Der Begriff Winterpause im Fußball greift etwas zu kurz. Denn der Hallenfußball spielt bei den Amateuren von November bis Februar eine große Rolle. Nachfolgend zieht der Kreisvorsitzende und Kreisspielleiter des Kreises Erlangen/Pegnitzgrund, Max Habermann, Bilanz.

Sie haben in diesem Winter erstmals eine gesonderte Meisterschaft für Reservemannschaften angeboten, hat sich dies bewährt?
Habermann: In diesem Jahr haben 111 erste Mannschaften und 30 zweite gemeldet, damit liegen wir auf dem Niveau wie im Vorjahr. Bloß haben wir diesmal die Reserven abgetrennt. Ich habe das gemacht, um eine Vorgabe des Verbandes umzusetzen. Denn es soll in einer Endrunde nur eine Mannschaft eines Vereins spielen.
Der Hintergrund ist: So standen zum Beispiel in einem der 24 bayerischen Kreise mehr als eine Mannschaft des gleichen Vereins in der Endrunde. Das ist sportlich fragwürdig und auch die Sponsoren haben keine Lust, Geld nur an einen Verein auszuschütten.
Für unseren Kreis hatte ich auch davor schon festgelegt, dass ein Verein nur mit einer Mannschaft in die Endrunde einziehen kann. Jetzt haben wir gleich eine gesonderte Runde für die Reserven ausgeschrieben. Wir sind damit einer der wenigen Kreise, die das machen, und das hat sich bewährt. Denn die Reserven dürfen schon im Pokal nicht mitmachen, wofür ich durchaus Verständnis habe. Aber warum sollen sie nicht in der Halle spielen dürfen? Wir sind ja kein Fußball-Verhinderungs-Verband.

Wie ist die Kreismeisterschaft in sportlicher Hinsicht gelaufen?
Der Hallenfußball kommt nach wie vor bei Vereinen an, sonst würden ja nicht so viele melden. Wir hatten in diesem Jahr eine Besonderheit: Erstmals war von der Bezirksoberliga an aufwärts keiner in der Endrunde. Das ist dadurch bedingt, dass viele höherklassige Vereine ihre Topleute und Stammkräfte geschont haben wegen der Ligenreform im Sommer. Jeder will sich für die nächsthöhere Liga qualifizieren, alle wollen in die Bayernliga oder Landesliga. Der Bayernligist SC Eltersdorf hat mit der ersten Mannschaft gar nicht erst mitgemacht, damit sich keiner in der Halle verletzt. Das ist verständlich. Aber das war für den Ablauf nicht so gravierend: Dadurch hatten unterklassige Vereine eine erhöhte und reelle Chance, mal das Preisgeld der Endrunde mitzunehmen.
Grundsätzlich gilt in der Halle: Fast jeder Verein hat ein paar gute Hallenspieler, um auch mal einen Großen rauszuschmeißen. Auf dem Feld ist das was anderes: Da braucht es 13, 14 gute Spieler.
Der Modus, dass die sechs Turniersieger und der beste Zweite der Zwischenrunde weiterkommen, ist in Ordnung. Aus den Vorrundengruppen rücken die ersten beiden weiter. Wir hatten in der Endrunde vier Kreisligisten, drei Bezirksligisten und als Ausrichter den Kreisklassisten TSV Gräfenberg. Insgesamt gab es neun Sportgerichtsfälle: sieben Rote Karten und zwei Passangelegenheiten. Es gab 4000 Euro Bar- und Sachpreise, es war ein klasse Turnier.

Haben die Turniere genügend Zuschauer angelockt?
Die Zuschauerzahl ist zufriedenstellend, aber rückläufig. Das ist auch bedingt durch die Vielzahl der Privatturniere. Das Interesse streut sich, wobei ich diese Klubturniere nicht verhindern will, weil die für die Vereine immer lukrativ sind. Die Vereinsturniere werden immer mehr. Und überall muss man Eintritt zahlen. Man könnte fast jeden Tag in der Halle zuschauen.
In der Vorrunde war der Zuschauerzuspruch nur bedingt gut: Denn alle 22 Gruppen haben an zwei Wochenenden im Dezember gespielt, um den Vereinen für ihre eigenen Turniere entgegenzukommen, nicht dass wir terminlich mit den Vereinen über Kreuz kommen. In der Quali-Runde ist das mit Sparkassencup von Jahn Forchheim passiert, das hat sich überschnitten und beiden Veranstaltungen Zuschauer gekostet. Wir versuchen das im nächsten Jahr zu vermeiden. Durch die Turnierform in der Zwischenrunde sparen wir eine Runde.
Das Hallen-Interesse ist grundsätzlich da: Wir hatten 2000 zahlende Zuschauer, circa 4500 insgesamt bei den Turnieren der ersten Mannschaften. Bis 18 Jahre haben alle freien Eintritt, in der Vorrunde auch die Frauen, dazu gibt es jeweils 14 Freikarten pro Verein.

Gab es Probleme mit der Hallenbelegung?
Probleme nicht. Das Einzige ist: Wir bekommen in Erlangen in dem Zeitraum, in dem wir die Kreismeisterschaft spielen - hauptsächlich in Dezember - fast keine Halle, da sie anderweitig belegt sind.

Bleibt finanziell etwas hängen?
Wir schreiben am Ende eine Rote Null. Die Eintrittspreise sind seit Jahren stabil, in der Endrunde wurden sie sogar auf drei beziehungsweise zwei Euro gesenkt, das gibt es bayernweit fast nicht. Die Kosten sind schon immens: Mit Hallenmiete und Schiedsrichterkosten kommen wir auf rund 5000 Euro. Dazu gibt es für die Kassiere und Turnierleitung nochmal 700 Euro, denn da sitzen Leute schließlich den ganzen Tag in der Halle. Dabei ist das ja keine Bezahlung. Wir müssen alles erwirtschaften, die ausrichtenden Vereine haben wenigstens den Erlös aus dem Verkauf.

Nochmal zurück zu den Reserven, werden die auch im nächsten Jahr gesondert spielen?
Ja, wir bleiben dabei, der Modus hat sich bewährt. Es ist festgelegt, dass maximal nur vier Spieler einer ersten Mannschaft auch in der zweiten spielen dürfen. Der BSC Erlangen hat gar keinen aus der Ersten dabei gehabt und ist trotzdem Erster der Reserven geworden. In der Endrunde gab es für die Reserven immerhin auch 550 Euro an Preisen.

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Einen Bericht über Futsal im Kreis finden Sie im Fränkischen Tag vom Donnerstag, 16. Februar.