Weniger als 24 Stunden nach dem Weidener 2:0-Sieg hat sich die SpVgg Jahn Forchheim am Samstag die Tabellenführung in der Fußball-Bayernliga Nord zurückgeholt - mit einem beeindruckenden 5:0 beim Vorjahreszweiten TSV Aubstadt.

TSV Aubstadt - SpVgg Jahn Forchheim 0:5
Die Vorzeichen sprachen nicht für einen klaren Auswärtssieg. Ohne Ferdinand List, der bei der Hochzeit seines Bruders war, gingen die Forchheimer unter starkem Regen aufs Feld. Aber: Keine zwei Minuten waren gespielt, als Steffen Konrad eine Flanke in den Aubstadter Sechzehner schlug, ein TSV-Spieler diese aber per Hand vorm Ankommen bewahrte. Die Proteste der Hausherren hielten sich in Grenzen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Thomas Roas.


Mit Kombination durch die Lücke

Mit der Führung im Rücken bestimmte der - zu diesem Zeitpunkt wieder - Tabellenführer die Partie, die dicht gestaffelten Aubstadter konnten die kombinierenden Gäste nicht lange aufhalten. Eine Lücke nutzte Adem Selmani, um Mergim Bajrami auf den Flügel zu schicken. Der Neuzugang von der SpVgg Ansbach zog nach innen und selbst ab. Vom Innenpfosten sprang der Ball zum 2:0 ins Tor (18.).

Trotz zahlreicher weiterer Möglichkeiten blieb es nach 45 Minuten bei dem Ergebnis, das dem Vorjahres-Zweiten und Relegationsteilnehmer Hoffnung ließ. Das monierte Jahn-Trainer Michael Hutzler, der mit dem Auftritt seiner Jungs ansonsten hoch zufrieden war: "Wir hätten bereits zur Pause 5:0 führen müssen, dann wäre das Spiel entschieden gewesen." Lange musste Hutzler aber nicht mehr warten, bis die Punkte 17 bis 19 sowie die Tore 20 bis 22 eingefahren waren. Hinter Oliver Seybold (4) teilen sich Bajrami, Roas und Maximilian Göbhardt mit je drei Toren den zweiten Platz der internen Torschützenliste.

Die Entscheidung nahte

Denn entgegen der Erwartungen setzten die Grabfelder nun nicht alles auf eine Karte, sondern zogen sich wie der Regen zurück. Stattdessen besserte die Sportvereinigung ihre Chancenverwertung schlagartig auf: Roas zirkelte das Leder auf Vorarbeit von Selmani zum 0:3 über die Linie (53.). Und drei Minuten später erwies er sich als Vorlagengeber für Oliver Seybold, der mit der Pike seinen vierten Saisontreffer markierte.

Und auch Seybold gab sich mit der Rolle des Schützen alleine nicht zufrieden. Für den Endstand bediente er Bajrami (79.). "Ich habe bei Mergim zwar nie einen Knoten festgestellt", erklärte Hutzler, "aber wenn, dann ist er jetzt geplatzt." Vom Einwechselspieler und Joker entwickelte sich der 19-Jährige nämlich zum Stammspieler und nun zweifachen Knipser. Dabei ist das Toreschießen gar nicht seine vorwiegende Aufgabe. "In Ansbach hat er im Mittelfeld gespielt", sagte Hutzler, der mit seinem Team nun schon den achten Spieltag in Folge auf Rang 1 der Bayernliga Nord steht. rup