Und wieder war es nichts mit dem Überraschungscoup für Jahn Forchheim. Wie schon im Hinspiel vor knapp zwei Wochen, das eigentlich das Rückspiel war, unterlag die SpVgg dem SV Viktoria Aschaffenburg mit nur einem Tor Unterschied und verpasste es, nach Punkten mit Erlangen-Bruck gleichzuziehen. Die Kicker aus dem Spessart verdrängen dank des besseren Torverhältnisses den SC Eltersdorf vom Aufstiegsrelegationsplatz der Fußball-Bayernliga Nord.


SpVgg Jahn Forchheim - Viktoria Aschaffenburg 0:1

Es klappt einfach nicht mit einem Punktgewinn der Forchheimer gegen die Topteams der Liga. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte Trainer Christian Springer nach der denkbar knappen Niederlage gegen den ehemaligen Zweitligisten. Im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen am 21. Oktober, als Aschaffenburg die Jahnler geradezu überfallartig in die Defensive drängte, ließ Springer einen Tick defensiver und kompakter agieren. Mit Erfolg.

Es entwickelte sich eine offene Partie, in der beiden Mannschaften im letzten Drittel des Feldes die finale Idee fehlte. Spielerische Glanzpunkte waren Mangelware. Zu viele technische Fehler verhinderten geordneten Spielfluss. Glück hatte der Jahn, dass Aschaffenburgs Offensivwaffe Nummer 1, Björn Schnitzer, einen Freistoß an den Pfosten setzte und Christian Breunig allein vor Patrick Oeser auftauchend verzog. Auf der Gegenseite hatten Jens Wartenfelser, Adem Selmani und Sandro Gumbrecht gute Abschlussmöglichkeiten, scheiterten aber am Keeper oder der ebenfalls gut gestaffelten SV-Abwehr.

Einmal mehr sorgte eine Standardsituation in einem offenen Spiel für die Entscheidung. Nach einer Ecke von Gökhan Aydin verlängerte Hamza Boutakhrit den Ball unhaltbar für Oeser zur Viktoria-Führung (65.). Auch ohne ihren schon vor der Pause mit muskulären Problemen ausgeschiedenen Zentrumsspieler Patrick Hagen übernahmen die Hausherren daraufhin das Kommando, agierten noch einen Tick kecker. Zwei Mal hatte Adem Selmani den Ausgleich auf dem Schlappen, beide Male blieb Patrick Döbert zwischen den Gästepfosten Sieger.

"Das macht einfach den Unterschied", konstatierte Springer nach der dritten Niederlage und dem zweiten Spiel ohne eigenen Treffer in Serie. "Eine Spitzenmannschaft macht aus ihren Möglichkeiten ein Tor, wir schaffen das eben noch nicht." Dennoch überwog beim 46-Jährigen das Gefühl, den Aufstiegsanwärtern Paroli bieten zu können. Was aber zählt, sind die direkten Duelle.

Und da wartet am Sonntag ein entscheidendes. Die auswärts in dieser Saison noch nicht in Tritt gekommenen Forchheimer müssen zum Angstgegner DJK Don Bosco Bamberg. Die Domstädter, eigentlich auf dem heimischen Kunstrasen eine Macht, kommen ihrerseits in diesem Jahr zu Hause überhaupt nicht zurecht, sind nach Schlusslicht FC Amberg die zweitschwächste Heimmannschaft.
Jahn: Oeser - Gumbrecht (70. Nagengast), Schäferlein, Weiler, Friedrich (81. Artan Selmani), Hagen (41. Steiner), Müller, Mönius, Patrick Mai, Wartenfelser, Adem Selmani
SR: Dinger (Bischofsgrün) / Zus.: 295