrinderfeld (2:2) und am Samstag bei der DJK Schwebenried-Schwemmelsbach keine schlechte Lesitung bot, ist Trainer Michael Hutzler seinen Job los (siehe Pressemitteilung weiter unten). Der Verein überraschte erst vor wenigen Wochen mit der Bekanntgabe, sich nach der Saison vom 47-Jährigen trennen zu wollen. Jetzt übernimmt Nachfolger Christian Springer schon früher. Noch befindet sich die SpVgg in der Landesliga-Nordwest auf Relegationsrang 2.


DJK Schwebenried-Schwemmelsbach - SpVgg Jahn Forchheim 2:1

"Den Klassenerhalt dürften wir nun sicher haben", sagte der aus familiären Gründen am Saisonende scheidende DJK-Trainer Mario Schindler angesichts von 41 Punkten grinsend. "Leider haben wir's nicht besser hinbekommen", haderte dagegen Hutzler. Vor rund 350 Zuschauern im 400 Bürger zählenden Schwemmelsbach siegten die Hausherren in einer Partie auf gutem Niveau gegen den Favoriten verdient. Für die Gäste war die Begegnung auf dem schwer bespielbaren und kleinen Platz sicher eine Spur zu umkämpft.

Wie die berühmten Duracell-Hasen wuselten die Schwebenrieder über die gesamten 90 Minuten. Doch in der ersten Halbzeit hatten sie ein bisschen Glück. Erst beim Pfostenschuss von Senad Bajric nach rund 20 Minuten von kurz hinter der Strafraumgrenze, wenig später beim nächsten Forchheimer Angriff, als Tobias Eisgrub das Leder nach innen flankte und Bajric den Ball über die Linie bugsierte. Der Linienrichter sah das Spielgerät vor der Hereingabe allerdings im Toraus. Die Hausherren hatten auch gute Szenen, doch Manuel Weißenberger traf den Ball nicht richtig und Thomas Cäsar scheiterte an Markus Kredel im Jahn-Kasten.

Forchheims Kapitän Sebastian Schäferlein musste kurz vor der Pause vom Feld. Die zweite Halbzeit gehörte eindeutig den früh störenden Unterfranken. Einen langen Freistoß köpfte Felix Zöller in der 53. Minute zur Führung ins lange Eck. Bezeichnend war Minute 70: Maximilian Göbhardts Standard ging weit über den DJK-Kasten. 120 Sekunden später rappelte es erneut in der Kredel-Kiste. Diesmal mit gütiger Hilfe der Gäste: Sandro Gumbrecht spielte - von Oliver Mützel leicht bedrängt - zurück zum Keeper, fand aber den lauernden und zum 2:0 einschiebenden Manuel Weißenberger.

Der hatte bei einem Konter gar den dritten Treffer für den Außenseiter auf dem Fuß, so wie Jens Rumpel in der langen Nachspielzeit bei seinem Außenpfostenkracher. Dazwischen hatte Bajric mit einem Schuss auf 1:2 verkürzt. Chancen auf den Ausgleich besaß der Tabellenzweite aber nicht. "Das war schwer für uns in der zweiten Halbzeit gegen einen Gegner, der tief stand und leidenschaftlich verteidigt hat", analysierte Hutzler. "Auf dem Platz war Kombinationsspiel kaum möglich. Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, die haben versucht, alles rauszuhauen, der Gegner aber auch. Wir werden demnächst wieder bessere und größere Plätze bekommen", erklärte der 47-Jährige, als er von seiner Demission noch nichts wusste.


Spielfreies Wochenende für Jahn

Der stürmende DJK-Co-Trainer David Fleischmann kommentierte: "Spielerisch war Forchheim sicher einen Tick besser." Der Jahn darf sich nach einem Punkt aus zwei Partien im Jahr 2017 am kommenden Wochenende ausruhen, ehe er mit Springer zu Schlusslicht Bamberg fährt. Die Eintracht unterlag indes bei Tabellenführer FC Schweinfurt II mit 0:4, so dass die Regionalliga-Reserve bei einem Spiel weniger auf vier Zähler enteilt ist. Anschließend kommt der FC Coburg nach Forchheim, ehe in Schweinfurt das Spitzenspiel anstehen könnte, sofern die SpVgg ergebnistechnisch wieder in die Spur findet. Vielleicht hat das Team nach Kleinrinderfeld und Schwemmelsbach gegen die Städter ja mehr Erfolg - oder der berühmte Trainereffekt hilft...
Forchheim: Kredel - Patrick Mai, Gumbrecht, Eisgrub, Schäferlein (42. Zametzer), Burkel (52. David Mai), Selmani, Mönius (84. Steiner), Göbhardt, Bajric, Wieczorek
Schiedsrichter: Andreas Voll (TSV Kelbachgrund/Kleukheim) / Zuschauer: 350 / Tore: 1:0 Felix Zöller (53.), 2:0 Manuel Weißenberger (72.), 2:1 Senad Bajric (85.)


Die offizielle Pressemitteilung der SVgg Jahn Forchheim zur sofortigen Trennung von Michael Hutzler:

Aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung für die weitere Entwicklung und Zielerreichung unumgänglich ist. Die sportliche Leitung übernimmt ab sofort Christian Springer, der ursprünglich erst ab der kommenden Spielzeit als Cheftrainer fungieren sollte.

Nun geht es zunächst einzig und allein darum, in veränderter Konstellation neuen Schwung aufzunehmen und wieder Konstanz in unsere Leistungen zu bringen. Unser Team hat große Qualitäten, die es allerdings zu selten in dieser Saison gezeigt hat. Die Spieler stehen nach der Trennung mehr denn je in der Pflicht und in der Verantwortung, diese wieder abzurufen.

Uwe Schüttinger
René Hoffmann
Mesut Kimiz


Von Leverkusen abgekupfert?

Die Pressemeldung ähnelt kurioserweise bis ins Detail derjenigen von Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler, wie sie auf der Homepage des Bundesliga-Klubs zu lesen ist. Der Tabellenzehnte trennte sich ebenfalls am Sonntag von Trainer Roger Schmidt:

"Nun geht es zunächst einzig und allein darum, in veränderter Konstellation neuen Schwung aufzunehmen und endlich Konstanz in unsere Leistungen zu bringen. Unser Team hat große Qualitäten, die es allerdings viel zu selten in dieser Saison gezeigt hat. Die Spieler stehen nach der Trennung von Roger Schmidt mehr denn je in der Pflicht und in der Verantwortung, diese Qualitäten wieder freizusetzen."