Beim ersten In-franken-Kick aus dem Frauenfußball sahen die 95 Zuschauer ein ansehnliches Verfolgerduell zweier auf Augenhöhe agierender Teams der Bezirksliga-Nord. Drei Mal gerieten die Gastgeberinnen der DJK-FC Schlaifhausen in Rückstand, nur zweimal konnten sie gegen die "Bixn" des SC Gremsdorf ausgleichen, die mit dem 3:2-Auswärtserfolg am Walberla heimfuhren und den guten Aufsteiger nun etwas abschüttelten.

Schmitt coacht nun die "Bixn"

Eine wichtige Information gab SC-Spielleiter Rainer Knoll bereits vor dem Anpfiff bekannt, denn mit Robert Schmitt übernimmt der amtierende U15-Trainer der Mädchen gleichzeitig die Bezirksliga-Mannschaft, nachdem Dominik Weißmeiers Engagement in der Vorwoche beendet wurde.
Der 46-jährige Schmitt, der die "Bixn" bereits im Vorjahr als Feuerwehrmann nach der Winterpause mit nur fünf Punkten übernahm und den Klassenerhalt schaffte, grenzte seine Schaffenszeit aber ein: "Ich mache es nur bis zur Winterpause, denn mit der U15 bin ich ausgelastet und spiele noch selbst in der AH, sonst kann ich gleich am Sportplatz zelten. Der Verein hat jemanden im Visier, die Gespräche stehen aber noch an."

Beim Anpfiff um 10.30 Uhr war der Zuschauerzuspruch noch spärlich, das lag vielleicht an falsch gestellten Winterzeit-Weckern, und somit verpassten die Langschläfer den furiosen Auftakt. Denn mit offenem Visier legten beide Reihen los, schon nach vier Minuten klingelte es im Kasten der Heimelf, als nach einem Fehler im Spielaufbau die antrittsschnelle Kathrin Litz auch noch Simone Wagner abschüttelte und abgeklärt an der entgegenkommenden DJK-Keeperin Ina Kügel vorbei zum 0:1 ins Netz schob. Postwendend glich Schlaifhausen aus: Ein von Angela Pieger herrlich vorbereiteter Angriff über den linken Flügel bis zur Grundlinie fand im Rückraum Anne Schwarz, die per Direktabnahme die Murmel am hinteren Fünfereck zum 1:1-Ausgleich in die Maschen drosch (5.). Kurz danach leistete sich Torfrau Kügel einen Fauxpas, als ihr Abschlag Richtung Carina Nögel zu kurz kam, als sie im Rasen hängen blieb. Litz roch den Braten und spitzelte grätschend zu Sonja Lutz, die nicht zögerte und die Kugel zur erneuten Gästeführung ins kurze Eck zum 2:1 bugsierte (11.). Kügel bügelte ihren Fehler gleich darauf mehr als aus, denn wieder tauchte Litz, durch die Gasse geschickt, vor ihr auf und die 26-jährige Torfrau glänzte mit tollem Reflex (15.).

In der Folge zogen sich die Gäste etwas zurück und die DJK übernahm die Initiative. Katha Stiller, die in dieser Phase oft ankurbelte, probierte es aus der Distanz (18.), zudem sprang ein doppelter Doppelpass zwischen ihr und Steffi Ebenhack kurz danach Letzterer vor dem Einschuss vom Fuß. Auch nach einer Ecke verpassten Luisa Wölfel und Angela Pieger nur sehr knapp. Wieder über Stiller eingeleitet wurde Ebenhack knapp vor dem Strafraum gefoult. Die erst 16-jährige Frederike "Freddy" Unruh, die fast alle Standards trat, schnappte sich das Leder und hob es platziert über die Mauer in den langen Winkel zum 2:2-Ausgleich (38.). Dann kam Aufregung bei den Anhängern der Gastgeber auf, die nach einem vermeintlichen Foul an Unruh einen Elfer forderten. Doch Referee Georg Marsching, der während der Partie angeschlagenen Spielerinnen aktiv auf die Beine half und sogar mit Atemübungen nach Bauchschuss brillierte, ließ weiterspielen und pfiff zur Halbzeit ab.

