Ungeahnte finanzielle Last liegt auf den Schultern der Menschen in der nicht enden wollenden Krisenzeit. Dieser Kelch geht auch an Vereinen nicht vorüber, die es hierzulande für jede mögliche Zweckgemeinschaft und in der Masse wie sonst nirgendwo gibt: Ob Hasenzucht-, Musik- oder Sportverein - nicht ohne Grund gilt Deutschland als "Land der Vereinsmeier".

Anhand der DJK Weingarts zeigen wir ein Beispiel, wie sich die Vereine trotz größter Widrigkeiten nicht geschlagen geben wollen und immer einen Schuss Hoffnung mit der Zukunft verknüpfen.

Schon ab Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr, als der Sportbetrieb von einem zum andern Tag eingestellt wurde, reagierten die Verantwortlichen um Vorsitzenden Matthias Götz und dessen Schatzmeister Thomas Theinert. Sie forcierten Pläne, die eigentlich erst in den Spielpausen zur Umsetzung geplant waren, erinnert sich Götz: "Herz und Schmuckstück unseres Vereins ist unser Vereinsheim mit einem eingespielten Team an Mitarbeitern. In weite Teile des Landkreises hat sich der gute Ruf unserer Küchenabteilung und der Organisation für Events in unserem Veranstaltungssaal bereits verbreitet und daher stand ohnehin eine Generalüberholung an."

Mit der im Mai begonnenen Renovierung des Sportheimsaals unter Federführung von DJK-Legende Leo Förtsch begann der erste Schritt. Neben neuen Fliesen wurde eine Restauration des Parkettbodens durchgeführt und inzwischen fertiggestellt: "Das war schon ein Kraftakt für uns als Dorfverein, denn derzeit fallen ja die regulären Einnahmen weg und trotzdem fallen monatlich laufende Kosten von etwa vier- bis fünftausend Euro an. Unsere gut genutzten Essensverkäufe über die Straße sind eher symbolischer Natur, um den Menschen zu zeigen, dass wir da sind."

Sofort nach Beginn des zweiten Zwangsstopps Anfang November wird nun auch die eigentliche Gaststätte saniert und für die Zukunft fit gemacht: "Wir sind prima im Plan, die Fliesen sind gelegt und wenn alles terminlich klappt, wird der Wirtschaftsraum etwa um Dreikönig fertig sein. Ich denke, es geht uns noch relativ gut, andere Vereine trifft es vielleicht härter und sie müssen wesentlich mehr bangen."

Zwar bleibt die DJK-Küche zwischen den Feiertagen zu, doch ab 8. Januar stünde sein Gastro-Team wieder jeden Freitag und Sonntag mit abwechselnden Schmankerln parat, so Götz.

"Zum vierten Advent hatten wir Gans und Schäuferla und am Freitag davor Schaschlik und Karpfen. Mit einer Karpfenpartie starten wir dann ins neue Jahr, so viel zu unserem Angebot, das auf unserer Webseite www.djk-weingarts.de abgerufen werden kann."

Nachdenklich bilanziert das 49-jährige Maigischer Urgestein: "Ich wünsche mir, dass wir alle gut durch diese Krisenzeit kommen und gesund bleiben. Vielleicht lernen wir daraus ja, dass wir einfach mal zufrieden mit dem sein sollten, was wir haben."