"Ich benutze Facebook hauptsächlich zur Organisation von Partys", sagt Markus Fenn. Der 16-Jährige ist ein begeistertes Mitglied der Online-Community. "Ich finde das einfach viel zu gefährlich, da weiß ja jeder, wo ich wohne!", ruft dagegen die 14-jährige Lena kopfschüttelnd und macht so ihre Abneigung des Netzwerkes deutlich.

Die Forchheimer Redaktion hat die beiden Mitarbeiterinnen Anna Therjan und Lea Nöhring-Ullmann über die Vor- und Nachteile diskutieren lassen. Die beiden stellen ihre Meinung in Pro und Contra dar. Am Ende ihrer Diskussion geben Anna und Lea ein gemeinsames Statement ab: Facebook könne durchaus sinnvoll sein; man müsse jedoch immer gut auf seine "Privatsphäre-Einstellungen" achten. Man dürfe nicht zu viel von sich preisgeben, z. B. müsse man nicht seinen Wohnort oder Geburtstag öffentlich zeigen.


Pro


Anna Therjan: Meine ganze Klasse hat Facebook und ich nutze es selbst. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ohne Facebook wäre. Viele denken sich vielleicht, `die Jugend von heute hängt nur noch am PC´, aber so ist das gar nicht. Es ist einfach viel leichter, sich übers Internet zu verabreden. Innerhalb von zehn Minuten kann ich mich per Gruppenchat, an dem alle Freunde glechzeitig beteiligt sein können, verabreden. Mit Einladungen, die man in dem Netzwerk an Freunde verschicken kann, geht es ganz schnell, eine Geburtstagsfeier oder einen Shopping-Trip zu organisieren. Man muss nur aufpassen, dass man das ganze nicht öffentlich macht, sonst kommen plötzlich sämtliche Facebooknutzer zu deiner Party, wie es immer wieder in den Medien berichtet wird. Ich kann immer und überall mit Freunden in Kontakt treten. Da man Facebook sogar übers Handy nutzen kann, können viele meiner Freunde im Bus und auf dem Nachhauseweg mit mir chatten.

Außerdem kann ich immer auf dem Laufendem sein, egal welche Feier am Wochenende ansteht, wer an ihr teilnimmt und wer nicht, oder welche Hausaufgaben gerade auf sind. Durch Posts, die man schreiben kann um damit allen Facebook-Freunden etwas mitteilen zu können, weis ich immer, wer gerade mit wem wo ist und was sie gerade machen. Manche posten sogar, wenn sie aufs Klo gehen, aber das ist wirklich lächerlich und man kann sich darüber wirklich nur amüsieren. Auch Fotos kann man in Facebook stellen und sie mit Freunden teilen, egal ob vom letzten Konzert oder von seinen Haustieren.

Es ist auch eine gute Möglichkeit mit Freunden, die zum Beispiel die Schule gewechselt haben, in Kontakt zu bleiben und sich mit ihnen zu verabreden. Ein guter Freund von mir macht jetzt eine Ausbildung, über Facebook können wir aber immer noch miteinander chatten und der Kontakt reißt nicht so schnell ab. Wenn man auf seine Privatsphäre-Einstellungen (das heißt zum Beispiel einstellen zu können wer dein Profil und deine Fotos anschauen kann oder wer dir Nachrichten schreiben kann) achtet, ist das Netzwerk auch nicht mehr so gefährlich, wie alle sagen.


Contra


"Geben, um zu bekommen." Dieser Spruch trifft auf viele Situationen des Alltags zu. Bei Facebook ist dies nicht anders. Denn es müssen Informationen aus dem Privatleben preisgegeben werden, damit andere Netzwerknutzer das Selbe zurückgeben. Und je mehr private Details, desto besser. Doch ist dieser Preis, der bedeutet, sein Privatleben öffentlich zu machen, nicht zu hoch? Nur, um ein paar bedeutungslose, beinahe lächerliche Details aus dem Leben anderer Facebook-Mitglieder zu erfahren, etwa: "Ich geh jetzt mal aufs Klo." Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht. Doch, selbst wenn man bereit ist, diesen hohen Preis zu zahlen, müssen noch weitere Aspekte berücksichtigt werden. Der Zeitaufwand ist ein großes Problem: Ein Profil bei Facebook zu pflegen, ist sehr zeitintensiv. Die Neugierde treibt meistens dazu, die neuesten "Posts" zu lesen und zu kommentieren. Kaum versieht man sich, sind wieder zwei Stunden mit fortlaufendem Chatten verbracht. Facebook raubt also Zeit für andere Aktivitäten. Dieser Drang, ständig über alles informiert zu sein, kann zur Sucht werden.
Und noch ein verstecktes Risiko birgt die Facebook-Nutzung: Immer wieder ist von "Massenpartys" zu lesen, die mit einem Polizeiaufgebot beendet werden mussten, weil diese Feiern öffentlich über Facebook angekündigt werden. Nicht selten sind Missbrauchsfälle: Junge, neugierige Mädchen werden Opfer von Gewalt, nachdem sie sich im Netz mit unbekannten Männern verabredet haben, die sich als unschuldige Jugendliche ausgegeben hatten. Vielleicht denkt so manche: "Ach, so etwas kann mir doch nicht passieren, ich pass ja auf!" Das kann natürlich sein.

Wird das Netzwerk nämlich mit Verstand und aufmerksam genutzt, lassen sich viele der genannten Probleme umgehen. Ein negativer Aspekt, der sich als schleichender Prozesses auswirkt, ist jedoch nicht zu leugnen: Weil durch das ständige Chatten keine gemeinsamen Aktivitäten mehr unternommen werden, wird unser kultiviertes Gesellschaftsleben gestört oder gar zerstört. Diese Aspekte vor Augen, habe ich mich gegen einen Facebook-Account entschieden.


Welttag


Der Tag der sozialen Kommunikationsmittel wurde 1967 von Papst Paul VI. als Welttag der Massenmedien eingeführt (laut Wikipedia). Der Papst veröffentlicht zum Fest des Heiligen Franz von Sales - des Patrons der Journalisten (24. Januar) - eine Botschaft.