Beim Infran-ken-Kick in Ebermannstadt behielt der heimische TSV mit einem 2:1-Sieg über den FC Wichsenstein die Oberhand. Aber nicht nur durch die eigene Niederlage konnten die Gäste nicht mehr in den Kampf um den Vizemeistertitel der Kreisklasse 2 einwirken, denn die DJK-TSV Kersbach gab sich keine Blöße und holte sich mit dem 1:0-Sieg im Heimderby über Effeltrich vorzeitig den zweiten Rang. Somit nimmt Kersbach an der Relegation zur Kreisliga teil, der SV Moggast hingegen kam kampflos zu Meisterschaft samt Aufstieg ins Kreisoberhaus. Denn die Reservisten des FC Burk traten zum Auswärtsspiel nicht an.

Jungspunde trumpfen auf

Vorweg: Überragende Akteure auf dem Rasen waren zwei 18-Jährige. Während Alexander Kapp fast an jeder Szene beteiligt war, rettete Jungtorwart Niklas Böhm den Sieg.
Es waren noch keine 20 Sekunden gespielt, da klingelte es bereits im Gästekasten von Marc Wehrfritz. Vom Anstoß weg marschierte Marco Mlodyschewski scheinbar mühelos Richtung FC-Strafraum und schob unter dem entgegeneilenden Keeper zur 1:0-Führung ins Netz. Die Abwehr der Gäste, die den Namen in dieser Szene nicht verdiente, wurde völlig überrumpelt und schien mit den Gedanken noch in der Kabine.

Der TSV operierte folglich mit gefälligen Spielzügen, Ausgangspunkt war häufig der ideenreiche Alexander Kapp, der seine Mitspieler oftmals mit Sahnepässen in Szene setzte. Die Gäste, die mit einigen Nachwuchsspielern begannen, fanden zunächst kein Rezept, hatten aber nach 9 Minuten zwei Chancen zum Ausgleich. Erst flog ein Eckball auf den langen Pfosten, doch Florian Neef warf sich in die Direktabnahme von Jörg Rösch. Den Rückläufer flankte Florian Wehrfritz auf die andere Seite, aber der Flugkopfball von Stefan Alt ging daneben. Für die Heimelf scheiterte Kapp nach Zuspiel von Mlodyschewski per Dropkick, kurz danach rettete Marc Wehrfritz mit den Fäusten gegen Kapp (18.).

FCW löst Umklammerung

Die Gäste konnten sich erst nach 20 Minuten befreien, als Ebermannstadt allmählich nachließ und bis kurz vor dem Wechsel einen Durchhänger hatte, ohne dass Wichsenstein davon profitierte.

Wehrfritz im Gästetor versuchte in dieser Phase, seine Mitspieler mehrfach mit einem Urschrei aufzurütteln. Allerdings vergebens, denn kurz danach markierte Nico Schneider das 2:0, als Kapp ihn mit einem Zuckerpass in die Gasse auf die Reise schickte und dieser den FC-Keeper wieder tunnelte (44.). Somit trafen ausgerechnet die beiden vor dem Spiel verabschiedeten Akteure, die Ebermannstadt am Saisonende verlassen.

Drei neue Wichsensteiner

Durch einen Dreifachwechsel in der Pause setzte Wichsenstein alles auf eine Aufholjagd. Mit den Routiniers Manuel Backof in der Zentrale, sowie Armin Schüpferling und Torjäger Volkan Güla als Spitzen kam mehr Druck ins Gästespiel. Erst verzog Florian Wehrfritz (50.), dann scheiterte Spielertrainer Rösch per Freistoß, als TSV-Torwart Niklas Böhm, der langsam in den Mittelpunkt rückte, den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte klärte. Bei Gülas Zuspiel auf Almeida rettete Böhm per Fußreflex (57.).

Beim Entlastungsangriff über Kapp, der Okan Kilic einsetzte, wurde dieser geblockt - und postwendend kam Wichsenstein zum Anschlusstreffer. Erst brachte Rösch eine Ecke im Fünfer nicht mit dem Knie über die Linie, doch nach dem Befreiungsschlag kam die Kirsche zu Armin Schüpferling, dem die aufgerückten TSVler nicht mehr einholten und der mit der Spitze zum 1:2 einnagelte (62.). Dann probierte es Güla aus der zweiten Reihe und zirkelte über den Winkel, jedoch hätte Max Wunder beim Gegenzug fast den Sack zugemacht (70). Der Ausgleich schien eine Frage der Zeit, die junge TSV-Garde schien platt, Wehrfritz hämmerte einen 22-Meter-Kracher an den Außenpfosten (79). Böhm rettete per Glanzparade gegen Viktor Gotmann und eine Minute später mit dem Fuß gegen Almeida (84.). Als Güla alleine vor Böhm auftauchte, glaubte sich der FC am Ziel, doch auch diese Chance fischte der 18-Jährige ab (87). Referee Trescher, der wenig Mühe hatte, schickte kurz vor Abpfiff FC-Trainer Rösch per Ampelkarte zum Duschen, der vor Max Wunder und Kapp zu klären versuchte (88). Der Schlusspunkt gehörte dann wieder Jungkeeper Böhm, der abermals gegen Güla rettete und beim Nachschuss von Gotmann Kopf und Kragen riskierte - und den Sieg festhielt.

Die Meinung der Trainer

TSV-Spielertrainer Birol Aksoy bilanzierte entspannt: "Ein verdienter Sieg. Die erste Halbzeit haben wir überragend gespielt und waren von der Spielanlage besser, aber die zweite Halbzeit war schon schwer für uns. Da hatten wir den Faden verloren, sind aber wieder gekommen. Es war klar, dass die Gäste mit mehr Routine auf den Platz zurückkommen würden. Wir hatten aus der A-Jugend fünf Spieler dabei und diese feierten einen Tag zuvor ihre Meisterschaft, deswegen waren sie am Ende sehr müde." Auch die Ersatzspieler hatten zuvor in der Reserve gespielt, die den Klassenerhalt sicherte, dann wäre eben die Luft ausgegangen: "Das muss man den Jungen nachsehen, sie haben halt ein wenig gefeiert. Unser junger Keeper hat klasse gehalten. Ein bisschen unsicher ist er noch, aber auf der Linie schon sehr stark."

FC-Spielertrainer Jörg Rösch war dagegen wenig begeistert: "Naja, es hatte noch gar nicht begonnen und schon steht es 0:1. Auf dem großen Platz hier ist das für uns schon auch ein Faktor, daran müssen wir uns erst anpassen. In der ersten Hälfte passierten zu viel Ballverluste, wie beim 0:2. Ein Querpass und dann war es passiert."
Die erste Halbzeit hätte sein Team schlichtweg verschlafen und erst nach der Pause ins Spiel gefunden: "Es war noch genügend Zeit und wir hatten Chancen. Aber wir haben die Möglichkeiten nicht gemacht. Insgesamt geht das 1:2 schon in Ordnung, denn wir hatten zu viele Phasen dabei, wo wir uns den Sieg nicht verdient hatten. Zumindest hat Kersbach den Relegationsplatz nicht wegen unserer Niederlage bekommen."