Am Mittwoch, 17. Oktober, von 9 bis 13 Uhr lädt die Forchheimer Redaktion des Fränkischen Tags zum zweiten Redaktionsfrühstück in ihre Räume am Kolpingsplatz 8 ein. Leser können dann die Redakteure mit ihren Fragen und Wünschen bombardieren. Annika Beyersdorff, die stellvertretende Chefredakteurin der Schülerzeitung des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim, macht schon mal den Anfang und stellt dem Leitenden Redakteur Michael Memmel fünf Fragen. Der revanchiert sich mit fünf Gegenfragen an die 17-Jährige aus Forchheim.

Beyersdorff: Bei der Schülerzeitung vergehen zwischen Planung und Veröffentlichung oft Monate. Wie viel Zeit haben Sie dafür?
Memmel: Das kommt ganz auf die Idee an. Wenn es ein aufwendiges Thema ist, wo wir lange recherchieren müssen und auch mal Glück brauchen, um die richtigen Leute zu erwischen, kann es auch mal zwei, drei Wochen dauern. Aber die meisten Geschichten entstehen innerhalb von ein bis drei Tagen. Und dann gibt es noch den klassischen Fall: Irgendwo ist ein Autounfall, und ein Kollege wird mitten aus einer anderen Arbeit gerissen und muss schnell rausfahren.

Beyersdorff: Wie viele Mitarbeiter hat der FT?
Memmel: Wir sind acht Redakteure in Forchheim - neben mir gibt es einen Lokalsport-Redakteur, vier Reporter, von denen einer halbtags arbeitet, und zwei Blattmacher, also Kollegen die sich vor allem um das Redigieren von Mitarbeiter-Texten kümmern. Ansonsten haben wir rund 15 Freie Mitarbeiter, die regelmäßig für uns arbeiten, und weitere 20 bis 30, die uns gelegentlich beliefern.

Beyersdorff: Wie kommt Ihre Zeitung zu Bildern?
Memmel: Wer als Mitarbeiter für uns arbeitet, muss normalerweise auch mit der Kamera umgehen und uns mit Fotos beliefern können. Bei besonders wichtigen Terminen können wir aber auch Premiumfotografen aus Bamberg anfordern. Ansonsten haben wir die Möglichkeit, Bilder von der Deutschen Presse-Agentur zu verwenden.

Beyersdorf: Wie finanziert sich Ihre Zeitung?
Memmel: Primär haben wir zwei Standbeine: die Anzeigen und den Verkauf der Zeitung. Wie fast alle Tageszeitungen stehen wir vor der Herausforderung, dass die Abo-Zahlen leicht rückläufig sind. Für uns aber noch schlimmer ist, dass die Anzeigen immer mehr ins Internet abwandern. In beiden Bereichen versuchen wir natürlich gegenzusteuern.

Beyersdorff: Was ist der beste Weg zum Journalismus?
Memmel: Beim Fränkischen Tag wird inzwischen ein Studium vorausgesetzt, um als Volontär eingestellt zu werden. Zum Einstieg würde ich vom Journalistik-Studium eher abraten. Sinnvoller ist es, ein Fach zu studieren, für das man sich interessiert, und nebenher durch Praktika Erfahrungen zu sammeln und als Freier für Zeitung, Radio oder Fernsehen zu arbeiten.


Der Redakteur dreht den Spieß um



Memmel: Jetzt bin ich an der Reihe: Wann hast Du das letzte Mal freiwillig eine Tageszeitung in die Hand genommen?
Beyersdorff: Letztes Wochenende beim Frühstück die Bayerische Rundschau. In dem Artikel ging es um das diesjährige Abitur, ansonsten habe ich die Zeitung eher überflogen. Prinzipiell lese ich ganz gerne Zeitung, nur unter der Woche schaffe ich es zeitlich nicht. Sonst informiere ich mich vor allem über das Internet, stern.de oder gmx. Eher weniger über das Fernsehen.

Memmel: Welche Themen vermisst Du in der Zeitung?
Beyersdorff: Eigentlich finde ich, dass sie einen relativ schönen Überblick bietet. Ich vermisse nichts.

Memmel: Du bist Layouterin bei der Schülerzeitung. Was machst Du da genau?
Beyersdorff: Ich bekomme von der betreuenden Lehrkraft die Korrektur gelesenen Artikel, und die füge ich dann mit dem Freeware-Programm Scribus zu einer Zeitung zusammen. Ich bin verantwortlich für Titelblatt, die Gestaltung der Seiten und die Bilder. Ich versuche auch ein bisschen etwas mit Grafiken und bisschen etwas Extravagantes zu machen, damit es frisch wirkt für die Schüler. Das FT-Layout finde ich nicht schlecht, aber sehr klassisch.

Memmel: Welche Überschrift mit Deinem Namen würdest Du gerne mal im FT lesen?
Beyersdorff: (überlegt eine Minute, dann überzeugt) Annika Beyersdorff hat einen Beststeller übersetzt!

Memmel: Was müssen wir am Mittwoch auftischen, damit das Frühstück perfekt für Dich ist?
Beyersdorff: Zu Essen? Brötchen und Brezeln gehen immer. Kaffee. Das ist doch schon wunderbar.