Der InFranken-Kick in der Kreisliga 1 zwischen der DJK Eggolsheim und der SpVgg Zeckern zeigte sich den Fastentagen angepasst mit Fußballkost auf Sparflamme. In einer an Höhepunkten armen Partie waren es die Gastgeber, die sich über einen sehr glücklichen Dreier freuen durften. Das Tor des Tages, das den unglücklichen Spielverlauf für die Gäste unterstreicht, erzielte Sebastian Dierl nach einer fast schon ausgelassenen Möglichkeit. Aus der Drehung traf er die Kugel gar nicht richtig, hatte aber dann das nötige Glück, dass das Osterei doch noch ins Zeckerner Nest hoppelte.

Druckvolles Zeckern

Für Gäste-Trainer Lars Daniel begann der Spieltag alles andere als erfreulich.
Nach bereits acht nicht einsatzfähigen Spielern fiel kurzfristig auch noch Stefano Kilger mit einer Mittelohrentzündung aus, so dass Daniel seine taktische Aufstellung auf die 4-1-4-1-Variante mit nur einem echten Sechser umstellen musste. Dennoch suchte Zeckern sein Heil in der Flucht nach vorn und überraschte vom Anpfiff weg mit einer äußerst couragierten Offensive und Pressing. Eggolsheim kam damit überhaupt nicht zurecht und fand in dieser Anfangsphase absolut kein Gegenmittel, sich vom Druck zu befreien. Die DJK-Spieler stolperten mehr schlecht als recht von einer Situation in die nächste, der immer böiger werdende Nordost-Wind tat sein Übriges, so dass ein geregelter Aufbau per Kurzpassspiel von hinten, ansonsten ein Trumpf der Heimelf, nahezu ausblieb.

Allerdings schafften es die Gäste nicht, die Unsicherheit der DJK gewinnbringend umzumünzen, denn außer ein paar Halbchancen war nichts Zwingendes in der Auftaktviertelstunde dabei. Zeckern agierte mit Vorwärtsdrang, aber ohne richtigen Plan. Wie aus dem Nichts fiel die Führung für die Hausherren: Ein weiter Ball aus dem Halbfeld fand den Kopf des lang gewachsenen Tobias Fechner, der in die Mitte zu Dierl verlängerte. Dieser ließ die Kugel etwas weit durchlaufen und zielte instinktiv auf die lange Ecke. Obwohl Dierl den Ball nicht richtig traf - vermutlich gerade deshalb - hoppelte das Ei wie ein vorzeitiges Geschenk des Osterhasen ins Zeckerner Nest (17.). Die Partie war auf den Kopf gestellt. In der Folge schwand der Elan der SpVgg, das Geschehen spielte sich meist zwischen den Strafräumen ab, ohne dass sich daraus beiderseits Chancen ergaben. Eine Minute vor der Pause folgte die bis dahin größte Ausgleichschance für Zeckern, als Patrick Emrich flankte und Patrick Stoll per Kopf auf Kapitän Michael Glaser verlängerte, aber DJK-Keeper Jörg Jendrysczyk die noch aufspringende Kugel knapp über die Latte bugsierte.

Eggolsheim in Lauerstellung

Nach Wiederbeginn das gleiche Bild: Bereits in der 47. Minute fiel der vermeintliche Ausgleich, der eh in der Luft lag. René Ackermann steckte in die Schnittstelle auf Glaser durch und dieser spitzelte das Leder zwischen den Beinen von "Rafty" ins Netz. 1:1. Denkste, denn der Schiedsrichter-Assistent hob die Fahne und zeigte Abseits an. Referee Markus Windisch, der kurzfrsitig für einen Kollegen einsprang, erkannte den Treffer unter mäßigem Protest der Gäste ab.

