Eigentlich spielt der Jahn um die goldene Ananas, eigentlich ist die Saison für den Fünften der Fußball-Bayernliga Nord längst gelaufen. Eigentlich! Auf die Abstiegsplätze hat die Mannschaft bei nur noch zwölf ausstehenden Partien ein mehr als beruhigendes Polster von 21 Punkten. Ein Aufstieg in die Regionalliga kommt wegen des ungeeigneten Geländes bekanntlich nicht in Frage. Dennoch sprühen die Jungs von Trainer Michael Hutzler beim Trainingsauftakt vor Tatendrang. Mit wummernden Bässen und lockeren Scherzen heizen sie sich in der Kabine für die ersten Einheiten des Jahres in der Kälte ein.


Aufstiegsthema fernhalten

"Wir wollen Erster werden", sagt Hutzler ohne Umschweife. Und die Spieler ziehen mit. "Jeder, der hier spielt, weiß, dass wir nicht aufsteigen dürfen.
Was wir bieten können, ist attraktiver Fußball mit den Kumpels in ihrer Umgebung", erklärt Hutzler. Gleichwohl weiß der 45-Jährige, dessen zum Saisonende auslaufender Vertrag noch nicht verlängert wurde, dass die Situation den ein oder anderen mürbe machen könnte: "Ich versuche, das Thema von der Mannschaft fernzuhalten."

Die "schwierigste Zeit" - damit meint der Coach nicht das Dauerthema Jahn-Gelände, sondern die unbeliebte Wintervorbereitung - lockert er mit unterschiedlichen Einheiten auf. Statt sturem Dauerlauf geht es in die Soccer-Halle oder zum Handball-Training. Auch die Trendsportarten Piloxing und Freeletics stehen auf dem Din-A4-Zettel der Spieler.


Gemeinsam aus dem Tal heraus

Die kleine Schwächephase im Herbst scheint aus den Köpfen heraus zu sein. Für Hutzler überwiegt ohnehin das Positive: Vom ersten bis zum 15. Spieltag stand sein Team auf Rang 1. Und aus dem Einbruch habe er gelernt. "Wir waren in einem Loch, das hat uns schon einen Knacks gegeben. Aber wir sind gemeinsam wieder aus dem Tal herausgekommen", erläutert Hutzler rückblickend. Die letzten beiden Begegnungen vor der Pause gewann der Jahn und hat daher Tuchfühlung zur Spitze.

"Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich sage, dass wir Zweiter werden wollen", findet der Übungsleiter, der keine Experimente plant, sondern den Zuschauern bis zum Schluss offensiven und erfolgreichen Fußball bieten will. Dies schließt aber nicht aus, dass der Versuch mit zwei Stürmern und Kapitän Florian Clausnitzer auf der "Sechs" wie gegen Ansbach eine Neuauflage erfährt.

Während die Bayernliga-Saison 2015/2016 also in jedem Fall mit der Sportvereinigung startet, müssen Erlangen-Bruck und vor allem Memmelsdorf noch zittern. "Ich wäre froh, wenn Bruck und Memmelsdorf drin blieben", sagt Hutzler nicht nur wegen der ansonsten wegfallenden Derbys. "Beide haben Bayernliga-Format und sind sympathische Vereine." Selbst dem abgeschlagenen Schlusslicht SVM traut er den Klassenerhalt noch zu: "Beim Rückspiel gegen uns habe ich keinen Leistungsunterschied gesehen." Der Jahn startet am 7. März zuhause gegen Alemannia Haibach.


Testspiele des Jahn

Samstag, 7. Februar, 14 Uhr:
FC Sand - Jahn (Kunstrasen)
Sonntag, 8. Februar, 12 Uhr:
Greuther Fürth A-Jugend - Jahn
Mittwoch, 11. Februar, 19 Uhr:
FC Reichmannsdorf - Jahn
Samstag, 14. Februar, Bayreuth:
TSV Neudrossenfeld - Jahn
Sonntag, 15. Februar, Bamberg:
FC Schweinfurt - Jahn
Mittwoch, 18. Februar, 19 Uhr:
Greuther Fürth U23 - Jahn
Samstag, 21. Februar, 14.30 Uhr:
Eintracht Bamberg - Jahn
Sonntag, 1. März:
FC Nürnberg II - Jahn (Kunstrasen)