Horst Kummeth hält einen Triton in seinen Händen. Eine Bronzefigur, die vom Künstler Harro Frey aus Pettensiedel geschaffen wurde. Triton - halb Mensch, halb Fisch - ist von dem gleichnamigen Meeresgott abgeleitet. Der Forchheimer Kulturpreis, für den es den Triton gab, ist mit 3000 Euro dotiert.

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ging in seinem Grußwort auf eine gedankliche Reise zum Verhältnis von Kultur und Preis. Er machte auf den Unterschied zwischen den Begriffen "Wert" für sich und "Preis" als Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen Anbieter und Nachfrager aufmerksam.

"Wenn wir uns als Stadt überlegen, wie viel Geld wollen wir zukünftig für Kultur ausgeben und wie wir diese Gelder verteilen wollen, dann möchte ich mich einer anderen Leitfrage bedienen: Was soll Kultur innerhalb der eigenen Bürgerschaft zukünftig leisten?" Er setze voraus, dass kommunale Kulturarbeit und
damit verbunden kommunale Kulturförderung zielorientiert seien, um den Preis abzuleiten, den die Stadt in Zukunft bereit sein müsse, für Kulturorte und Kulturinhalte zu bezahlen. Er wünsche sich, dass von einem Kulturpreis auch ein Förderimpuls für die nächsten Generationen Kulturschaffender ausgehe: "Damit der Wert der Kultur erkannt, geschätzt und betont wird."


Mit 14 Jahren raus aus Forchheim

Die erste Vorsitzende der Gesellschaft, Astrid Haas, begrüßte Kummeth und unterstrich, dass der erfolgreiche Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Ansehen Forchheims geleistet habe.

Horst Kummeth wurde vor fast 60 Jahren in Forchheim geboren und wuchs in der Vogelstraße auf, wo seine Eltern eine Metzgerei führten. Gesundheitsbedingt mussten die Kummeths nach Garmisch-Partenkirchen umziehen, als der Junge 14 Jahre alt war. Er erinnerte sich: "Mit 14 fiel mir der Wegzug aus Forchheim sehr schwer. Ich ließ meine erste Liebe, meine Freunde und Bekannte zurück."
In ihrer Laudatio verriet Monika Byrd, dass Horst bereits im Alter von vier Jahren seinen Berufswunsch - Schauspieler - kundgetan hätte. Bei mehr als 300 Fernseh- und Filmproduktionen in denen Kummeth mittlerweile mitgespielt habe, sei die Auswahl der zu erwähnenden Rollen nicht einfach gewesen, so die Drehbuchautorin weiter.

"Ob als Junger Wilder im ,Eisernen Weg‘, als verwegener Bergwachtler in ,Wildbach‘ oder mittlerweile seit über neun Jahren als liebenswerter, manchmal ein wenig verpeilter, fränkischer Apotheker Bamberger bei ,Dahoam is Dahoam‘: Horst Kummeth macht aus jeder seiner Rollen ein Meisterwerk", lobte die Niederbayerin und sagte: "Er arbeitet immer mit der Liebe zum Detail. Er ist immer perfekt vorbereitet."

Neben zahlreichen Fernsehrollen wie zum Beispiel in der Jugendserie Oliver Maass, in Forsthaus Falkenau und als Kleinkrimineller im Tatort übernahm er im Kinofilm Nanga Parbat die Rolle des Vaters von Günther und Reinhold Messner. Als Ensemble-Mitglied am Staatstheater München spielte er in "Maria Steward" und in Shakespeares "Richard III". Als Autor schrieb er mit seiner Ehefrau Eva mehr als 90 verfilmte Drehbücher, darunter auch Fernsehserien wie "In aller Freundschaft" und "Anna-Maria, eine Frau geht ihren Weg". Auch akustisch sei Kummeth präsent, bestätigte Byrd.

Vielen Hörspielen des Bayerischen Rundfunks verleihe er seine Stimme. Schließlich hob die Laudatorin den Jugendabenteuer-Roman "Lutius und der Dämon des Verderbens" hervor, den Horst und Eva Kummeth verfassten.


Erinnerungen an die Kindheit

Kummeth schmunzelte und meinte: Da sei ja verflucht viel zusammen gekommen. Er zitierte ein Sprichwort der Massai: "Die Erde, die Du zum ersten Mal betrittst, bleibt an Deinen Füssen haften." Er sei kein Massai, aber er fühle sich Forchheim immer noch verbunden. Mindestens ein Mal pro Jahr sei er in der Stadt, esse ein Schäufala, trinke ein Forchheimer Bier und stelle sich vor das Haus in der Vogelstraße 26. Wenn er an Forchheim denke, erinnere er sich an die unbeschwerte Zeit als Kind. Die Seltsamvilla an der Ecke Klosterstraße Dreikirchenstraße stand 1967 zum Abriss. "Für uns Kinder war es ein Fest, in der Villa herumzustromern. Ein Kumpel von mir wäre beinahe unter einer einsturzgefährdeten Mauer lebendig begraben worden."
Er gestand, dass die Backstory des Apothekers Bamberger von Forchheim inspiriert sei und dankte Astrid Haas für die Auszeichnung mit dem Kulturpreis und seinem Schulfreund von der Zentralschule (heute Ritter-von-Traitteur-Schule) Hilmar Schmidt für die Nominierung. Als Schmankerl las Kummeth eine seiner Kurzgeschichten vor, in der eine Frau in den besten Jahren ihren Gemahl an der Suche nach einem geeigneten (jüngeren) Liebhaber teilhaben lässt.