Sie handeln von verschmähter Liebe, von der Schwierigkeit, Songs zu schreiben und davon, wie sehr sie die Musik lieben: 16 Schüler des Gymnasiums Fränkische Schweiz haben in den vergangenen Monaten ganz persönliche Lieder geschrieben.

"Es ist schon eine Art Seelenstriptease", sagt Ann-Kathrin Schrüfer, Teilnehmerin des Projektseminars "Songwriting". Besonders am Anfang sei es nicht einfach gewesen, vor den Klassenkameraden das Innerste preiszugeben. Doch mittlerweile seien sie zusammengewachsen und nicht mehr nervös, wenn sie ihre Songs singen.


CD mit Schülersongs

Im Januar soll eine CD mit den Liedern der Schüler erscheinen, erste Konzerttermine stehen schon fest. Doch bis es soweit war, mussten die Jugendlichen viel leisten. "Das Seminar verlangte wesentlich mehr Einsatz als andere P-Seminare", sagt Florian Karger, Musiklehrer am Ebermannstadter Gymnasium.
"Aber es macht auch mehr Spaß", fügt Amanda Robillard hinzu.

Seit Februar haben die Jugendlichen Ideen gesammelt, sich wöchentlich getroffen und ihre Fortschritte präsentiert. Nach den Sommerferien waren dann alle Stücke soweit fertig. Dabei schrieben die Schüler selbst Texte und komponierten auch die Musik.

Der nächste Schritt führt die Nachwuchstalente im November ins Tonstudio nach Heroldsbach. Und ein Plattenlabel haben die Gymnasiasten auch schon: Crispy Records aus der Nähe von Kelheim wird ihre CD herausbringen.

"Jeder Seminarteilnehmer hat einen Song geschrieben", sagt Lisa Brötting, "am Ende stehen also 16 Songs, die alle auf eine CD kommen."
Wie die Schüler ihre Lieder angehen, ließ Seminarleiter Karger den Jugendlichen offen. "Es soll unser eigener Song sein", sagt Ann-Kathrin und Amanda ergänzt: "Wir konnten unserer Kreativität freien Lauf lassen."


Musik aller Richtungen

Daher sind Lieder der verschiedensten Musikgenres entstanden, von Reggae über Punk bis zu Rock und Pop ist alles vertreten.

Doch eins eint die Schüler: Sie sind von Grund auf alle sehr musikalisch. Manche von ihnen wollen später beruflich etwas mit Musik machen. Ann-Kathrin Schrüfer möchte Musical-Darstellerin werden, Daniel Schrenker wünscht sich Musikpädagoge zu werden.

Natürlich kann nicht jeder Schüler alle Instrumente selbst spielen, dabei helfen sich die Jugendlichen dann gerne gegenseitig. Musikalische Vorkenntnisse waren aber durchaus Voraussetzung, um am Seminar teilnehmen zu dürfen.

"Wir hatten über 50 Anmeldungen für den Kurs", sagt Karger. "Nach Abzug derer, die keine Vorkenntnisse hatten, waren noch rund 30 Schüler im Lostopf." Bei der Auswahl wurde dann zum Beispiel darauf geachtet, dass Schüler dabei sind, die verschiedene Instrumente spielen. "Ich bin unglaublich stolz auf das, was die Schüler geleistet haben", betont Karger.

Neben der musikalischen Leistung gab es noch andere Aufgaben wie Sponsoring und Pressearbeit zu meistern. Besonders über die Unterstützung der Volksbank Ebermannstadt und des Musikhauses Thomann freut sich die Klasse, denn ohne diese Spenden hätten sie keine CD produzieren können.

Den Tonträger, der den Namen "ImPuls" trägt, wird es in der Schule und bei den Konzerten zu kaufen geben.
"Wir haben den Namen "ImPuls" gewählt, weil alle Songs wie der Puls vom Herzen kommen", sagt Amanda. "Außerdem haben wir alle Musik im Blut."