Sommer, Sonne und kühle Getränke. Genau die richtigen Voraussetzungen für ein Musik-Festival, bei dem die Massen toben!

Falsch! Besonders das oberpfälzische Power-Pop-Trio "Beisser" mit ihrem Bavarian-Rock hatten alle Mühe, ihre Enttäuschung über die doch sehr spärliche Zuschauerzahl zu verbergen. Wie zum Auftakt des Soundfeel Festivals waren auch am Samstag nur schätzungsweise 150 Musikfans gekommen. An der musikalischen Qualität der "Beisser", den extrovertierten "Rainer von Vielen" und "Claire", die nach einer zehnmonatigen Schaffenspause wieder live auf der Bühne standen, kann der spärliche Besuch jedenfalls nicht gelegen haben.



MIni-Programm
Die Beisser begannen gegen 18 Uhr mit ihrem Auftritt. Ihr bester Song: "Mädels im Parker", ein selbst geschiebenes Lied , das sie sehr rockig zu präsentieren wussten. Doch kaum hatten die Beisser so richtig losgelegt, da war ihr Auftritt auch schon wieder vorbei. Die Band hatte leider nicht mehr Titel in Petto. Sehr schade!

"Rainer von Vielen", eine Band aus dem Allgäu die so genannten "Bastard-Pop" kredenzten, zogen das Publikum mit ihrer extrovertierten Art förmlich vor die Bühne. Es wurde fröhlich gesungen und getanzt. Denn: Rainer von Vielen kann nicht nur rocken und mit deutschem Hip-Hop unterhalten, sie können auch mal etwas Ruhigeres spielen. Variabilität scheint also eines ihrer Erkennungsmerkmale zu sein. Das zweite Alleinstellungsmerkmal der Band: Die Katholische Kirche verhängte gegen das Quartett wegen Ihres Songs "Großer Bla" ein Auftrittsverbot. Dennoch spielten die Allgäuer ihren Aufruf gegen Religiosität. Laut eigenen Angaben unterstützen sie mit diesem Song die Initiative von Sigmund Freud, der Religion als "gesellschaftliche Neurose" entlarvte.

Frei nach dem Motto: "Das Beste kommt zum Schluss" betrat Claire mit ihren Musikern die Bühne. "Claire", das sind Matthias Hauck, Nepomuk Heller und Florian Kiermaier, sowie die Sängerin Josie-Claire Bürkle. Ihre Musik lässt sich irgendwo zwischen Synthpop, Electro-, Nic-Pop, Halftime Beats, und Indie einordnen. Die Münchner selbst bezeichnen Ihre Musik als "Neon Pop". So gesellten sich zu einer starken gesangstechnischen Leistung auch mal etwas härtere und elektrische Klänge. Nun waren die Zuschauer (endlich) so richtig "feierwütig" geworden. Jetzt nahm sich der 20-jährige DJ "Lumor" aus Nürnberg des Publikums an und unterhielt die Gäste mit Electronic Dance und House Musik.