Rosi Kraus, Landwirtin und Kreisbäuerin aus Gößweinstein:

"Wie jedes Jahr bedeutet Weihnachten für mich ein Zusammentreffen mit der Familie. In Sachen Corona-Regelungen fallen wir zum Glück in die erlaubte Personenanzahl. Meine drei Kinder, mein Schwiegersohn, mein Mann, ich und mein kleines Enkelkind haben uns darauf geeinigt, dass es ausgewogene Festtagsessen gibt. Am 24. gibt es zum Beispiel vegetarische Burger und am ersten Weihnachtsfeiertag den klassischen Sauerbraten. Uns geht es nicht darum, sich mit Geschenken zu überhäufen. Wir ziehen jedes Jahr am Weihnachtsabend jeweils einen Wichtel aus der Familie, somit hat jeder ein Jahr Zeit, sich Gedanken um ein passendes Geschenk zu machen. Heiligabend wird dieses Jahr vor allem aus zwei Gründen anders werden: Zum einen weil wir wegen Corona mit der Familie nicht, wie sonst, die Christmette besuchen können, und zum anderen weil wir mit unserem Enkelkind die Bescherung früher und anders gestalten werden: Alle zusammen singen "Stille Nacht" und mit der Querflöte werden Weihnachtslieder gespielt. An den Feiertagen werden wir Gesellschaftsspiele spielen, spazieren gehen und viel essen. Mein Wunsch wäre, dass möglichst viele Menschen zusammen kochen und nach Möglichkeit Produkte aus der Region verwenden."

Martin Emge, Pfarrer und Regionaldekan in Forchheim:

"Für mich sind natürlich die Christmetten mit meinen Pfarrgemeinden ein zentraler Höhepunkt des Jahres. Wir können zwar nicht in der späten Nacht feiern, aber in diesem Jahr kann das Licht von Betlehem noch ermutigender leuchten als je zuvor. An den Feiertagen habe ich volles liturgisches Programm: Messen, Kindersegnung, Teilnahme an der Pontifikalvesper vom Dom - meine erste "Amtshandlung" als Domkapitular. Zu den Mittagessen und Kaffee-Zeiten werde ich einzelne Personen einladen, die niemanden haben, mit dem sie Weihnachten feiern könnten. Und abends gehört gepflegte Weihnachtsmusik zum Tagesausklang. Was ich für Jung und Alt empfehlen kann, ist ein Besuch unserer Krippen in praktisch allen Kirchen der Stadt. Für Kinder empfehle ich die Krippenwege in Reuth und Kersbach. Und wer Wunschsterne beschriften und am Christbaum aufhängen will, ist in St. Martin herzlich willkommen. Hier lohnt sich auch ein Besuch zur abendlichen Stunde, weil in der Weihnachtszeit unsere Kirche innen und außen durch Lichteffekte in mystischem Glanz erstrahlt. Gerade an Weihnachten werden wir uns bewusst, welche kulturprägende Kraft unser christlicher Glaube hat und dass die Liebe einfach stärker ist."

Anke Thor, Inhaberin Hebammenpraxis Ebermannstadt:

"Wir werden nur zu sechst feiern. Mein Mann Alexander und ich mit unseren vier Kindern (19, 17, 15 und elf) sowie unserem Hund Ira. Beide Großeltern sind über 70 Jahre alt und wir haben beschlossen, sie nicht gefährden zu wollen. Wir sind traurig, aber auch zuversichtlich, uns bald wiederzusehen. Auch Geschenke wird es dieses Jahr nicht wirklich geben, aber das ist auch mal gut, um das Bewusstsein auf das Wesentliche zu legen, nämlich, dass wir gesund durchs Jahr gekommen sind. Frühere Weihnachten waren wir oft mit den Geschwistern, Familien und Großeltern zusammen. Auch mit Stress verbunden, aber immer lustig. Viele Weihnachten musste ich arbeiten. Den Kindern gerecht zu werden, war oft schwierig. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mehr Menschen über den Tellerrand schauen und unsere Sorgfaltspflicht gegenüber Mitmenschen verstehen und leben. Was ich schlimm fand, war die Ambivalenz zwischen der Verpflichtung für meine Patientinnen und jeden Tag die Angst zu haben, sich doch anzustecken und es in die Familie zu tragen. Für meine Praxis wünsche ich mir wieder Umarmungen mit unseren Patientinnen und Kindern. Diese körperliche Nähe, die du mit der Hebamme eingehst, fehlt den Frauen und uns sehr."

Oliver Flake, Kreisbrandrat im Landkreis Forchheim:

"Der Heilige Abend gehört wie im jeden Jahr der engsten Familie. Besonders wichtig ist für mich der Besuch der Christvesper und der Christmette. In diesem besonderen Jahr 2020 ist jedoch vieles anders. Der Kirchenbesuch wird leider für uns ausfallen müssen. Umso intensiver will ich den Heiligabend nutzen, das herausfordernde Jahr gemeinsam mit meiner Familie im Sinne der Weihnachtsbotschaft zu beschließen. Die Feiertage geben mir die Möglichkeit, etwas zur Ruhe zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen. Das gelingt mir am Besten bei Wanderungen durch unsere wunderschöne Heimat. Somit werde ich diese Tage nutzen, um möglichst viel in der Natur unterwegs zu sein. Bei der richtigen Kleidung ist ein Spaziergang durch die Fränkische Schweiz ein Genuss für Seele und Geist. Ich wünsche allen frohe Festtage und Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben und dazu viele Lichtblicke und Gesundheit. Natürlich möchte ich insbesondere allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Öffentlichkeit danken. Ein anspruchsvolles Jahr liegt hinter den Hilfskräften. Ich bin hoffnungsvoll, dass wir 2021 wieder den gewohnten Feuerwehrdienst aufnehmen können."