Die Vorbereitung auf das Derby verlief ungewohnt, denn beide Trainer verweilten bis zum Wochenende im Sommerurlaub.
Udo Prell, Spielertrainer der Heimelf, erholte sich unter der Woche in den österreichischen Alpen nahe Kitzbühel vom turbulenten Auftaktprogramm. Dem 3:1-Sieg im Gemeindederby in Kirchehrenbach folgte der 0:4-Dämpfer gegen den Aufsteiger Muggendorf. Das 2:2-Remis am letzten Sonntag in Langensendelbach sieht der SV-Spielleiter Detlef Schneider als "vollkommen in Ordnung" an. In Vertretung von Prell, der zum Anpfiff rechtzeitig vom "Wilden Kaiser" zu Hause sein will, resümiert Schneider den bisherigen Saisonverlauf: "Auswärts ein Punkt ist immer okay. Aber daheim müssen die Spiele gewonnen werden."
Und das auch, so Schneider, wenn es gegen "favorisierte Gegner mit einem breiten Kader" wie gegen Burk gehe. Allerdings fehlt der rot-gesperrte Felix Hüttner, und David Schlenz laboriert an einer Oberschenkelverhärtung.
Sein Einsatz ist offen. Dafür seien die Abgänge gut verkraftet worden, die Neuzugänge versprechen Gutes und hätten sich gut integriert: "Wir wollen uns stabilisieren, denn Potenzial ist vorhanden. Zu den Spielen gegen Kirchehrenbach und Muggendorf kann man nur sagen: Einmal hui, einmal pfui."
An die beiden Spiele der letzten Saison gegen Burk erinnert sich der Spielleiter der "Gloria" noch gut: "Im vergangenen Herbst bekamen wir zu Hause eine 2:6-Klatsche. Die liegt uns noch schwer im Magen und deshalb haben wir gegen den FC etwas gutzumachen. Das Rückspiel im Mai endete 1:1- Unentschieden, was den gezeigten Leistungen entsprach."
Apropos Remis: Dies war das zwölfte von 13 Unentschieden der Weilersbacher binnen 30 Vorjahrespartien. Burk landete direkt dahinter mit zwölf Punkteteilungen, weshalb sich beide "Remis-Könige" der Kreisliga nennen können. Weilersbach verlor gar nur eine Partie mehr als die SpVgg Erlangen als Meister und Aufsteiger: Aber wegen der vielen Unentschieden musste bis zum Schluss um den Klassenerhalt gebangt werden. Den Burkern gelang sogar das Kunststück, in den letzten sieben Spielen allesamt die Punkte zu teilen, womit ein weitaus erfolgreicherer Saisonabschluss (Platz 6, 45 Punkte) leichtfertig vergeben wurde - denn zum Titel reichten 54 Zähler.

Direkte Tabellennachbarn


Momentan sind die beiden Kontrahenten direkte Tabellennachbarn im Mittelfeld, die nur durch das Torverhältnis getrennt sind. Bei den Gästen fehlt Trainer Alexander Spath noch über das Spiel hinaus. Er kehrt erst am Sonntag aus dem Sizilien-Urlaub heim und wird vom Co- und Torwarttrainer Thomas Oppelt sowie vom Reserve-Coach Thorsten Benning an der Linie vertreten. Oppelt zu Folge fährt der FC hochkonzentriert ins Derby, denn die heimstarken Weilersbacher seien nicht zu unterschätzen: "Vor allem Rene Schrettenbrunner, der ja hier in Burk das Fußballspielen lernte, wird mächtig motiviert sein. Ihn kann man ohnehin keine 90 Minuten unter Kontrolle haben." Die Saisonvorbereitung sei positiv verlaufen. Bis auf das Totopokal-Halbfinale gegen Baiersdorf, das Burk auch hätte gewinnen können, sei der FC trotz namhafter Gegner ungeschlagen gewesen. Der Saisonauftakt mit dem Punktverlust gegen Lonnerstadt (1:1) und der 0:1-Heimniederlage letzte Woche gegen Poxdorf sei aber nicht ideal gewesen, wie Oppelt meint.
Nach ganz vorne ist schon ein wenig Luft: "Aber die Saison ist noch lang. Wir haben unseren Kader in der Breite umfassend verstärkt und das Leistungsniveau innerhalb der Mannschaft ist sehr ausgeglichen. Manchmal haben wir sogar ein kleines Luxusproblem, weil wir viele Alternativen haben, wenn alle da sind. So macht das natürlich auch mehr Spaß."
Damit die Freude nicht zu groß wird, sind vier Akteure der ersten Garnitur - wie Trainer Spath - noch im Urlaub: "Uns fehlen Oliver Saffer, Florian Neubauer, Matthias Kubiak und Murat Ciftci. Letzterer traf beim 3:2-Sieg gegen Großenseebach dreimal ins Schwarze und auch Kubiak ist immer für ein Tor gut. Aber dafür kehren Deniz Demirsayar und Felix Weyh aus den Ferien heim", berichtet Oppelt. Benning lässt die Marschroute erkennen: "Trotzdem ist uns nicht bange. Und wir fahren auch nicht nach Weilersbach, um nur einen Punkt zu holen. Es muss ein Sieg her."