Wer bei Laufveranstaltungen in der Region startet, der trifft interessante Menschen mit ausgefallenen Ideen. Querläufer Jochen Brosig war sofort Feuer und Flamme, als es um eine Staffel für den Thüringen-Ultra ging. Helmut Rösch vom FSV Großenseebach hatte 2013 den Einfall, diese Staffel zu organisieren. Schon im Ziel vereinbarten Reinhold Trautner und Jochen Brosig für 2014 den Start als Zweierteam. Nach dem überragenden Sieg als Zweier-Staffel war die logische Folge, als nächstes solo an den Start zu gehen. Dieses Jahr wollen sie das Projekt zum Abschluss bringen.

Querläufer: Warum wieder ein Ultra in Thüringen? Was ist für Dich das Reizvolle daran?
Reinhold Trautner: Die Thüringer Landschaft. Deshalb bin ich schon mehrmals in Thüringen gestartet. Außerdem ist der Supermarathon am Rennsteig ein Trail-Lauf. Die Strecke führt 73 Kilometer durch Wald und Wiesen. Für mich ist die Streckenlänge eine neue Herausforderung.

Beide Läufer, Trautner und Brosig, starten am "Langen Kanten", dem Rennsteig. Beide suchen die Herausforderung gerne bei Landschaftsläufen. In diesem Fall: 73 Kilometer, garniert mit etlichen Höhenmetern. Der Start ist in Eisenach, das Ziel liegt in Schmiedefeld. Das Wechselspiel von bergauf und bergab erfordert ein spezielles Training. Zum Glück liegt ein solches Trainingsgebiet vor der Haustüre in der Fränkischen Schweiz. Wieder wird von den Trail-Läufern das Gelände um das Walberla favorisiert. Möglichkeiten gibt es dort genug.

Querläufer: Die gemeinsamen Trainingsläufe waren die eine Sache. Aber wie hast Du Deine Vorbereitung weiter gestaltet?
Reinhold Trautner: Unser gemeinsames Training hat viel Spaß gemacht. Am Walberla gibt es viele abwechslungsreiche Wanderwege. Zu meiner Vorbereitung gehörte auch die Teilnahme am Weltkulturerbelauf, der ja auch etliche Höhenmeter aufweist.

Die Franken-Trail-Runner-4er-Staffel stand 2013 auf Gesamtplatz 3 beim Thüringen-Ultra. Ein Jahr nach diesem Erfolg holten sich Trautner und Brosig den Gesamtsieg der 2er-Staffel-Konkurrenz. Die Ansprüche sind hoch. Während Trautner ambitioniert die Sieben-Stunden-Marke anvisiert, will Brosig den Rennsteig als Vorbereitung für den 100-km-Lauf in Fürth nutzen. Außerdem ist ein weiterer Großenseebacher am Start. Von Neuhaus aus begibt sich Leon Terentiv auf die anspruchsvolle Marathonstrecke.

Querläufer: Wie hat Dir der Rennsteig-Supermarathon letztes Jahr gefallen?
Leon Terentiv: Sehr gut. Das war mein längster Ultra bis dahin. Die Landschaft ist sehr schön. Der Zieleinlauf unbeschreiblich. Deshalb bin ich dieses Jahr wieder am Start. Dieses Mal beim Marathon. Damit habe ich auf allen drei Distanzen am Rennsteig gefinisht. Halbmarathon, Marathon und Supermarathon.

Die Vorbereitungen liegen hinter uns. Seit heute Morgen um 6 Uhr sind Reinhold und ich mittendrin. Wie weit ist er wohl vor mir? Und wo wird Leon sein? Die Marathonläufer sind um 9 Uhr ebenfalls gestartet. Am Verpflegungspunkt Grenzadler bei Kilometer 54,7 bin ich froh, wieder eine kurze Pause zu machen. Hier bin ich letztes Jahr wegen einer schmerzenden Achillessehne aus dem Rennen gegangen. Die Verpflegung am Rennsteig ist genial. Alles, was das Läuferherz begehrt, wird von den Thüringern aufgetischt. Kohlehydrate sind beim Ultra besonders wichtig. Die letzten 18 Kilometer werden wie erwartet richtig hart. Meine Kräfte schwinden. Ab jetzt geht es nur noch bergab. Schmiedefeld liegt auf 710 Metern. Der Querläufer gibt ab der letzten Verpflegungsstelle bei Kilometer 64 noch einmal Gas.

Im Ziel erwartet mich Reinhold. Dieses Jahr hat es ihn erwischt. Wegen einer schmerzenden Wade und Problemen im Oberschenkel ist er bei der 54,7- km-Wertung raus. Seine Zeit von 5:21:54 Stunden kann sich sehen lassen. Ein strahlender Leon kommt mir im giftgrünen Finisher-Shirt entgegen. Mit 4:20:21 Stunden war er auf der Marathonstrecke erfolgreich. Auch der Querläufer ist überglücklich. Hat er doch einen perfekten Lauf hingelegt. Er belegte auf der 73,5-km-Strecke mit einer Zeit von 7:28:58 Stunden einen guten 261. Platz in der Gesamtwertung und kam in der Altersklasse M50 auf den 40. Platz.

Run happy and smile!
Euer Querläufer