Die 340 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit eine enorm starke Jahn-Elf, was sich im Eckenverhältnis von 7:0, fast 80 Prozent Ballbesitz und in einer 2:0-Pausenführung deutlich widerspiegelte. "Woran es lag, weiß ich auch nicht", sagte der nach seiner Rot-Sperre zurückgekehrte Kapitän Florian Clausnitzer über den Einbruch nach dem Seitenwechsel. "In der ersten Halbzeit haben wir eine ordentliche Leistung geboten und hochverdient geführt. Im zweiten Durchgang verloren wir den Faden und es wurde immer schwieriger, ins Spiel zurückzufinden."

Bereits in der ersten Minute sorgten die Hausherren, die auf ihren verletzten Torjäger Oliver Seybold verzichten mussten, für Gefahr, als nach Vorarbeit von Max Göbhardt und Adem Selmani ein 16-Meter-Schuss von Ferdinand List knapp übers Gehäuse ging.
In der fünften Minute ging der Jahn in Führung, als nach einem Selmani-Eckball von der rechten Seite Steffen Konrad von der Strafraumgrenze abzog und der Ball unhaltbar im Frohnlacher Tor einschlug. "Dann wird es natürlich schwer, in Forchheim zu bestehen", gab Stefan Braungardt zu. Der VfL-Trainer hatte die Standardsituationen vorher deutlich angesprochen.


Frohnlach hilft Forchheim beim 2:0


Forchheim kontrollierte danach weiter das Geschehen, setzte mit guten Kombinationen und schnellem Spiel den VFL permanent unter Druck und in der 28. Minute fiel dann auch der zweite Treffer. Nach Pass von Selmani setzte sich der gut aufgelegte Sebastian Schäferlein rechts durch und flankte scharf in den Strafraum. Hier verpassten zunächst Freund und Feind den Ball, doch Yannick Teuchert lenkte beim Rettungsversuch das Leder ins eigene Gehäuse.

Bis zur Pause bestimmten die Hausherren weiter das Spiel und nachdem Clausnitzer in der 40. Minute mit einem Schuss am Gästekeeper scheiterte, kam der Gast zur ersten nennenswerten Möglichkeit. Ein Weitschuss von Tevin McCullough streifte jedoch am Pfosten vorbei. So ging der Spitzenreiter mit einer hochverdienten Führung in die Pause und niemand auf dem Jahn-Gelände dachte, dass die biederen Gäste dem Spitzenreiter noch Probleme bereiten könnten.


Beck muss zweimal retten


Dies änderte sich allerdings bereits sofort nach Wiederanpfiff. Denn in der 47. Minute kam kam McCullough nach einem Eckball aus kurzer Distanz frei zum Kopfball, doch Türhüter Rüdiger Beck klärte mit einer Glanzparade. Fünf Minuten danach stand der Jahnkeeper wieder im Mittelpunkt, als nach einem schnellen Konter, den Alexander Eckert einleitete, Tayfun Özdemir zum Schuss kam: Beck war erneut auf dem Posten und rettete überragend.

Die Gastgeber kamen nun nicht mehr ins Spiel, verloren total den Faden, spielten ihre wenigen Konterangriffe nicht konsequent aus. Dies änderte sich auch durch die Einwechslungen von Thomas Roas und Sven Becker zunächst nicht. Viele Fehlpässe, unnötige Ballverluste und immer wieder weit nach vorne geschlagene Bälle brachten die Gäste immer besser ins Spiel und so war es fast schon logisch, dass die Frohnlacher in der 73. Minute zum Anschlusstreffer kamen und das Spiel wieder spannend wurde.


Frohnlach will das Spiel kippen


Nach einer Kopfballvorlage von Marcel Burkard zog McCullough aus circa zwölf Metern direkt ab und der Ball landete unhaltbar im Forchheimer Tor. "Die zweite Halbzeit war in Ordnung und wir hatten die Chancen, um das Spiel zu kippen", sagte Braungardt. Leider sei es seinem Team nicht gelungen. "Meine jungen Spieler müssen nun schnellstens in der Bayernliga ankommen, sonst wird es schwierig, da unten heraus zu kommen."

Denn nach einer weiteren Freistoßchance für die Frohnlacher in der 80. Minute wurde der Tabellenführer in den Schlussminuten wieder stärker. In der 84. Minute fanden zunächst Roas und danach Clausnitzer mit ihren Schüssen im Gästetorhüter ihren Meister und in der 89. Minute verfehlte Becker mit einem Weitschuss knapp das VfL-Tor. Inder letzten Minute des Spieles fiel die endgültige Entscheidung. Clausnitzer setzte sich an der Eckfahne gegen zwei Gästespieler durch, passte von der Grundlinie aus nach innen und Roas drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.


Fast das Spiel aus der Hand gegeben


Trainer Michael Hutzler war am Ende froh über die drei Punkte. "Die schwache Leistung der zweiten Halbzeit", sagte der Coach, "gibt allerdings zu denken." "Ich weiß nicht, warum wir das Spiel erneut so aus der Hand geben konnten. Wir haben im zweiten Durchgang die Bälle nur noch nach vorne gespielt, anstatt das Spiel zu kontrollieren, sind deshalb immer mehr unter Druck geraten und haben den Gegner selbst stark gemacht. Dies müssen wir nun analysieren, besprechen und schnellstens abstellen", erklärte Hutzler.

Die nächsten Gegner, Erlangen-Bruck, Aschaffenburg und Weiden, könnten ähnliche Durchhänger konsequenter ausnutzen als Frohnlach. Am überragenden und sehr erfolgreichen Saisonstart der Forchheimer würde dies allerdings auch nichts ändern.


Die Statistik zum Spiel:


SpVgg Jahn Forchheim: Beck - Eisgrub, Woleman, Zametzer (60. Roas), Selmani, Konrad (65. Becker), Özdemir, Schäferlein, Clausnitzer, Göbhardt, List (89. Neudecker).

VfL Frohnlach: Hempfling - Baier, Eckert, Beetz, Hartmann (39. Makrigiannis), Autsch (67. Peker, 88. Civelek), Teuchert, Özdemir, Güngör, McCullough, Burkard.

Schiedsrichter: Alexander Arnold (Langenleiten).
Zuschauer: 340.
Tore: 1:0 Steffen Konrad (5.), 2:0 Eigentor (28.), 2:1 Tevin McCullough (73.), 3:1 Thomas Roas (92.).