Es wäre eine große Chance gewesen, doch der HC Forchheim hat sie liegen lassen. Mit einem Sieg im Derby der Handball-Bezirksoberliga hätte der Tabellenführer seinen Vorsprung zum Verfolger aus Herzogenaurach auf fünf Punkte ausbauen können. Dafür wäre aber eine andere Leistung nötig gewesen. Mit 20:24 (10:10) unterlagen die HCler einer starken Turnerschaft, die offensichtlich wusste, was auf dem Spiel stand.


TS Herzogenaurach - HC Forchheim 24:20

Von Beginn war Forchheim unter Druck. Mit schnellen Stoß- und gelungenen Kreuzbewegungen rissen die Herzogenauracher immer wieder Lücken in die teils löchrige Gästeabwehr. Es dauerte rund zehn Minuten, bis sich die Forchheimer auf das Spiel eingestellt hatten. Mitte der ersten Halbzeit hatte der Tabellenführer einen Drei-Tore-Rückstand zum 7:7 egalisiert. Nun zeigten die Schuhstädter Nerven und produzierten eine Reihe von technischen Fehlern.

"Herzogenaurach hat eigentlich genau das gespielt, was wir erwartet und worauf wir die Mannschaft im Training vorbereitet hatten. Leider hat eigentlich kein Spieler seine Normalform erreicht, so dass alles Besprochene in der Kabine geblieben ist", erklärte Co-Trainergespann Matthias Gieck.

Hatte man auf Forchheimer Zuschauerseite gehofft, dass der HC den Aufwind aus der ersten Halbzeit konservieren und für den zweiten Durchlauf nutzen könnte, wurde man nach Wiederanpfiff eines Besseren belehrt. In der Abwehr wurde viel zu langsam und zaghaft verschoben, im Angriff häuften sich die technischen Fehler und ungeduldigen Toraktionen, so dass die Herzogenauracher Mitte der zweiten Halbzeit den Abstand beim 22:15 erstmals auf sieben Tore ausbauten. Im Gefühl des sicheren Sieges ließ es die eigentlich sehr kompakt agierende Turnerschaft etwas langsamer angehen, so dass der HC etwas Ergebniskorrektur betreiben konnte.

"Wir schaffen es derzeit einfach nicht, die Trainingsleistungen mit ins Spiel zu nehmen. Wir haben das Gefühl, dass dort eine andere Mannschaft steht, als die, die trainiert. Anscheinend ist der Druck als Tabellenführer für die Mannschaft einfach zu groß", sagte HC-Trainer Dirk Samel.
HC: Müller, Wiebe - Neumann (1), Sekolec (4), Mückusch, Regelmann, Kiesel (2), Epp, Hallmann (1/1), Engel (2), Schindler (1), Bauer (5), Hecht (3), Fürch (1)