Die Partie am Sonntag um 15 Uhr hätte für die Gastgeber bereits zum Finale avancieren können, denn der hartnäckigste Verfolger, der SV Kirchenbirkig, holte sich an Fronleichnam gegen den TSC Bärnfels beim 3:3 eine blutige Nase und büßte zwei Punkte im Titelkampf ein. Einen Strich durch die Rechnung der Concordianer machte der plötzliche und unerwartete Spielausfall bei den Reservisten des SV 08 Auerbach am Donnerstag, bei dem Leutenbach - einen Sieg vorausgesetzt - schon mit vier Punkten Vorsprung in das Spiel gegen Pegnitz hätte gehen können.

Markus Geck, Vorsitzender der Concordia, wundert sich über die Absage: "Klar, es hatte viel geregnet, einige Spielausfälle sind so auch erklärbar.
In Auerbach wäre ein Spiel aber in jedem Fall durchführbar gewesen, der Platz war trocken."

Trockenes Geläuf

Was den Vereinschef so sicher macht, ist der Umstand, dass ein Fußballer des FC aus der Nähe Auerbachs stammt: "Wir wollen keineswegs Stimmung machen oder falsche Gerüchte streuen, aber der Spieler von uns hat das, was er gesehen hat, fotografiert. Diese Bilder sprechen für sich." Für Trainer Walter Horsch war der Zeitpunkt der Benachrichtigung ungünstig: "Es ist nicht einfach gewesen für mein Team, sie waren hochkonzentriert und wussten um die Bedeutung. Aber zum Glück für uns haben die Bären um meinen alten Freund Gregor Neidhart uns mit dem 3:3 zumindest ein wenig Freude zurückgegeben."

Alle Mann an Bord

Personell kann Horsch, der die Concordia zu Saisonbeginn übernahm, aus dem Vollen schöpfen. Nach Auskunft von Vorstand Geck war dessen Verpflichtung ein Glücksgriff: "Seit Walter da ist, trainieren die Jungs wieder gerne. Es sind fast immer zwei komplette Mannschaften am Trainingsplatz. Er brachte die Spielfreude mit seinem variablen Übungen zurück und schaffte es außerdem, dass die Spieler neben dem Platz wie eine Familie auftreten. Nicht selten sind wir bei Auswärtsspielen länger bei der dritten Halbzeit anwesend als die Gastgeber." Horsch ist vor dem FC Pegnitz, der im Vorjahr in die A-Klasse abstieg und als Titelanwärter gehandelt wurde, gewarnt: "Sie haben fast alle Niederlagen leichtfertig gegen sogenannte leichte Gegner kassiert, bis auf das 2:4 am Saisonanfang gegen Kirchenbirkig. Gegen die vorderen Mannschaften waren sie immer top-motiviert. Zwar geht es seit ihrem Remis-Ausrutscher gegen Thuisbrunn eigentlich um nichts mehr für die Gäste, aber solche Gegner, die unbeschwert aufspielen können, sind die unbequemsten."

Gästespielleiter Florian Neukirchner ist in Personalunion auch Torhüter der Pegnitzer und vertrat beim 4:3-Sieg in Bieberbach FC-Spielertrainer Florian Schlegel, der im Türkei-Urlaub weilte: "Unser Trainer wird rechtzeitig zum Anpfiff dabei sein. Bei uns fehlt lediglich Spielführer Christian Maier, der in Berlin das DFB-Finale guckt, und Patrick Wimmer mit Muskelfaserriss. Für uns geht es in unserem letzten Saisonspiel nochmals darum zu zeigen, dass wir durchaus den vorderen Mannschaften Paroli bieten können. Leider haben wir uns ein paar unnötige Patzer erlaubt, wie bei der 0:2-Auftaktpleite gegen Hartenstein und beim 4:5 in Bieberbach in der Vorrunde, sowie zuletzt mit dem 0:2 gegen Obertrubach, unserem schlechtesten Saisonspiel, wodurch wir uns ein besseres Gesamtergebnis selbst nicht zugelassen haben."

Der Wiederaufstieg im Jubiläumsjahr zum 50. Vereinsbestehen, das Ende Juli gefeiert wird, wäre schön gewesen, sei aber vom Verein keine Vorgabe gewesen: "Zur Winterpause haben wir unsere Ziele neu ausgerichtet, aber wir wussten da schon, dass wir unsere Ausrutscher aus der Vorrunde noch bitter bereuen könnten. Jetzt wollen wir hier die drei Punkte zum Abschluss mitnehmen, sonst brauchen wir erst gar nicht herzufahren."
Eine Nachbarschaftshilfe für Kirchenbirkig wäre es zudem noch, das ist aber nicht der einzige Antrieb der Gäste: "Aus diesem Blickwinkel wäre der Aufstieg der Leutenbacher das kleinere Übel für uns, weil uns sonst ein rasantes Derby wegfallen würde. "