Elf Athleten, fünf Titel: Mit den nordbayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth können die Leichtathleten der LG Forchheim mehr als zufrieden sein. Für den ersten Paukenschlag sorgte Jan Schindzielorz. Der deutsche M35-Seniorenmeister ist auch in der aktiven Altersklasse nicht zu bremsen und gewann souverän die 60m-Hürden in 8,20 Sekunden. Dies bedeutet die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft der Aktiven in Leipzig im Februar.

Davon beflügelt stiegen die übrigen Männer (Mortiz Hecht, Dominik Eckner, Marcel Springwald und Jano Schubert) über 60m ein. Hecht siegte im Vorlauf mit neuer Bestzeit von 7,15 Sekunden und kam als Favorit auf den Titel ins A-Finale. Mit 7,10 Sekunden steigerte er sich abermals und wurde erstmals nordbayerischer Hallenmeister der Männer. Ebenfalls in den Endlauf hatte sich Schindzielorz gekämpft und belegte in 7,29 Sekunden den achten Platz.

Eckner verpasste den Einzug ins Finale nur knapp und wurde im B-Finale mit 7,35 Sekunden Dritter. Zuvor hatte er mit einer furiosen Weitsprungserie für Aufsehen gesorgt. Mit 6,67m schraubte er seine Hallenbestweite nach oben und wurde ebenfalls nordbayerischer Hallenmeister in der Männerklasse, obwohl er noch in der U20 hätte starten können. Schubert, der seinen Fokus auf den Hochsprung gelegt hatte, überzeugte in seinem ersten Wettkampf bei den Männern mit neuer Bestmarke von 1,86m, erreichte Rang 5 und hatte die Quali für die "Bayerische" geknackt.


Auch die Frauen überzeugen

Die Frauen standen den Männern in nichts nach. Christine Prieglmeier, Katherina Eckner, Janina Buck und Lina Ende sicherten sich im B-Finale über 60m der Frauen jeweils Plätze im vorderen Bereich, wobei Priegelmeier das kleine Finale in 8,23 Sekunden für sich entschied. Eckner gab dem Weitsprung den Vorrang und sorgte für einen soliden Einstand ins Jahr. Nach mehreren Sprüngen über fünf Meter zeigte sie sich mit Platz 8 zufrieden.

Hecht, angetrieben von seinem Sieg am Vormittag, schlug ein weiteres Mal zu, indem er auch die 200m völlig überraschend in Bestzeit von 22,63 Sekunden gewann. Hier ging auch Marcel Springwald an den Start und wurde Neunter. Bei den Damen holte sich Prieglmeier über die 200m-Distanz den Bronzerang in 26,51 Sekunden.

Hannah Stöhr sorgte über 60m-Hürden der U18 für eine Überraschung, als sie in 9,94 Sekunden nicht nur die Qualifikation zur "Bayerischen" erreichte, sondern auch noch Siebte von 23 Starterinnen wurde. Einzige LG-Starterin über 60m in der U18 war Svenja Heidecke. Ihren Vorlauf gewann die 16-Jährige mit ausgezeichneten 8,18 Sekunden und erreichte das A-Finale. Hier errang sie mit 8,23 Sekunden den siebten Platz - eine starke Platzierung, immerhin hatte sie zuvor die 200m für die Damenstaffel laufen müssen.


Bärenstarke Staffeln

Die Staffeln wuchsen angesichts der unerwarteten Titelflut über sich hinaus. Die LG ließ so manchen Favoriten stehen und schraubte ihre Bestmarken in ungeahnte Bereiche. Den Aufgalopp machten die Männer in der Besetzung Hecht, Schindzielorz, Springwald und Eckner, die von Anfang an die Konkurrenz dominierten.

Hecht führte den Reigen mit einer furiosen Runde an und übergab an Schindzielorz, der erstmals die LG-Staffel verstärkte und den Staffelstab mit einigem Vorsprung an Springwald weiterreichte, der den Abstand hielt, bevor Eckner in der letzten Runde alles klarmachte. In neuer Bestzeit von 1:31,73 Minuten sprinteten sie ihrem ersten Hallentitel bei den Männern entgegen und hielten die Konkurrenten (SG Rednitzgrund und LG Bamberg) deutlich auf Distanz.


Damen machen Dampf

Die Damen gingen mit geringeren Ambitionen an den Start, schielten aber in Richtung Podest. Mit Eckner, Heidecke, Buck und Ende hatten die Forchheimer ein junges Team am Start, das dem favorisierten Leichtathletik-Centrum (LAC) Quelle Fürth ordentlich Paroli bot. Das LAC führte nach dem ersten Wechsel das Feld deutlich an. Eckner übergab den Stab als Zweite an Debütantin Heidecke, bevor sich Buck förmlich an die Fürtherin heransaugte, bevor sie das Holz an Ende übergab, die über sich hinaus wuchs und dem LAC immer näher auf die Pelle rückte.

Die Fürtherinnen retteten einen hauchdünnen Vorsprung gerade so über die Ziellinie, doch waren die Forchheimerinnen überglücklich über den zweiten Platz. Mit der Zeit von 1:47,71 Minuten pulverisierten sie ihre bisherige Bestmarke.


Ab zur "Bayerischen"

Damit sind die Forchheimer Leichtathleten bestens für die bayerischen Meisterschaften der Männer, Frauen und U18-Junioren am 28. Januar an selber Stelle gerüstet. Die Starter der U20 müssen sich bereits am kommenden Wochenende in München bei ihrer "Bayerischen" beweisen. Hier werden Dominik Eckner und Svenja Heidecke erneut ihre Schuhe für die LG schnüren. me