Schüler der Adalbert-Stifter-Schule (AST) haben einen "Multi-Kulti-Heimat-Actionfilm" gedreht. Der Ideengeber ist überraschenderweise der Bestsellerautor Thilo Sarrazin. Dessen "Gepoltere über misslingende Integration" hat Jürgen Findeiß auf den Plan gerufen. Der 47-jährige Pädagoge praktiziert seit vier Jahren Jugendsozialarbeit an der AST.
"Was ist dran an Sarrazins Thesen?" Diese Frage wollte Findeiß dem Praxistest unterwerfen. Unterstützt von dem Medienpädagogen Andres Müller (42) schrieb er ein Drehbuch.
Der Plot in einem Satz: PC-spielende Schüler werden vom Computer eingesaugt und müssen sich einen Weg zurück nach Forchheim bahnen, weil sie sich, aber auch die von Bösewichten bedrohte Stadt retten wollen.

Die Multikulti-Helden werden von den
Schülern Max Arnold, Alban Nreci, Burak Özsoy und Hüseyin Yildiriz gespielt. "Es war schwer, das erste Mal vor der Kamera", sagt Burak. Aber, so das Fazit des jungen Türken nach vier Drehtagen: "Man kommt sich näher." Alban aus dem Kosovo hat nur den ersten Drehtag als "anstrengend" empfunden. "Wir haben uns manchmal auch beschimpft", sagt der 13-Jährige.

Forchheimer Identität


Und auch Max hat trotz der Lust am Spiel und an der Technik nicht nur Angenehmes erlebt: "Manchmal haben sich die anderen völlig daneben benommen." Jürgen Findeiß geht es nicht darum, die Integration zu verherrlichen. Aber der Alltag und der Sprachstil der Jugendlichen zeige, "dass sie trotz aller kultureller Unterschiede eine gemeinsame Lebenswelt teilen." Und das habe auch die Zusammenarbeit während des Projektes gezeigt. Andres Müller spricht von der "Forchheimer Identität" der Jugendlichen.
Die sei während der Drehtage gestärkt worden: "Den Forchheimer Mauerscheißer oder die Katakomben - das haben die Schüler zum ersten Mal gesehen. Das Spiel vor der Kamera war auch eine Auseinandersetzung mit ihrer Heimat."
Der Medienpädagoge ist überzeugt, dass sich die Schüler "näher gekommen sind". Nach den Ferien werden sie das wieder tun - und gemeinsam entscheiden, ob sie den von Andres Müller geschnittenen Kurzfilm für gut genug halten, um ihn der ganzen Schule vorzustellen.