Im Dorfgemeinschaftshaus in Mönchsambach stellte das Amt für Ländliche Entwicklung (AlE) die Landkreisberichte 2015 für die Landkreise Bamberg und Forchheim vor. Anton Hepple, der Leiter des Amtes begrüßte dazu auch den Bamberger Landrat Johann Kalb (CSU) und Bürgermeister Johannes Maciejonzyk (CSU) aus Burgebrach.

Hepple begründete seine Ortswahl: "Mönchsambach ist für mich ein Musterbeispiel für eine gelungene Maßnahme, wo die Kommune als Träger und die Dorfgemeinschaft toll zusammen gearbeitet haben. Ein weiterer Grund ist, dass im westlichen Landkreis neue Projekte anlaufen. Die Vorstellung nächstes Jahr plane ich aber im Landkreis Forchheim."

"Gerade solche Maßnahmen wie hier sind beispielgebend für den ganzen Landkreis", betonte Landrat Kalb. Er erinnerte an die immensen Chancen durch die Förderung und sprach auch gemeinde- und landkreisüberschreitende Vorhaben wie im Regnitz-Aisch-Gebiet an. Das sei der richtige Weg für die Zukunft.

Bürgermeister Maciejonzyk wies für den Markt Burgebrach darauf hin, dass die Bürger die erfolgreiche Umsetzung in sehr kurzer Zeit lobten. Kein Amt lebe den Gedanken der gleichwertigen Bedingungen auf dem Land wie das AlE, sagte er.

Hepple stellte den Jahresbericht 2015 vor, in dem aber auch schon Maßnahmen für 2016 enthalten sind. Für den Landkreis Forchheim wurden 34 Verfahren der Ländlichen Entwicklung bearbeitet. In zwölf politischen Gemeinden wurden in 47 Ortschaften Dorferneuerungsverfahren betreut.

Von diesen Maßnahmen seien etwa 11 200 Einwohner des Landkreises berührt in 15 Dorf- und Flurmaßnahmen, zwei reinen Flurbereinigungen, neun Dorferneuerungen und zwölf Verfahren des freiwilligen Landtauschs. Alles sei wichtig, um vitale lebenswerte Räume für die Bürger zu schaffen und zu erhalten.


Anschub für die Wirtschaft

Das Investitionsprogramm sei aber auch für Handwerk und Gewerbe wichtig. "Die Investitionssumme von 2,9 Millionen Euro bei Zuschüssen von 1,3 Millionen Euro im Landkreis Forchheim ist in Oberfranken beachtenswert", so Hepple. Dazu komme noch, dass 2015 privat zwölf Antragsteller 599 000 Euro investierten, wobei sie Förderung in Höhe von rund 100 000 Euro erhielten.

Aus der großen Zahl der Maßnahmen können nur einige ohne Wertung genannt werden. Erwähnt sei nochmals die Zusammenarbeit der integrierten Ländlichen Entwicklung "Regnitz-Aisch". Die Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf arbeiten dabei zusammen. Neben Innenentwicklung, Leerständen, Dorfstrukturen wurden unter anderem auch Probleme der Daseinsvorsorge, ÖPNV, Landwirtschaft und Tourismus angesprochen.

Ähnliche Fragen wurden und werden auch beim Wirtschaftsband A9 - Fränkische Schweiz behandelt. Diese Arbeitsgemeinschaft erstreckt sich mit 18 Kommunen über die Landkreise Bayreuth (elf Gemeinden) und Forchheim mit den sieben Gemeinden Egloffstein, Gräfenberg, Gößweinstein, Hilpoltstein, Igensdorf, Obertrubach und Weißenohe.

Ein wichtiges gemeinsames bayernweites Pilotprojekt ist das "Interkommunale Kompensationsmanagement". Mit dem Erstellen eines Konzepts für ein ländliches Kernwegenetz sei schon im Frühjahr 2015 begonnen worden.


Punkten mit Nahwärmenetz

Baudirektor Wolfgang Kießling, Abteilungsleiter am AlE, erläuterte im Anschluss, dass in Neuses an der Regnitz und Wichsenstein die Dorferneuerung angeordnet worden sei. In Drügendorf soll sie auch durchgeführt werden. 30 Interessenten wurden dort für ein Nahwärmenetz gewonnen.
Während in Oesdorf die Baumaßnahmen erst 2017 starten sollen, sei die Umsetzung in Niedermirsberg bereits dieses Jahr geplant.

Besonders erfreut zeigten sich Hepple, Kießling und Paul Zweie, der Leiter des Sachgebietes Landwirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit des AlE, über die erfolgreichen Maßnahmen in Lilling-Sollenberg und Rüssenbach.

In Moggast sei, so Hepple, die Besitzneuordnung erfolgt. Beendet wurden die Maßnahmen Dorferneuerung und Flurbereinigung in Weilersbach, Ebersbach und Igensdorf.

Die große Zahl der Gemeinden, in denen ein freiwilliger Landtausch stattfand, erstaunte die Zuhörer.


Mehr Schutz für Fußgänger

Als ehemaliger Bürgermeister von Buttenheim freute sich Kalb besonders, dass der Wirtschaftsweg zwischen Buttenheim und Unterstürmig 2016 ausgebaut wird, da der dann auch von Fußgängern und Radfahrern über die Landkreisgrenzen hinaus genutzt werden könne und sie besser geschützt seien als auf der Kreisstraße.