Dienstagmorgen, kurz vor 8 Uhr: Bei Pfeffermanns steckt der Fränkische Tag noch in der Zeitungsrolle am Gartenzaun. Ein paar Regentropfen haben das Papier schon angegriffen. Lydia (58 Jahre) und Herbert (62) Pfeffermann stört das keineswegs, nichts drängt sie bei nass-kaltem Herbstwetter nach draußen.

Schließlich wissen die beiden Buckenhofener auch im Warmen bestens Bescheid - über das Fensterbrettla mit der Bürgermeister-Katze haben sie schon geschmunzelt und über die "Grüne Welle" auf der Adenauer-Allee haben sie bereits diskutiert. Gelesen haben sie das auf ihren Tablet-PCs. Das Ehepaar hat nämlich den FT als E-Paper abonniert und studiert ihn in virtueller Form am Frühstückstisch - und das schon seit sechs Jahren.
"Ich möchte das nicht missen", sagt die 58-Jährige.


Früher geht's nur in der Redaktion

Statt zum Zeitungskasten zu gehen, laden sich die Pfeffermanns einfach jeden Morgen die aktuelle Ausgabe auf ihr flaches, digitales Anzeigegerät. Dank W-Lan ist das überall im Haus möglich und schnell erledigt. Bereits um 5 Uhr kann das E-Paper abgerufen werden. Nur an diesem Donnerstagabend können FT-Abonnenten noch früher die Zeitung studieren: Beim Dämmerschoppen in der Redaktion (Kolpingsplatz 8, 91301 Forchheim) sind alle Leser eingeladen, die Seiten der Freitags-Ausgabe schon am Vorabend von 17 bis 20 Uhr zu begutachten.

"Das Schöne am E-Paper ist, dass ich nicht warten muss, bis mein Mann mit der Zeitung fertig ist", schmunzelt Lydia Pfeffermann, während neben ihr der Fairtrade-Kaffee dampft und die Brotscheiben im Korb auf den Verzehr warten. Eigentlich sind sich die beiden, die den FT seit knapp 20 Jahren abonniert haben, nie großartig bei der Lektüre in die Quere gekommen - sie schnappte sich den Lokalteil, er durchforstete das übrige Blatt.

An dieser Gewohnheit hat sich bei der Mutter von drei Töchtern und Oma von drei Enkeln nicht viel geändert: "Ich fange auch jetzt noch mit dem Regionalteil an und gehe erst danach auf die Titelseite zurück." Wenn sie jetzt etwas entdecken im E-Paper, heißt es: "Hast Du das schon gelesen?" Und dann wird nicht geblättert, sondern über das Pad gewischt, bis der Artikel gefunden ist.

Besonders interessieren sich Lydia und Herbert Pfeffermann für Berichte über die Kolpingsfamilie Forchheim. Na klar: Er ist Vorsitzender der Gemeinschaft, sie hat 20 Jahre die Frauengruppe geleitet und kümmert sich jetzt um pastorale und caritative Aufgaben. "Ich kann vielen, vor allem älteren Leuten weiterhelfen etwa durch Krankenbesuche und ich kann durch Maiandachten oder Kreuzwege die Leute an das heranführen, was auch den Sozial-Reformer Adolph Kolping ausgemacht hat", erklärt Lydia Pfeffermann ihre Motivation.


Archivieren, Suchen, Schmökern

In diesem Zusammenhang nutzt sie alle Vorteile des E-Papers: Sie speichert die pdfs mit den Kolpings-Berichten auf dem PC ("Damit spare ich mir das Ausschneiden und den Papierkram"), sie forscht nach ihren Ankündigungen mit der Such-Funktion, wenn sie diese auf den ersten Blick nicht entdeckt hat, und sie schaut auch mal in eine Nebenausgabe, wenn dort über Aktivitäten anderer Kolpingsfamilien berichtet wird. Wer das E-Paper abonniert hat, kann schließlich täglich in allen zehn Ausgaben schmökern, die in der Mediengruppe Oberfranken erscheinen.

Wenn Lydia und Herbert ab Sonntag mit der Kolpingsfamilie für acht Tage nach Ungarn verreisen, kommt auch ein Pad mit - und mit ihm die Heimat. "Natürlich verfolgen wir unterwegs auf dem Tablet, was hier los ist", sagt die gelernte Bankangestellte, die nach der Geburt ihrer Kinder als Hausfrau (sie bevorzugt "Hausmanagerin") gearbeitet hat. Für die Augen sei die digitale Anzeige nur von Vorteil. "Wenn ich etwas nicht lesen kann, ziehe ich es einfach größer", sagt sie und demonstriert das gleich mit Daumen und Zeigefinger.

Und die Zeitung? Die steckt weiter neben dem Gartenzaun. Irgendwann im Lauf des Tages wird sie reingeholt, oft dann aber auch ungelesen wieder zum Altpapier gegeben. Nur nicht am Samstag: "Da brauch' ich sie zum Kreuzworträtseln, das macht am Tablet nicht so viel Spaß", lacht Lydia Pfeffermann.


Das Programm beim FT-Dämmerschoppen am Donnerstag

Am Donnerstag, 17. Oktober, lädt die FT-Redaktion alle Leser und Interessierten von 17 bis 20 Uhr in ihre Räumlichkeiten am Kolpingsplatz 8 ein. Es gibt kostenlos Essen und Getränke.

Online: inFranken.de, E-Paper, infranken-Plus - Redakteur Tobias Stich erklärt die FT-Angebote im Internet.

Forch: Die Zeichner des Comic-Königs Forch, Simon Michael und Katharina Hötzel, geben einen Einblick in ihre Arbeit und signieren Forch-Karten.

Zeitung: Alle Gäste dürfen einen exklusiven Blick auf die Seiten der Freitagsausgabe werfen, noch bevor sie gedruckt ist, und mit den Machern über den Inhalt diskutieren. Außerdem kann sich jeder fotografieren lassen und eine individuelle FT-Titelseite mit seinem Bild mit nach Hause nehmen.