"Trotz Corona sind wir am Planen, wie sich Ebermannstadt weiterentwickeln kann", sagt Zentrenmanagerin Annika Stintzing. Die Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) ergänzt: "Dazu nutzen wir jetzt die Zeit, wenn weniger Außentermine sind." Für dieses Jahr haben das Zentrenmanagement und die Stadtverwaltung die Handlungsfelder digitale Stadt , Tourismus, Wirtschaftsförderung, Mobilität, Organisation und öffentlicher Raum festgelegt.

"Die Händler in Ebermannstadt sind affiner für das Digitale geworden", erklärt Annika Stintzing. Deshalb sollen unter dem Punkt "Digitale Stadt " das Stadtleben und alle Lebensräume Ebermannstadts abgebildet werden. "Und wir wollen das lokale Gewerbe beim Digitalisierungsprozess begleiten und unterstützen", ergänzt die Zentrenmanagerin. Hierzu wurde ein Kernteam gebildet, das sich um dieses Thema kümmert. Anfang ist der Onlineauftritt "Ein Herz für EBS". Hier werden die lokalen Gewerbe vorgestellt, es können Gutscheine gekauft werden, und die Bürger werden über Abhol- und Lieferservices informiert.

Digitale Einkaufsstadt Bayern 2020"

Finanzielle Unterstützung gibt es für dieses Handlungsfeld aus dem Förderprogramm "Digitale Einkaufsstadt Bayern 2020". Und so kann in diesem Jahr ein digitales Stadtportal angegangen werden, das die Lebensräume der Stadt abbilden und als zentrales Informationsmedium für die Bürger dienen soll. Auch Neubürger haben dann die Möglichkeit, sich online auf einer Plattform über alle Themen Ebermannstadts zu informieren: zum Beispiel, welche Vereine es gibt mit der Möglichkeit sich online anzumelden, wo ein Kindergartenplatz frei ist, welche Freizeitmöglichkeiten oder Veranstaltungen angeboten werden. " Bürger , Neubürger oder Kunden finden hier alles über Ebermannstadt ", fasst Annika Stintzing zusammen.

Hilfe für Händler

Doch das ist nicht alles. Neben der Entwicklung des Stadtportals sollen auch die Händler bei der Digitalisierung unterstützt werden. "Das ist quasi Hilfe zur Selbsthilfe", erklärt Stintzing. Es geht hierbei um die Seminarreihe "Digitalführerschein", die bereits angelaufen ist. Hier lernen die Gewerbetreibenden von regionalen Referenten, wie sie zum Beispiel gute Fotos mit einfachen Mitteln machen können. "Das geht auch mit der Handykamera, denn gute Fotos sind wichtig und sollen Emotionen vermitteln", erklärt die Zentrenmanagerin. Interessenten können sich auch informieren, wie sie Geschichten in digitaler Form spannend erzählen können, um ihr Zielpublikum zu erreichen. Außerdem gibt es Arbeitstreffen, in denen die Teilnehmer lernen, wie ihr Geschäft in Suchmaschinen gefunden wird oder wie sie sich auf sozialen Medien gut präsentieren.

"Ich finde es faszinierend, dass bei allem die Praxisnähe im Vordergrund steht", wirft Christiane Meyer ein, und Annika Stintzing nickt zustimmend: "Da bekamen wir sogar einen Anruf aus Dingolfing, die das auch so sehen, denn dort hatten wir das Konzept vorgestellt."

Der Tourismus

Doch nicht nur die Digitalisierung wird im neuen Jahr ein Thema sein. 2021 soll eine klare touristische Positionierung festgelegt werden. Das beginnt mit der Erstellung eines auf die Stadt Ebermannstadt zugeschnittenen Tourismuskonzepts. Unter dem Punkt Wirtschaftsförderung sollen die Gewinner des Existenzgründerwettbewerbs bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen in Ebermannstadt weiter unterstützt und begleitet werden. Und es sollen wieder Unternehmerstammtische stattfinden.

Außerdem sind auch in diesem Jahr Marktsonntage geplant. "Dafür erarbeiten wir eine Dachmarke, und es soll übergreifende Themen geben", erklärt Annika Stintzing. Zum Beispiel könnte es das Thema "Frühlingserwachen" geben, bei dem viele Pflanzen angeboten werden, die Menschen wieder draußen Eis essen und sich an kleinen Darbietungen am Markt erfreuen können. "Märkte sind für unsere Bürger ein wichtiges Thema, denn die sind sehr beliebt", sagt Christiane Meyer . Für sie selbst seien die Märkte wie ein kleiner Urlaub, denn sie verbinde diese mit schönen Kindheitserinnerungen. "Das sind alles kleine Bausteine der Innenstadtentwicklung, die zu einem großen positiven Gesamtergebnis führen sollen", erläutert die Bürgermeisterin .

Mobilität

Im Handlungsfeld Mobilität werden Maßnahmen zur Schulwegsicherheit oder alternative Mobilitätsangebote vom Zentrenmanagement unterstützt. Außerdem werden Kooperations- und Organisationsstrukturen zwischen den lokalen Akteuren gefördert.

Im Handlungsfeld öffentlicher Raum gibt es ein Projekt, das Christiane Meyer am Herzen liegt: die "Waldsofas". Um die Lebensqualität zu verbessern, werden große Bänke aufgestellt an den Lieblingsplätzen von Bürgern , die das Projekt unterstützen und ihre Geschichte zu dem Platz erzählen. "Da brennt die Andrea Hutzler dafür. Die hat sich das auch ausgedacht. Ich mache auch mit und habe einen Lieblingsort", verrät die Bürgermeisterin .

"Wir haben ein buntes Programm und viele bürgernahe Projekte", fast Annika Stintzing zusammen. Christiane Meyer hofft, dass viele Menschen sich mit Ideen beim Zentrenmanagement melden: "Wir brauchen die vereinte Intelligenz von Ebermannstadt und freuen uns über jede Idee."