Nun also doch. Die Drogeriemarkt-Kette "Schlecker" wird endgültig zerschlagen. Bereits im März wurden schon fünf Filialen im Kreis Forchheim geschlossen. Jetzt droht auch den verbliebenen "Schlecker-Frauen" beispielsweise in Ebermannstadt und Eggolsheim der Weg zum Arbeitsamt. "Ich weiß offiziell noch gar nichts", hat gestern Nachmittag eine Schlecker-Mitarbeiterin in Eggolsheim, die gerne anonym bleiben will, gesagt. "Wir haben ja hier kein Radio oder Fernsehen. Aber eine Kollegin hat mich angerufen, und mir gesagt, dass das Wunder nicht passiert ist."
Trotzdem habe sie gearbeitet "wie immer". Morgens die Waren bestellt, und dann den Laden geschmissen. "Aber ich sperre jetzt zu, weil ich bin seit früh alleine im Laden. Und keine Kollegin kommt, die mich ablöst. Das sehe ich jetzt auch nicht mehr ein". Und die Chefin? "Die ist im Urlaub."

Freitags ist immer viel los


Also schreibt sie "Geschlossen" auf einen Zettel , und klebt ihn an die gläserne Eingangstür. Eine Kundin, die nur noch ganz schnell Katzenfutter kaufen will, lässt sie freilich noch schnell rein. Die Lichter im Laden sind schon aus. "Ich bin seit zwölf Jahren beim Schlecker. Den Chef hab ich zwar noch nie gesehen, aber mein Geld hab ich immer pünktlich gekriegt", erzählt sie. Die Kundin schaut verständnisvoll. "Ich bekomme hier 13,53 Euro pro Stunde. Wo bekomme ich denn sonst so einen guten Stundenlohn?", fragt sie. Die Kundin lächelt und bezahlt. "Jetzt sperr` ich den Laden zu und dann esse ich erstmal was", erzählt sie weiter. Seit Anfang des Jahres hatte sie schon damit gerechnet, dass es mit Schlecker schlimm ausgehen könnte. "Wo gibt es denn eine Teilinsolvenz?" fragt sie nach dem Motto: Entweder pleite oder nicht pleite.
Und die Kunden? Die hätten sie nach den ganzen Schlagzeilen immer ganz mitleidig angeschaut. "Aber es war schön hier, es ist schön und ich würde auch gerne noch weitermachen", erzählt die Schlecker-Dame, die schon eine stolze Großmama ist. Und die Einnahmen? "Heute super. Aber es ist ja auch Freitag. Das ist immer richtig viel los. Aber der Schlecker in Ebermannstadt - der läuft richtig gut."
Das wird den Schlecker-Mitarbeiterin dort wohl genauso nützen wie in Effeltrich, Gößweinstein, Gräfenberg, Hollfeld, Neunkirchen am Brand und Neuses. "Doof ist nur", sagt die Schlecker-Mitarbeiterin aus Eggolsheim, "dass der Urlaub futsch ist. Weil ich habe noch keine freien Tage genommen in diesem Jahr." Damit liegt sie wohl richtig. Jetzt sperrt sie den Laden zu. Vielleicht zum letzten Mal.