Der Leistungsdruck in den Schulen wird immer größer, Frust und Gewalt unter Kindern nehmen ständig zu. Darunter leiden nicht nur unsere Kleinen, sondern auch Eltern und Lehrer kämpfen mit den Folgen von Überforderung und Burnout-Syndrom.

Das müsse sich ändern, "Kinder brauchen eine positive Einstellung und Lösungswege für ihre Probleme", meint Autor und Persönlichkeitstrainer Peter Breidenbach aus Heroldsbach. Bereits vor eineinhalb Jahren startete der Vorsitzende des Erich-Kästner-Kinderdorfes die Aktion "Optimisten für Deutschland". Im Zuge seines aktuellen Projekts will er versuchen mit seinem neuen Roman "Der kleine Optimist - Ein Freund fürs Leben" Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren zu erreichen.

Sein Ziel sei es, "Optimismus als Unterrichtsfach in deutschen Schulen zu etablieren". Angeregt wurde sein Vorhaben durch das Fach "Glück in Deutschland", das der Rektor Ernst Fritz Schubert in einer Heidelberger Berufsschule eingeführt hat.

In Gesprächen mit Schulen, Schulämtern und Lehrern wurde Peter Breidenbach bestätigt, dass seine Idee "der richtige Ansatz" sei. Sein Buch sieht er als den "idealen Schul- und Lebensbegleiter", das sowohl Kindern als auch Lehrern Material an die Hand gibt, um zu lernen optimistisch und mutig durchs Leben zu gehen.

Breidenbachs Buch bettet die Lerninhalte in eine Abenteuergeschichte, die er als "Herr der Ringe für Kinder" bezeichnet. Für die Illustrationen sorgte der Designer und Künstler Julian Vogel aus Nürnberg , das Vorwort stammt von Breidenbachs Freund, dem Liedermacher Rolf Zuckowski.

In der Geschichte muss die Hauptfigur Timo, der vom Planeten Corius stammt, die aus seiner Heimat entführte Frau Sonnenstrahl aus Händen des Zwerges Frar retten. Dabei erlebt er mit seinen mutigen Wegbegleitern einige lehrreiche Abenteuer. Die Kinder werden beim Lesen auch direkt angesprochen und animiert, bestimmte Dinge zu tun, die das Sozialverhalten, den Optimismus und positives Denken fördern.

Timo, die Hauptfigur des Buches, wird immer wieder zum Sprachrohr von Breidenbachs Lebensweisheiten. So rät er den Kindern zum Beispiel: "Stell dir immer den guten Ausgang einer Sache vor, dann wird auch alles gut gehen." Oder: "Egal, was du beginnst, verlier dein Ziel nicht aus den Augen."

Ein Lerneffekt wird zudem dadurch erzielt, dass Peter Breidenbach im Anhang die Bedeutungen und Ideen erläutert, die hinter den vielen Namen und Begriffen in der Geschichte stecken. Deren Ursprünge reichen vom Lateinischen bis in das Afrikanische.

Breidenbach will den Schulen Material zukommen lassen, welches neben dem Buch auch eine CD und ein Begleitheft für Lehrer mit Arbeitsmaterialien beinhaltet. Das Titellied der CD, das ebenfalls den Namen "Der kleine Optimist" trägt, stammt aus der Feder von Kinderliedermacher Reinhard Horn.


Pilotprojekt in 5. und 6. Klassen


In seinem Pilotprojekt versucht Peter Breidenbach das Buch sowohl an einer Gesamtschule als auch an einem Gymnasium einzuführen, vorrangig in den Jahrgangsstufen 5 und 6. "Das sind die problematischen Klassen, da dort das Frustpotential der Kinder am größten ist", erklärt er.

Über einen Zeitraum von drei Monaten soll für 20 bis 45 Minuten pro Woche mit dem Buch gearbeitet und die Entwicklung der Kinder beobachtet werden. Bringt dies den von Breidenbach erhofften Erfolg, will er das Projekt "dem Kultusministerium vorschlagen", um "Optimismus zum Schulfach zu machen."

Peter Breidenbach hat große Erwartungen an sein Vorhaben geknüpft. Möglicherweise könne das Buch auch verfilmt werden. Ein zweiter Band, sowie eine überarbeitete Ausgabe für Kinder im Vorschulalter seien jedenfalls schon in Planung.