Max Riedelberger macht Fortschritte. War er in den vergangenen Jahren in Katar, Dubai oder Marbella nur Zaungast, hat er es 2016 in den Mannschaftsflieger des FC Bayern München nach Doha geschafft. Der Forchheimer begleitet den deutschen Fußball-Rekordmeister regelmäßig ins Trainingslager, verbindet Sonnenurlaub im Winter mit seiner Leidenschaft für den Verein.

Und diesmal war der Urlaub besonders günstig. Über die Münchner Fan-Betreuung hat er ein Angebot bekommen, das er nicht ausschlagen konnte. "Ich durfte im Flugzeug des FC Bayern reisen. Der Flug war dadurch billiger und schneller", erzählt Riedelberger. Zwar nahmen er und eine Hand voll weiterer Fans in der Economy-Klasse Platz, waren von den Profis in der Ersten Klasse sogar noch durch die Journalisten in der Business-Klasse getrennt, doch Riedelberger will die Fußballer ohnehin in Ruhe lassen.


Ausschluss der Öffentlichkeit

Anders als mancher Anhänger aus dem Wüstenstaat. "Im vergangenen Jahr gab es eine Selfie-Attacke auf einen Spieler", erinnert sich der 37-Jährige. Die Konsequenz: Das Nachmittags-Training in Doha fand diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Das war wie ein Schlag ins Gesicht, als ich davon erfahren habe", sagt Riedelberger, der seine Mannschafts-Besuche somit auf die Vormittags-Einheit beschränken musste. Und selbst die könnte künftig in Gefahr sein. Denn "trotz großen Sicherheitsaufgebots ist ein Katari für ein Foto an Mehdi Benatia herangetreten und wurde der Anlage verwiesen", erzählt Riedelberger.

An ihn erinnerten sich die Profis nicht, fürchtet der Forchheimer trotz seiner regelmäßigen Besuche. Dafür seien sie mit zu vielen Fans konfrontiert. Einer, den er bei seinem Besuch im Jahr 2017 sicher nicht mehr treffen wird, ist Trainer Pep Guardiola, den es in die englische Premier League verschlägt. "Ich vermute, dass sein Abschied mit dem Ärzte-Streit zusammenhängt", erklärt Riedelberger. Schon mit Doktor-Legende Müller-Wohlfahrt hatte sich der Spanier überworfen, "jetzt soll er vergeblich ein Reha-Zentrum an der Säbener Straße gefordert haben", gibt Riedelberger Gerüchte wieder.


Weihnachtliche Spende

Das Geld, das der 37-Jährige beim Flug sparte, hat er übrigens umgehend investiert. 860 Euro von der Weihnachtsfeier seines Bayern-Fanclubs Reifenberg gingen an die "Antenne-Bayern-Hilfe". Übrigens: Auch Uli Hoeneß hatte im Dezember spontan bei dem Radiosender angerufen und 10 000 Euro gespendet.