Dieser Tage fuhr die Mut-Tour von Bamberg über Forchheim und Erlangen bis nach Nürnberg - insgesamt sind drei schwerbepackte Tandems 7300 Kilometer gegen die Stigmatisierung von Depression in Deutschland unterwegs. 14 Teams fahren zwischen acht und zwölf Tage lang durch Deutschland und geben sich jeweils das Staffelholz in die Hand.

Es war der letzte Tag des vierten Etappenteams, das von Mainz nach Nürnberg gefahren ist und vom ADFC Bamberg begleitet bis nach Forchheim am Samstag begleitet wurde. Die fünf Bamberger Mitfahrer fuhren insgesamt 51 Kilometer. Es wurden im Schnitt 59 Kilometer pro Tag zurückgelegt. 2012 und 2014 kamen 82 Menschen mit und ohne Depressionserfahrung mit auf das ehemals als "Mood Tour" bekannte Projekt. Sie radelten über 5000 Kilometer für einen offenen Umgang mit der Volkskrankheit durch die Bundesrepublik.

Dieses Jahr radelt Initiator Sebastian Burger mit 52 Tandemfahrern auf der Mut-Tour - rund 7300 Kilometer werden von vier Teams zurückgelegt - unterwegs auf Rädern, im Kajak oder auf Eselsrücken. Deutschlands erste Kampagne auf Rädern zur Entstigmatisierung von Depression findet Fürsprache bei Prominenten wie Willi Lemke und Harald Schmidt.

Die Teilnehmer erleben, wie Sport ohne Leistungsdruck, die Natur und die Gemeinschaft die Stimmung - englisch mood - heben können. Ihre positiven Erfahrungen tragen die Teilnehmer nach außen. Sie nehmen offen das "D-Wort" in den Mund und leben den Menschen auf der Straße ihren unverkrampften Umgang mit der Krankheit vor.

Die Tour soll ein Mutmacher sein. Offen über Depression sprechen zu können und sich nicht verstecken zu müssen, sei laut Experten eine Basis für die Betroffenen, um wieder gesund zu werden. Nicht-Betroffenen erleichtere es zudem den Umgang mit der Erkrankung. Die Tandemfahrer engagieren sich so für über 4,5 Millionen Deutsche, erklärt Sebastian Burger, Leiter der Mut-Tour.