"Guten Tag", tritt die 14-jährige Naeva schüchtern an eine Passantin heran. "Isch 'abe eine Frage, bitte." Um sie herum stehen fünf weitere junge Franzosen. Sie suchen den Namen des großen Eisentors in der "Forsch'eimer" Fußgängerzone, die Antwort auf Frage sieben auf ihrem Fragebogen. Es ist kein Schild zu sehen, auf dem der Name steht, also sind die Austauschschüler gezwungen, ihre deutschen Sprachkenntnisse einzusetzen.

Das fällt einigen leichter als anderen: "Es ist so, dass manche erst seit einem Jahr Deutsch lernen, andere schon seit vier oder fünf Jahren", erklärt Jana Raschke (28). Die junge Lehrerin unterrichtet an den Schulen in Parentis und Mimizan. Außerdem nimmt eine dritte Schule aus Biscarrosse am 36. Austausch mit dem Forchheimer Herder-Gymnasium teil. Alle drei Städte liegen in der westfranzösischen Region Landes, nahe des Atlantiks.


"Total aufgeregt"



Die 37 französischen Schüler sind am Freitag mit ihren drei Begleitlehrerinnen per Bus nach Forchheim gekommen. "Ich war total aufgeregt!", erzählt Hannah Gallmetzer (14). Sie und ihre gleichaltrige Austauschpartnerin Estelle haben sich bis dahin nur drei E-Mails geschrieben. Hannahs Eltern hatten selber Französischunterricht in der Schule. "Wir haben in den Tagen, bevor Estelle gekommen ist, versucht, zuhause Französisch zu sprechen, damit meine Eltern das wieder auffrischen können." Verständnisprobleme gab es daraufhin keine.

Das Wochenende war für die Familien reserviert. Manche unternahmen Ausflüge in umliegende Städte, andere, wie Hannah und Estelle, gingen Schlittschuhlaufen und shoppen. "Ich habe Souvenirs für meine Familie gekauft: pain d'épice", sagt Estelle und sucht das deutsche Wort dafür. Nach einigem Gestikulieren wird deutlich: sie meint Lebkuchen.


Die Lösung ist ein Rätsel



Durch die Rallye am Mittwochmittag sahen die Gäste noch etwas von der Forchheimer Innenstadt. Angela Arold (62) und ihr Mann Paul (64) gaben Naeva und ihren Mitschülern den entscheidenden Hinweis: "Versucht mal, die goldenen Buchstaben auf dem Tor zusammenzusetzen."

Paul Arolds fränkische Mundart traf bei den Franzosen aber auf Fragezeichen. Er schritt deshalb zur Tat, half die Buchstaben rauszulesen und zusammenzusetzen. Die Lösung: "Porta Vorchheimensis".