Gegen die Stimme von Gerhard Mühlhäuser (CSU/BB) beschloss der Marktgemeinderat, der katholischen Kirchenstiftung Pretzfeld einen Zuschuss bis zu maximal 10 000 Euro im nächsten Jahr für Wärmedämm- und Schallschutzmaßnahmen im Kindergarten zu gewähren.

Mühlhäußer äußerte sich skeptisch in Sachen Kindergartensanierung: Ob sich denn die Kirche dann auch mit 50 Prozent bei möglichen Sanierungsarbeiten des gemeindeeigenen Kinderhorts beteiligen würde, wollte er wissen. "Ich verstehe diese Frage nicht", zeigte sich Bürgermeisterin Rose Stark (SPD-Ökologen) verwundert.
Der Zuschuss für die etwa 20 000 Euro teuren Sanierungsarbeiten im katholischen Kindergarten stelle zwar eine freiwillige Leistung des Marktes dar, sei aber weitaus günstiger als wenn die Gemeinde der Träger wäre.
Wie Kindergartenbeauftragte Maria Hack (FA) erklärte, habe nicht die Kirche, sondern die politische Gemeinde die Pflicht, für ausreichend Kindergartenplätze zu sorgen.

Froh könne man daher sein, wenn es noch kirchliche Träger gebe, die diese Einrichtungen bezuschussen. "Diesen Zuschuss der Kirche würden wir nicht kriegen, wenn es ein gemeindlicher Kindergarten wäre", so Hack.
Länger und kontrovers diskutiert wurde über weit geringere Zuschussmittel zur Sanierung von Wald und Feldwegen, die von der Gemeinde als solche gewidmet sind, jedoch von den Jagdgenossenschaften bezuschusst werden. So hatte zum Beispiel der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Zaunsbach, Georg Hostalka, eine Kostenbeteiligung zur Sanierung der so genannten Angerfuhre beantragt.

Laut Hostalka sei es nun eine sehr günstige Gelegenheit für den Ausbau der Angerfuhre, die zwischen Unter- und Oberzaunsbach liegt, da die Baufirma bereits tätig sei und so keine Baustelleneinrichtungskosten anfielen. Der Angebotspreis für die Wegesanierung mit Pflasterung beläuft sich auf 11 000 Euro, von denen die Gemeinde nach den bisher üblichen Sätzen ein Drittel übernehmen müsste.

Für Mühlhäußer und auch für Gerhard Kraft (FW) wäre der Weg zwischen Hagenbach und Unterzaunsbach aber viel eher sanierungswürdig. "Dieser Weg hat eine herausgehobene Bedeutung, weil er auch von der Bevölkerung benutzt wird", so Kraft. Für die Jagdgenossenschaft hat dieser Weg, den zu richten rund 10 000 Euro kosten würde, aber keine Priorität.

"Die Jagdgenossenschaften legen ihre Prioritäten viel mehr auf Waldwege", so Mühlhäußer. Zudem sei die Gemeinde Besitzer der Wege "und somit auch für das Wegenetz verantwortlich", betonte Mühlhäußer. Die Gemeinde sei bisher mit der Zweidrittelkostenbeteiligung, die Mühlhäußer einst selbst vorgeschlagen hatte, bisher ganz gut gefahren. Sonst müsste der Markt die Wegebaukosten laut Stark nach dem Straßen- und Wegegesetz auf die jeweiligen Wegeanlieger umlegen.

"Den Nutzen haben doch im Grunde alle", betonte die Bürgermeisterin, die weit höhere Kosten auf die Anlieger zukommen sah, falls man nach der Satzung verfahre.

Beschlossen wurde einstimmig die Kostenbeteiligung Angerfuhre , die Vergabe des Weges zwischen Hetzelsdorf und Reisberg für 4300 Euro mit Zweidrittel-Kostenbeteiligung der Jagdgenossenschaft Hetzelsdorf-Poppendorf sowie ein Zuschuss in Höhe von 729 Euro für die bereits durchgeführten, 2200 Euro teuren Sanierungsarbeiten der Hellohe-Fuhre für die Jagdgenossenschaft Zaunsbach. tw