Schlaifhausen am Drücker

Schlaifhausen kam druckvoll aus der Pause zurück. So konnte sich Gästekeeperin Theresia Martin auszeichnen, als sie erst mit dem Knie gegen Ebenhacks Fernschuss rettete (48.) und kurz darauf nach einer Ecke den Kopfball von Katja Haskowic von der Linie kratzte (52.). Auf der Gegenseite stoppte Schwarz in allerletzter Sekunde die fast schon enteilte Lutz per sauberer Grätsche (54.). Ebenhack holte sich, wie zuvor bereits Haskowic, Gelb ab wegen Meckerns, weil sie ein begangenes Handspiel nicht wahrhaben wollte, ansonsten gab es nur weitere zwei Verwarnungen wegen Foulspiels. Nachdem die Gäste nach Tackling an Litz ein ebenfalls elfmeterwürdiges Foul sahen, Marschings Pfiff aber auch ausblieb, stand es in dieser Kategorie gleichsam ausgeglichen. Die Bixn waren längst im Spiel zurück und lauerten auf ihre Chance. Eine bemerkenswert faire Geste zeigte der Gäste-Betreuer mit dem Eiskoffer, der ohne zu Zögern die verletzt am Rasen liegende Pieger erstversorgte, obwohl die Partie genau jetzt auf Messers Schneide stand. Ein leichtfertig begangenes Foul am linken Strafraumrand brachte die dritte Führung für die Bixn: Litz legte sich das Spielgerät passend hin und zirkelte hoch aufs lange Eck. Kügel kam mit den Fäusten nicht mehr heran und so kassierte die Finze-Elf den Knock-Out zum 2:3 (78.). Obwohl die DJK mit dem Mut der Verzweiflung anrannte, wirkten diese Angriffsversuche zu ungeplant und nicht zwingend genug. Die Zeit lief den Walberla-Kickerinnen davon. Am Spielfeldrand sehnte SC-Trainer Schmitt, der den Bixn unentwegt lautstark Kommandos gab, den Abpfiff herbei. Nach einem letzten Freistoß von Unruh pfiff Marsching ab.

Die Meinung der Trainer

DJK-Trainer Kurt Finze war der verpasste Punktgewinn anzumerken, er grantelte: "Sicherlich war es für uns ärgerlich, weil wir ein an sich gutes Spiel verloren haben. Wenn man sich die drei Tore vor Augen hält, die waren alle vermeidbar. Etwas unglücklich, aber wir dürfen uns in dieser Spielklasse nicht beschweren, solche Fehler werden hier einfach bestraft. Nun geht es weiter, wir müssen unsere Punkte jetzt halt woanders holen. Am meisten ärgert mich das dritte Tor. Es war zwar ein guter Angriff der Gäste, aber ein völlig unnötiges Foul von uns. Der Freistoß war der einzige Schuss auf unser Tor in der zweiten Halbzeit und der geht auch noch ins lange Eck rein. Dann war die Zeit zu knapp. Es ist einfach sehr ärgerlich."

Neu-Trainer Robert Schmitt bilanzierte offen: "Wie erwartet war es das Spiel auf Augenhöhe mit dem glücklicheren Ausgang für uns. Ich hätte auch mit einem 3:3 oder 2:2 leben können. Schlaifhausen ging in der ersten Stunde ein hohes Tempo, gerade im Frauenfußball ist es schwer, das 90 Minuten durchzuhalten. Hier lag vielleicht der Schlüssel. Taktisch haben wir es gut gemeistert, Spielerinnen wie Kathrin Litz tauchen manchmal ab, sind aber dann voll da, wenn sie es müssen." Spielleiter Knoll warf zudem ein: "Den Umschwung hat der Robert in der Halbzeit mit seiner Ansprache erreicht. Er hat die Mädels wachgerüttelt."