Wesentlich mehr reklamierten die Zeckerner, als Florian Süß im Zweikampf mit Eggolsheims Tobias Hümmer nach einer weiten Flanke in den Fünfmeter-Raum zu Boden ging, Windisch jedoch auch hier weiterspielen ließ (50.). Patrick Emrich setzte danach Ackermann mustergültig in Szene, doch dieser schloss mit dem falschen Fuß ab (55.) und spitzelte vorbei. Endlich zeigten sich auch die Gastgeber über Tobias Fechner, der einen Heber über den entgegeneilenden und auf halbem Weg abstoppenden Torwart Schmitt versuchte (57.).

Flankenartige Einwürfe von Daum

Dann wieder Zeckern: Abermals bereitete Nicolas Daum eine Chance mit seinen weiten, fast flankenartigen Einwürfen vor. Die abgewehrte Kirsche fiel ihm sogar überraschend wieder vor die Füße, aber der Nachschuss war nicht zwingend genug, so dass Jendrysczyk die kurze Ecke zumachen konnte (61.). Die SpVgg legte nach. Ein Freistoß vom Strafraumeck durch Süß flog über den langen Winkel, einen weiteren Freistoß fast mittig an der Strafraumkante hob Daum über die Latte (74.). Eine Minute später hatten die Gästefans den Torschrei auf den Lippen, als abermals Daum in der Gasse angespielt wurde und sein platzierter Schlenzer vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang (76.).

Es schien - zumindest aus Zeckerner Sicht - eines jener Spiele zu sein, in denen man noch stundenlang zermürbende Versuche hätte fahren können, ohne jemals zum Erfolg zu kommen. So ließen denn Motivation und Kraft der SpVgg spürbar nach, Eggolsheim brachte den Vorsprung in der Schlussviertelstunde ohne größere Anstrengungen ins Ziel.

Die Meinung der Trainer

DJK-Trainer Michael Rödl lächelte zwar äußerlich, konnte jedoch die innere Unzufriedenheit kaum verbergen. Und wollte dies in seinem Fazit auch nicht: "Das war heute einfach grottenschlecht. Das muss ich so klar sagen und wir werden die Partie miteinander aufarbeiten. Vom Anfang weg kamen wir eigentlich nie wirklich ins Spiel. Ich weiß im Moment gar nicht wieso, denn es haben sich alle vor dem Spiel gut gefühlt. In einigen Phasen war es so wie gegen Adelsdorf, nur konnten wir die Räume heute überhaupt nicht zum Vorteil nutzen. Vielleicht waren es die Nerven, weil es bei einer Niederlage sehr eng hätte werden können, und die jungen Spieler sind in solchen Situationen noch nicht gefestigt. Aber am Ende zählen nur die Punkte." Die Frage, ob sich seine Mannschaft durch die offensive Spielweise der Gäste hat überrumpeln lassen, beantwortete Rödl mit einem gelassenen Grinsen: "Ich habe keine Erklärung, vielleicht war es der Wind."

Die Gefühlswelt von Lars Daniel war nach der Partie kaum zu definieren. In einem Wasserfall aus purer Enttäuschung sprudelte es aus ihm heraus: "Wir waren nach meiner Ansicht über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft. Wir waren im Zweikampfverhalten wesentlich stärker und insgesamt aggressiver und wir haben uns Chancen erarbeitet, was Eggolsheim eigentlich gar nicht gelang. Aber sie bekommen halt die drei Punkte. Ich hätte heute gerne lieber dreckig gewonnen als überlegen verloren. Allerdings hat bei unseren Chancen die letzte Konsequenz gefehlt, andererseits lassen wir bei einer einzigen Unachtsamkeit ein Gegentor zu. Es ist zweifellos ein unverdienter Sieg für den Gegner, aber egal, wir müssen uns auf die nächsten Spiele konzentrieren. Zu den unklaren Entscheidungen wollte ich eigentlich nichts sagen, bin aber sicher, dass unser Spieler nicht im Abseits stand und viele bei der anderen Szene Elfer gepfiffen hätten."